Eigentlich wollte die Bhagwan-Bewegung mehr Harmonie in die westliche Welt bringen. Stattdessen entstand ein riesiger Konflikt.

Damit haben die Bewohner des Dorfes Antelope im US-Bundestaat Oregon sicher nicht gerechnet, als sie von der Bhagwan-Bewegung hörten. Zunächst wussten sie nur, dass die indische Sekte ein Grundstück neben Antelope gekauft hatte. Dort wollten sie ein Dorf für ihre tausend Anhänger errichten. Doch das Zusammenleben endete in einem regelrechten Krieg.

Laute Meditationsrituale, bei denen getanzt und geschrien wurde, waren nicht das einzige Problem. Bhagwan, der Guru der Bewegung, predigte gegen jegliche Tabus und Hemmungen.

"Da passierten schon merkwürdige Dinge. Nachts herrscht hier die absolute Stille und man hörte, wie es bei denen rund ging, als wäre man im selben Zimmer. Meine Tante störte es sehr, mitanhören zu müssen, wie wild die es die ganze Nacht lang trieben", erinnert sich John Silvertooth, der damalige Bürgermeister von Antelope.

Und das Dorf wuchs und wuchs.

Gemeinsame Meditation gehört zum Alltag der Sekte Foto: Netflix

Doch Bhagwan war eigentlich in guter Absicht gekommen: Sein Traum war es, in der westlichen Welt eine Kommune zu etablieren, die auf Respekt und Liebe basiert statt auf Materialismus und Zorn. Viele erfolgreiche, aber unglückliche Karrieristen hatten sich der Bewegung angeschlossen. Die Bewohner Antelopes allerdings konnten ihre neuen Nachbarn nicht akzeptieren. Der Konflikt entwickelte sich bis hin zu einem wahren Krieg - von Abhörungen über eine Brandstiftung bis hin zu Vergiftungen.

Die Netflix-Doku "Wild Wild Country" erzählt den Konflikt in spannenden sechs Folgen, in denen Ma Anand Sheela, die damalige Assistentin des Gurus Bhagwan, sowie andere Zeitzeugen zu Wort kommen.

Quelle: Noizz.de