Die romantisierte Vorstellung vom Star-DJ gibt es nicht mehr.

Sommer, Sonne, Strand und IBIZA! Passend zu den aktuellen Temperaturen hat Netflix vor kurzem den Film „Ibiza“ auf seine Watch-List gepackt. Damit wir uns nachts die Zeit mit einer kleinen, niedlichen Liebesgeschichte die Zeit totschlagen können, wenn uns unter der Bettdecke mal wieder viel zu heiß wird, lüften nichts bringt und wir einfach schlaflos der Hitze ausgesetzt sind.

Darum geht’s

An der Geschichte ist an sich nichts auszusetzten: Es ist der typische Netflix-Liebesfilm – eine Portion Liebe, eine Prise (alberner) Penis-Humor, eine schnell nachvollziehbare Geschichte und einfach gestrickte Stereotypen, mit denen sich viele Millenials identifizieren können. Der Film ist jetzt kein absolutes Must-Watch, aber für jeden Fan von humoristischen Liebesgeschichten definitiv ein Zeitvertreib in einer schlaflosen Nacht oder an einem sonnigen Sonntagmorgen auf dem Balkon.

Harper (Gillian Jacobs) wird von ihrer Chefin zu einer wichtigen Geschäftsreise nach Barcelona geschickt, ihre zwei besten Freundinnen Nikki (Vanessa Bayer) und Leah (Phoebe Robinson) begleiten sie und machen aus der ernsten Angelegenheit kurzfristig einen Partytrip.

Auf einer Party lernt Harper den Star-DJ Leo (Richard Madden) kennen. Natürlich kommt es, wie es in einer Liebesschnulze eben kommen muss: Die beiden verlieben sich umgehend ineinander. Leo hat aber einen super straffen Zeitplan und muss gleich weiter – Ibiza ist seine nächste Station.

Für Nikki und Sarah ist klar: Scheiß auf die Arbeit, ab geht es mit Harper nach Ibiza, wo sie mit Leo eine unvergessliche Partynacht verbringen … Sex, Musik, Drogen, Alkohol, Spaß und natürlich eine herzzerreißende Liebesgeschichte stehen im Mittelpunkt.

Alles schön und gut: Wäre da nicht die Tatsache, dass man während des gesamten Films ein mulmiges Gefühl im Bauch hat. Kurz nach dem Tod von DJ-Superstar Avicii wirkt die ganze Geschichte ein bisschen geschmacklos. Sie funktioniert eben wie die romantisierte Vorstellung eines Disney-Märchens: Anstatt des Prinzen, kommt eben der Star-DJ um die Ecke, der seine Auserwählte nicht ins Schloss, aber in die Super-Luxus-Suite einlädt.

Wie traurig das Leben als Star-DJ allerdings sein kann, wird in dem Film natürlich ausgelassen. Das heißt nicht, dass wir nach Aviciis Tod keinen Spaß mehr haben dürfen und alle krassen Partys auf Ibiza zur Sperrzone erklärt werden sollten. Trotzdem fühlt es sich irgendwie falsch an, sich diese leichte Sommerromanze reinzuziehen, kurz nachdem uns die Realität gezeigt hat, wie tragisch es in diesem Business laufen kann. Um dieses mulmige Gefühl beim Gucken zu haben, muss man übrigens nicht der größte Avicii-Fan gewesen sein: Es ist einfach so, als würde man in einem Flugzeug sitzen und einen Film über einen Flugzeugabsturz gucken! Besonders bewusst wird einem das, wenn man direkt im Anschluss oder kurz vorher die wirklich gelungene Doku „Avicii: True Stories“ guckt – das würde ich trotz Schlaflosigkeit definitiv niemandem empfehlen!

Quelle: Noizz.de