Auch Mulan-Schauspielerin Liu Yifei steht in öffentlicher Kritik.

Nach einem Jahr voller erfolgreicher Realverfilmungen wie "Dumbo", "König der Löwen" oder "Aladdin" will Disney nächstes Jahr noch einen Klassiker wiederaufleben lassen. Im März 2020 soll die Realverfilmung von "Mulan" rauskommen – doch nach den ersten zwei Trailer sind Fans jetzt schon enttäuscht.

Obwohl die grobe Geschichte ähnlich bleibt – Mulan zieht als Mann verkleidet in den Krieg, um die Ehre ihrer Familie zu erhalten –, fehlen wichtige, Handlungsentscheidende Details aus dem Original aus dem Jahr 1998.

Enttäuschung #1: Mushu ist nicht dabei

Den tollpatschigen kleinen Drachen, ehemals gesprochen von Eddie Murphy, wird nicht mehr Teil der Neuverfilmung sein. Mushu soll wohl rausgeworfen worden sein, da er die chinesische Kultur veralbern würde und sein Comedy-Tonfall nicht in die neue, ernste Version von "Mulan" passt. Fragwürdig ist dennoch, warum Disney stattdessen eine Hexe in die Geschichte mit eingebunden hat.

Enttäuschung #2: Schwarm-Figur Captain Li Shang ist nicht dabei

Auch die Disney-Prinz-Figur Captain Li Shang spielt im neuen Streifen keine Rolle mehr. Der Krieger war im ursprünglichen "Mulan" ein selbstbewusster Macho, der Mulan das Leben schwer machte – und sich am Ende in sie verliebt.

Obwohl das Einbinden einer Liebesgeschichte den Film wieder etwas zum "typischen Disney-Märchen" macht, ist diese Problematik im Original schon intelligent gelöst. Denn die Liebe selbst spielt nicht die zentrale Rolle im Film, und Mulan zeigt auch klar, dass der Mann ihr Leben und die damit verbundenen Entscheidungen nicht dominiert. Im neuen Film wird dieser Konflikt einfach umgangen, indem die Figur gänzlich fehlt. Somit kann der Film aber auch nicht zeigen, was der emanzipatorisch gesehen richtige Umgang mit Captain Li Shang wäre.

Enttäuschung #3: Der Song "Reflection" ist nur eine Instrumental-Version

Einer der schönsten und nostalgischsten Faktoren eines guten Disney-Remakes sind die Neuvertonungen der altbekannten Disney-Balladen. Eigentlich kann Disney das wirklich gut – wie man an den neuen Versionen von "Can You Feel the Love Tonight" mit Beyoncé und Donald Glover und "A Whole New World" mit Mena Massoud und Naomi Scott sieht. Bei "Mulan" haben die Filmemacher die Zielgerade allerdings verfehlt. Der berühmte Song "Reflection", in dem Mulan ihre Identität zum ersten Mal ernsthaft anzweifelt, ist in der Realverfilmung nur eine Instrumentalversion. Nostalgie = null Punkte.

"Mulan" steht außerdem in der Kritik, nachdem die Schauspielerin der Hauptrolle, Liu Yifei, im August dieses Jahrs ihre Unterstützung für die Polizei in Hongkong zum Ausdruck brachte. Damals postete sie auf der chinesischen Social-Media-Seite "Weibo": "Ich unterstütze die Polizei in Hongkong. Ihr könnt mich jetzt alle fertig machen. Schade für Hongkong." Viele regen sich über diese Aussage auf, weil Liu als amerikanische Staatsbürgerin zwar die Vorzüge einer demokratischen Regierung genieße, aber die Handlungen der kommunistischen Partei Chinas unterstütze.

Viele haben daraufhin zum Boykott von "Mulan" aufgerufen.

Generell hat Regisseur Niki Caro dem Film einen ernsteren Vibe verliehen als die Komikversion Ende der Neunziger. Ob sie dennoch mithalten kann, kannst du ab dem 26. März 2020 im Kino herausfinden.

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Quelle: Noizz.de