Der Kinostart von "Mulan" wurde wegen der Pandemie mehrfach verschoben. Seit dem 4. September ist die Realverfilmung deswegen auf Disney+ streambar – allerdings nur mit einem VIP-Zugang für 22 Euro. Leute fordern nun, den Disney-Klassiker zu boykottieren. Das hat aber nichts mit dem hohen Aufpreis zu tun, sondern mit der Polizeigewalt in Hongkong.

200 Millionen Euro hat die Disney-Produktion "Mulan" gekostet. Ob die Summe wieder eingenommen werden kann, bleibt fraglich. Der Kinostart der Realverfilmung wurde erst verschoben und wegen der Pandemie wenig später ganz abgesagt. Das Märchen ist stattdessen seit dem 4. September auf dem Streamingdienst Disney+ verfügbar. Allerdings nur mit einem VIP-Zugang, der einmalig 30 Dollar kostet. Das sorgt bei vielen für Unverständnis. Hinzu kommt, dass Menschen in China, Thailand, Taiwan und Südkorea nun dazu aufrufen, den Film zu boykottieren. Der Grund: Filmstar Liu Yifei.

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Liu Yifei wird Fa Mulan in dem neuen Disney-Film spielen.

Liu Yifei unterstützt Polizeigewalt in Hongkong

Die chinesische Schauspielerin und Sängerin spielt in dem Film als Mulan die Hauptrolle. Die 33-Jährige wurde im vergangenen Jahr häufig kritisiert, da sie immer wieder die Polizei in Hongkong unterstützt haben soll. Im August 2019 soll sie laut "The Guardian" auf der chinesischen Website "Weibo" die Nachricht "Ich unterstützte die Polizei (…) was für eine Schande für Hongkong" geschrieben haben. Die polizeilichen Behörden werden beschuldigt, bei Protesten gegen die Regierung Gewalt anzuwenden. Erst kürzlich haben Hunderte Menschen gegen die Verschiebung der Parlamentswahlen demonstriert. Fast 300 Menschen wurden festgenommen, mehrere schwer verletzt – unter anderem mit Pfefferspray-Munitionen.

Der bekannte Hongkonger Aktivist Joshua Wong sieht in der Unterdrückung eine Gefahr für die Demokratie. Dass ein großer Filmstar wie Liu Yifei dazu noch seine Unterstützung gegenüber der Polizei und der Regierung äußert, ist für den Aktivisten unverständlich. Er fordert daher, den neuen Disney-Streifen mit der Schauspielerin zu boykottieren. Auf Twitter schreibt er: "Dieser Film wird heute veröffentlicht. Aber weil Disney nach Peking fliegt und Liu Yifei offen und stolz die Brutalität der Polizei in Hongkong befürwortet, fordere ich alle, die an die Menschenrechte glauben #BoycottMulan."

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Ironischer Weise geht es in dem Märchen um eine furchtlose junge Frau, die für ihr Land kämpft. Mulan wurde daher häufig als Protestsymbol der Demokratiebewegung in Hongkong verwendet.

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Quelle: Noizz.de