Rassistischer Humor macht die Normalisierung von Diskriminierung möglich – das sagt der Verein Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD) und machen auf Missstände in der Deutschen Komik-Landschaft aufmerksam.

Der Verein Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD) setzt sich für rücksichtsvollere Komik im deutschen Film und Fernsehen ein. "Aus meiner Sicht muss beim Aufarbeiten beziehungsweise Abbau rassistischer Verhältnisse auch der Bereich Humor in den Blick genommen werden", sagte Sprecher Tahir Della der Deutschen Presse-Agentur. "Wenn diskriminierender Humor normalisiert wird, brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn es zu Schlimmerem kommt. Und Traditionen, die diskriminieren, verletzen und ausgrenzen, sind nicht erhaltenswert."

Im Klassiker "Otto – der Film" fallen rassistische Begriffe

Zuletzt geriet zum Beispiel "Otto – der Film" in den Fokus. Die vor 35 Jahren angelaufene Komödie mit Otto Waalkes (Kinostart in der Bundesrepublik am 18. Juli 1985) gehört bis heute zu den erfolgreichsten deutschen Kinofilmen. Darin fallen auch rassistische Begriffe für Schwarze. Zu seinem Jubiläum soll der Film ab 30. Juli wieder in einigen Kinos laufen.

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Zur Frage, ob vor älteren Filmen mit rassistischen Klischees auch in Deutschland ein Warnhinweis in Streamingdiensten und im Fernsehen gezeigt werden sollte, sagte Della: "Von der ISD gibt es keine konkrete Forderung bezüglich einer Warnung oder eines Hinweises." Es sei aber seiner Meinung nach "eine gute Idee".

Otto Waalkes, fast 35 Jahre nach Erscheinen von "Otto – der Film"

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Diskriminierende Filme sollten nicht mehr gezeigt werden

Gleichzeitig wolle der Verein aber darauf hinarbeiten, "dass diskriminierende Filme gar nicht mehr gezeigt werden". Stattdessen solle es verstärkt Filme geben, die entweder von Menschen produziert werden, die auf diskriminierende Inhalte verzichten, oder "die widerständige Perspektiven zum Inhalt haben".

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[Text zusammen mit: dpa]

  • Quelle:
  • Noizz.de