Pornhub: "Wir sind erschüttert."

Das Pornobusiness ist knallhart – jeden Tag werden damit Millionen Dollar und Euro Umsatz gemacht – und natürlich auch Leute ausgebeutet. Dieser Aspekt der Branche hat wohl den Zahlungsdienstleister PayPal (ihr wisst schon, der Dienst, den Elon Musk irgendwann mal gegründet hat) dazu veranlasst, keine Geldtransfers via Pornhub abzuwickeln.

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Das gaben die Betreiber der Porno-Videoplattform zumindest in einem Blogeintrag bekannt. Dort heißt es: "Wir sind erschüttert über die Entscheidung von PayPal, die Auszahlungen an über hunderttausend Künstler einzustellen, die darauf für ihren Lebensunterhalt angewiesen sind." Die Änderung betrifft mehr als 100.000 Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter, die sich auf der Pornoplattform für ihre Angebote bezahlen lassen.

Nun müssten die Pornodarsteller auf andere Zahlungswege ausweichen, vor allem Direktüberweisung oder aber Zahlungen in der eigenen Kryptowährung "Verge".

Laut Medienberichten des Magazin "Forbes" geht es dabei nicht nur um Peanuts: Betroffen sind auch Pornodarsteller des sogenannten "Model Program" von Pornhub. Dort können Darsteller ihre Videos direkt selber hochladen und bekommen die Ausschüttungen direkt ausgezahlt. Die Porno-Influencer würden dort Millionen von Dollar und Milliarden von Videoaufrufen auf einer Website verdienen, die täglich über 100 Millionen Besucher erreiche.

Fakt ist: In seinen Nutzungsbedingungen schließt PayPal explizit Geldtransfers für sexuelle Dienstleistungen aus. Warum der Zahlungsdienstleister der Webseite Pornhub dann nicht schon eher einen Strich durch die Rechnung gemacht hat, bleibt allerdings unklar. "Vice" gegenüber sagte ein Sprecher von PayPal: "Nach einer Überprüfung haben wir festgestellt, dass Pornhub bestimmte geschäftliche Zahlungen über PayPal getätigt hat, ohne unsere Zustimmung einzuholen. Wir haben Maßnahmen ergriffen, um zu verhindern, dass diese Transaktionen stattfinden."

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Pornhub sieht das natürlich etwas anders.

In einem Statement hieß es, PayPal diskriminiere damit Sexarbeiter und fördere Stigmatisierung. Allerdings ist PayPal nicht der einzige Anbieter, der pornographische Apps oder Dienstleistungen von ihren Zahlungsdiensten ausschließt. Auch Visa und Mastercard, die Citi Bank und die Bank of America haben solche Nutzungsbedingungen.

Quelle: Noizz.de