So war es wirklich auf den 116 Quadratmetern.

Bei „Get the F*ck ouf of my House“ (Pro7) zogen 100 Kandidaten auf 116 Quadratmetern ein, schliefen auf dem Boden, auf der Küchentheke, nutzten anstatt der einzigen Toilette die Dusche oder den Boden fürs kleine und große Geschäft, lebten wochenlang von nur einer Kartoffel oder einem Apfel am Tag – freiwillig, denn es ging um 100.000 Euro.

Jetzt packt einer der Kandidaten aus und erzählt exklusiv bei NOIZZ, was wirklich im Haus passiert ist.

"Wie soll das ohne Essen enden?", sagt Chris Gehron. Seine Augen sind rot, seine Wangen eingefalllen. Er wirkt erschöpft.

Am Morgen des 16. Tages ging es ihm besonders schlecht. Sein Blutdruck war niedrig, er hatte nichts gegessen, kalter Schweiß lief ihm die Stirn hinunterIn der Luft war kaum noch Sauerstoff: "Immer wenn man aufgestanden ist, wurde einem schwarz vor Augen. Das war normal", erzählt er rückblickend.

Kartoffeln, Nüsse und Äpfel gab es zu essen Foto: Get the fuck out of my house / Chris Gehron / Noizz.de

An einem Morgen taumelte er durch die Wohnung in Richtung Küche, muss unbedingt einen Schluck Wasser trinken.

Doch auf dem Weg bricht er zusammen und muss von Sanitätern behandelt werden.

Noch als er stabilisiert wurde, flehte er die Helfer an, ihn nicht vor die Tür zu bringen, denn dann wäre das Spiel für ihn zu Ende gewesen. Sie willigten ein.

Er bekam einen Apfel und legte sich auf eine Matratze zum schlafen: "Ich war total am Ende, wollte aber nicht aufgeben", so Gehron. Eine Nacht verbrachte er sogar auf der Küchenzeile.

Schon nach wenigen Tagen räumten einige Bewohner freiwillig das Feld. Andere wurden mit Abfindungen zwischen 500 Euro und 3000 Euro rausgelockt. Je weniger im Haus, umso größer war die Chance auf den Gewinn. Wer das Haus verlässt, hat verloren.

Chris Gehron musste am 21 Tag im Haus behandelt werden Foto: Get the fuck out of my house / Chris Gehron / Noizz.de

Chris wollte nicht gehen, obwohl er nach wenigen Wochen schon mehr als 7 Kilo abgespeckt hat.

Der Grund: "Wir haben tagelang nichts gegessen, weil wir nicht wussten, wann es das nächste mal etwas gibt."

Wenn die Mägen knurrten, wurden die Bewohner reizbar: An einem Tag eskalierte ein Streit, weil ein Bewohner dem anderen eine Krokette geklaut hat – aus Verzweilflung.

Die Grundnahrung für vier Personen: Kartoffeln, Äpfel und Nüsse.

"Alle bunkerten, was sie kriegen konnten", erzählt er.

Bei den Kandidaten (1,16m Platz für jeden) bildeten sich schnell Gruppen, bei denen es wortwörtlich ums Überleben ging. Je weniger im Haus, desto größer war die Chance auf den Gewinn. Wer das Haus verlässt, hat verloren. 100.000 Euro futsch.

Warum er sich für die Produktion beworben hat?

"Neugier. Am Ende habe ich festgestellt, dass es zu krass ist", erzählt er.

Die hygienischen Zustände waren eine Katastrophe, erzählt er. Es gab nur eine Toilette für 100 Menschen, nur eine Dusche und Zähne wurden gegen Ende mit einem Schwamm geputzt. Doch das war nicht mal das Schlimmste: "Wir waren 24/7 in diesem Haus. Die Leute vor dem Fernseher haben nur die Highlights gesehen", erzählt er. Er spricht von nervenzehrender Langeweile, dem ewigen Warten, bis die Tür aufgeht und etwas passiert. Die meisten Bewohner hätten nicht mal Kraft gehabt, sich zu bewegen und lagen einfach nur da. Andere befriedigten sich selbst. Wieder andere spielten "Mensch ärgere Dich nicht" – aus einem Blumentopf gebastelt.

Das Aus für Chris, zwei Tage vor dem Finale Foto: Facebook/Chris Gehron / Noizz.de

Seine Familie und vor allem seine Freundin haben sich große Sorgen gemacht, denn melden konnten sich die Bewohner bei der Außenwelt auch nicht. Handy abgenommen. Funkstille.

"Je länger ich drin war, umso größer war die Chance, dass ich gewinne. Das wussten meine Freunde", sagt Chris.

Nach 21 Tagen dann das Aus für ihn – zwei Tage vor dem Finale.

Das Erste, was er tat, nachdem er das Haus verlassen musste: Döner und Schokoriegel gegessen.

"Es gab nichts schöneres in diesem Moment. Nochmal würde ich das nicht machen", erzählt Chris Gehron und lacht.

Quelle: Noizz.de