Okay, es liegt vor allem am Trailer …

Oh, du schöne Fernsehwelt. Vom „Bachelor“ über „Adam sucht Eva“ bis hin zu „The Voice“ hast du uns ja bereits allerhand geboten, von „Trash dich glücklich“ bis hin zu „Fremdschämen deluxe“. Und manchmal sogar richtig gute Momente der Unterhaltung. Aber für das, was du dir jetzt ausgedacht hast, finde ich nicht die richtigen Worte.

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Der Sender Vox, sonst bekannt für „Shopping Queen“, „Club der roten Bänder“ und die Start-Up-Hölle „Höhle der Löwen“ hat sich etwas Neues ausgedacht. „Der Vertretungslehrer“ heißt das neue Format, und als Quotengarant hosted die Show niemand geringeres als der „sympathische“ Allzwecknerd Frank Thelen. Ja genau, der Unternehmer aus der „Höhle der Löwen“, der immer nur irgendwas mit IT und / oder Apps macht.

Im extended Trailer mit einer Länge von fast 30 Sekunden kommt der Skaterhead Thelen mit einem Hoverboard ins Gymnasium gedüst, trägt dabei ein hellblaues Hemd, Jeans und wirkt irgendwie fehl am Platz mit seinem Rucksack.

Das Konzept der Sendung ist ganz einfach: Thelen ist als Ersatzlehrer in einem Königswinterer Gymnasium, schätzungsweise eine achte oder neunte Klasse. Dort soll er sie fit, für die Herausforderungen der Zukunft machen.

Wer nicht jeden Dienstag auf Thelens Heimsender verfolgt, worin er sein Geld investiert, weiß wahrscheinlich auch nicht, dass der Teenager-Frank für sein Leben gerne Skateboard und Snowboard gefahren ist. Das tut er auch noch heute. Diesen jungen Spirit will der spießige, leicht in-sich-gekehrt-wirkende Thelen auch an seine potenziellen Schüler weitertragen.

Dementsprechend kündigt die Stimme aus dem Senderoff auch an: „Er lehrt Visionen statt Vokabeln.“ Thelen wiederum stellt die pragmatischen Fragen an seine Schützlinge: „Was machst du mit deinem Leben?“ Wie Thelen im Interview mit Vox nämlich vorab verrät, war er in seiner eigenen Schulzeit nämlich nicht wirklich beliebt und eher der „Verlierertyp“. Und wie uns seine Bio zeigt hatte er wohl auch später mit Niederlagen zu tun.

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Da liegt es nahe, dass er seinen Erfahrungsschatz teilen will, sodass andere davon profitieren: Er will ein bisschen Zukunft beibringen, wo alle ein bisschen Mathe und ein bisschen Physik können. Das klingt schön, bedeutet konkret aber jetzt erstmal eigentlich nichts.

Und irgendwie hat er mit seinen Legosteinen und Baukastensätzen keinen wirklichen Draht zu den Teenieschülern, die anschließend befragt werden, was sie denken. Die sind dann ein wenig ratlos.

Gut, Frank Thelen hat mit seinen 43 Jahren als Entrepeneur in der Start-Up-Szene allerhand geschafft. Mit 19 gründete er seien erste eigene Firma (irgendwas mit Multimedia-CD-ROMs). Drei Jahre später fuhr er 1,4 Millionen DM (die Währung vor dem Euro!) Risikokapital gegen die Wand – er wollte einen neuartigen, sichereren Linuxbasierten Router entwickeln. Mit 21 Jahren. Shit happens. Die Niederlage hat er aber gut verkraftet: Inzwischen ist er Geschäftsführer einer eigenen Risikokapitalfirma. Und die läuft ziemlich gut.

Aber „Der Vertretungslehrer“ hätte man sich wirklich sparen können.

„Der Vertretungslehrer – Frank Thelen auf einer ungewöhnlichen Mission“ läuft am 11. Dezember 2018 um 22:15 Uhr auf Vox.

Und wer glaubte, das ist die Spitze des Eisberges, nein! In „Der Vertretungslehrer“ schlüpft auch YouTuberin Dagi Bee in die Lehrerinnenrolle. Und Wladimir Klitschko. Obwohl, das kann ich mir irgendwie wieder gut vorstellen.

Quelle: Noizz.de