Ocean's 8: Chick Flick oder feministischer Krimi?

Tanja Koch

Gesellschaft, Wirtschaft, Lifestyle
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Hackerin, Trickbetrügerin, Lockvogel - jede hat ihre eigene Aufgabe. Foto: © 2018 WARNER BROS. ENTERTAINMENT INC.

Am 21. Juni kommt "Ocean's 8" in die Kinos. Lohnt es sich, den Film anzusehen?

In einer Zeit, in der wir über Sexismus, gendergerechte Sprache und die Benachteilung von Frauen im Job diskutieren, hat die Ankündigung von "Ocean's 8" großes Interesse ausgelöst: Ein weibliches Pendant zur Ocean's-Trilogie. Hallo female Empowerment! Der hochkarätige Cast hat die Erwartungen wachsen lassen: Sandra Bullock, Cate Blanchett, Anne Hathaway, Rihanna. Doch leider werden hohe Erwartungen oft enttäuscht.

Der Film dreht sich um Debbie Ocean (Sandra Bullock), die Schwester von Danny Ocean, bekanntlich Protagonist aus Ocean's 11 bis 13. Während ihrer Haft, genau genommen seit fünf Jahren, acht Monaten und zwölf Tagen, plant sie ihren bisher größten Coup. Sobald sie dem Gefängnis den Rücken kehrt, rekrutiert sie sieben Komplizinnen. Der Plan: Eine millionenschwere Kette vom Hals der Schauspielerin Daphne Kluger (Anne Hathaway) zu stehlen. Das Problem: Sie müssen den Star erst noch überzeugen, diese zu tragen. Denn Hersteller Cartier bewahrt das Schmuckstück im Safe. Während sich um dieses Problem Designerin Rose Weil (Helena Bonham Carter) kümmert, soll Trickbetrügerin Constance (Awkwafina) die Kette entwenden. Mit diesem Plan kann ja nichts mehr schief gehen.

Und tatsächlich geht fast gar nichts schief. Die große Spannung bleibt aus. Auch sonst ist die Story erwartbar. Abgesehen von Nine Ball (Rihanna), der Dreadlocks tragenden, Weed-rauchenden Hackerin, bedient der Film in Chick-Flick-Manier die gängigen Klischees. "Können wir nicht einfach so auf diese Gala gehen? Müssen wir etwas stehlen?", fragt Familienmutter Tammy (Sarah Paulson). Die weltbekannte Schauspielerin Daphne Kluger (Anne Hathaway) präsentiert sich als dümmliche Diva. Und beweist dann - als Überraschung inszeniert - doch noch Köpfchen. Der Raub geht teils auf High Heels über die Bühne. Die luxuriöse Met Gala ist das Setting. Die Beute: Diamanten, die besten Freunde eines Mädchens. Eigentlich ist Ocean´s 8 tatsächlich mehr Modefilm als Krimi.

Wer Modefilme mag, wird "Ocean's 8" aber lieben. Vom Preppy-Chic einer Vorstadt-Mom über glamouröse Kleider bei der Met-Gala bis hin zu Rihannas lässigem Reggae-Style ist "Ocean's 8" Inspirationsquelle für Menschen mit verschiedensten Mode-Vorlieben. Die trendigen Outfits von Cate Blanchett und Sandra Bullock - wir sagen nur Leo-Plüsch, Trenchcoat und Anzug mit Krawatte - könnten aus einer modernen Variante von Sex and the City stammen.

Zudem ist der Promi-Faktor von Ocean's 8 hoch: Auf dem roten Teppich der Gala gibt es viele Cameo-Auftritte, etwa von Heidi Klum, Kim Kardashian, den Jenner-Schwestern, Gigi Hadid und Vogue-Chefin Anna Wintour.

Wer auf große Spannung und female Empowerment hofft, den wird der Film enttäuschen. Wer einen unkonventionellen Modefilm sehen will, bei dem es mal nicht um Liebe geht, der ist bei Ocean's 8 an der richtigen Adresse.

Quelle: Noizz.de

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