Ist das angebliche Karriereaus die effektivste PR-Strategie?

Bäm: Am Donnerstag (5. September) versetze Nicki Minaj ihre "Barbz" (so der Name ihrer Die-hard-Fans) in Schockstarre und Angstzustände. Einige wandern seither hilfesuchend durch die Straßen, andere wurden dabei gesichtet wie sie verzweifelt in Papiertüten atmen. Was war passiert? Nicki Minaj verkündete ihr Karriereende. Der wohl bekannteste Hintern der Welt und seine Trägerin wollen sich von der Bühne und dem Rampenlicht verabschieden. Ciao, Adios, Byebye, Hau rein, mach's gut – oder wie die 36-Jährige selbst sagt "Got a kiss wit' your name on it" – noch ein Küsschen und dann ist Schluss hier.

Mittlerweile ist der Tweet zwar gelöscht – dank unserer uneingeschränkten Screenshot-Skills könnt ihr in hier allerdings in aller Schönheit bewundern:

Meint es Nicki doch nicht ganz so ernst mit dem Karriereende? Man weiß nicht so genau, denn ihre Antwort auf die Horden geschockter Fans ist wie folgt:

Tja, so richtig geklärt ist nichts. Verwirrt sind immer noch alle. Aber immerhin stellt Nicki in Aussicht, dass in ihrer eigenen Radiosendung "Queen Radio" mal ganz in Ruhe über das alles gequatscht wird. So von Queen zu Barbz. Spätestens dann wissen wir mehr. Bisher ist nur so viel bekannt: Die aus Trinidad stammende Sängerin hat in Kenneth Petty nach eigener Aussage ihren Seelenverwandten gefunden und den wird sie aller Voraussicht nach sehr bald heiraten. Außerdem arbeitet sie an einem neuen Album, für dass es allerdings noch kein Veröffentlichungsdatum gibt. So, und was jetzt? Macht die Nicki sich jetzt vom Acker oder nicht?

Wir sagen: as if!

Nicht erst seit Ufo361 ist es offenbar en vogue, sich ständig mal vom Showbiz zu verabschieden (oder halt Namen zu tauschen wie andere ihre Schlüpper). Ist ja quasi die Steilvorlage für das Comeback-Album. Die Urväter dieser Masche dürften die Ledergesichter von The Rolling Stones sein: Ihre allerletzte Tour wurde jedenfalls gefühlte 2.354.167 Mal angekündigt. Alle Fans so: "OMG! Wenn die das letzte Mal auf Tour kommen, MUSS man die ja noch mal sehen." – und kurze Zeit später wird eröffnet: Der berühmteste Opa-Verein der Welt dreht doch noch eine Runde.

Cher – ein weiteres Urgestein des Business – hat das auch zum Markenzeichen gemacht (also natürlich neben den unzähligen Schönheits-Ops weswegen sie mittlerweile jünger aussieht als jeder Erstklässler). Als wir das letzte Mal nachgeschaut haben, kündigte auch sie ihre letzte Tour an. Unterwegs war sie danach aber immer wieder.

Lilly Allen hingegen entschied 2009, ähnlich wie Nicki Minaj, dass es Zeit ist zu gehen. Sie widmete sich ebenfalls der Familie: Heiraten, Muttersein, vielleicht einen Hobbygarten züchten. Drei Jahre später erschien ein neuer Song, fünf Jahre später ihr Album "Sheezus". Klar, fünf Jahre sind schon ein bisschen Zeit zwischen zwei Alben, aber jetzt auch nicht so lang, als dass es das Ganze Tamtam um ein angebliches Karriereaus wirklich gebraucht hätte.

Und nun halt Nicki Minaj: Ist jetzt nicht so, dass sie es wirklich nötig hätte, ein Karriereaus vorzutäuschen. Aber wer wirklich glaubt, die Anaconda-Queen würde nach diesem Jahr nie wieder einen Fuß auf eine Bühne oder ein Aufnahmestudio setzen, der irrt unserer Meinung nach.

"But tell ‘em winning is my protocol"

Eine Königin kann sich auch selbst krönen – wissen wir spätestens seit Lizzo aber mindestens schon seit Nicki Minaj. Die Musikerin gilt als eine der einflussreichsten Rap-Künstlerinnen unserer Zeit und eine der bestverkaufenden noch dazu. Sie hat unzählige Awards eingeheimst (um nur wenige zu nennen: Bei ihr auf der Anrichte stehen sechs American Music Awards, zehn BET Awards und vier MTV Video Awards), sie war zehn Mal für den Grammy Award nominiert. Sie hat weltweit fünf Millionen Alben verkauft und 20 Millionen Singles. Ausverkaufte Welttouren gehören ebenfalls zu ihrer Vita.

Der Erfolg war von Minaj hart erarbeitet, wie sie selbst nicht müde wird zu erwähnen. Und sie hat schon immer gekämpft für ihr Recht, ihre Stimme, ihre Präsenz. Dabei sind ihr Showbiz-Größen völlig egal. Sie legte sich etwa schon mit Lil Kim, Kanye West, Miley Cyrus und natürlich Cardi B an. Nicki Minaj würde ihren hart eroberten Thron, ihr Krönchen doch nicht einfach so aufgeben. Zumindest erscheint uns das äußerst unwahrscheinlich.

"Here go some haterade, get ya thirst quenched"

Der Beef mit Cardi B is ongoing. Die beiden batteln sich, wo es nur geht. Es soll auch schon zu Handgreiflichkeiten gekommen sein. Ein verängstigter Fan sprach nach Nickis angeblichem Karriereende das aus, was vermutlich viele dachten:

Nach dem ganzen Gekeife, dem Streit und all dem Ärger können wir uns nicht vorstellen, dass Nicki Minaj die Bühne räumt und ausgerechnet für Cardi B frei macht. Ihre Fans dürften ihr das jedenfalls wirklich nicht so schnell verzeihen. Ob das Comeback dann auf den Spiel steht?

"So I think that I'm going in for the taking"

Um das Ganze hier mal zum Ende zu führen: Wir glauben nicht, dass sich Queen Nicki hier irgendwohin verabschiedet. Selbst wenn sie zwischendurch mal für die Familie von der Bildfläche verschwindet – sie kommt wieder. Sie kommt wieder wie die Rolling Stones, Cher und Ufo361 zusammen. Ist ja doch eigentlich immer dasselbe: Große Künstler sind doch nie wirklich weg. Wir haben nur eine Bitte an die Stars: Denkt euch doch bitte endlich mal alle eine bessere PR-Strategie aus, als ständig das Ende einzuläuten. Wenn ihr so weiter macht, brauchen eure Fans weit mehr als nur ein Sauerstoffzelt um das alles zu verkraften!

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Quelle: Noizz.de