Harmloses Meme oder ernste Gesellschaftskritik? Irgendwie beides.

Millennials sind faul, selbstverliebt, sensibel und legen zu viel Wert auf Freizeit. Sie sind zu arm, um Häuser oder Diamanten zu kaufen, fragen beim Weihnachtsessen bei den Großeltern unverschämt, ob es auch vegan geht und fahren mit E-Scooter statt Diesel durch die Stadt. Insbesondere die "Boomer", also die Generation, die zwischen 1946 und 1964 geboren wurde, lässt an der jüngeren Generation oft kein gutes Haar. Das "OK Boomer"-Meme, das in den vergangenen Tagen die Sozialen Netzwerke überschwemmte, ist eine Reaktion auf dieses nicht enden wollende Gemecker.

Millennials haben das Gefühl, dass sie ungerecht behandelt werden und ihnen nicht richtig zugehört wird; dass sie sagen können, was sie wollen und die "Boomer" dennoch immer glauben, alles besser zu wissen. Schließlich seien die die ältere, weisere Generation mit mehr Lebenserfahrung. Selten bringt man den "Boomer" am Ende einer Diskussion zum Nachgeben oder Verstehen. Die eigene Meinung wird herablassend belächelt. Mit "OK Boomer" wird jetzt, wie der YouTuber "VIK" so schön in seinem viralen Video sagt, "auf Ignoranz mit Ignoranz geantwortet".

"OK Boomer" ist zur Standard-Antwort geworden, wenn die ältere Generation mal wieder gar nichts kapiert. Das war noch nicht alles: Viele junge Menschen haben das Gefühl, die Fehler der älteren Generation ausbügeln zu müssen – und dann noch von ebenjener auf den Deckel zu bekommen, weil sie deshalb depressiv und arm sind. Hinter den witzigen Memes, steckt also eine gehörige Portion Gesellschaftskritik.

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Das "OK Boomer"-Meme hat sich mittlerweile zu einer Kritik an einer Generationen-unabhängigen ignoranten Einstellung gewandelt:

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Quelle: Noizz.de