Es ging in seinem Leben nicht nur um Comics.

Marvel-Legende Stan Lee ist im Alter von 95 Jahren verstorben. Seine Comic-Superhelden sind weltbekannt und dominieren seit gut zehn Jahren auch die Kino-Leinwände. Doch er hat viel mehr getan, als nur ein paar bunte Typen mit Superkräften zu erfinden. Hier sind seine 5 wichtigsten Etappen!

1. Der Anfang

Bereits im Alter von 17 Jahren hat er für den Comic-Verlag „Timely“ gearbeitet, der später zu „Marvel Comics“ wurde. Doch bevor es mit der Karriere so richtig losgehen sollte, begab sich Lee zur Armee und trat im Alter von 20 Jahren seinen Militärdienst an.

Dort machte sein schriftstellerisches Talent schnell die Runde, und er wurde zum „Stückeschreiber“ befördert. Nach Lees eigener Aussage, gab es im gesamten Militär der USA nur neun Männer, die diese Position besetzten. Seine Aufgaben war das Verfassen von Drehbüchern, Tranings-Filmen, Slogans und – wie sollte es anders sein – das Zeichnen von Cartoons.

2. Seine ikonischen Superhelden revolutionieren das Genre

„Batman“ und „Superman“ gibt es bereits seit Ende der 30er Jahre. Doch in den 50er Jahren hatten Superhelden einen schlechten Ruf. Viele Comic-Zeichner entwarfen zu dieser Zeit Horror-Storys, die sich um Gewalt und Sex drehten. Erwachsenenunterhaltung eben. Das passte Eltern überhaupt nicht in den Kram, ihre jugendlichen Sprösslinge mit solchen Comics zu sehen. Dementsprechend brach der Markt ein.

Doch als DC-Comics mit einer Überarbeitung vonFlash“ Ende der 50er ein Superhelden-Comeback gelang, wurde auch Lee von Marvel angeheizt, neue Superhelden zu entwerfen. Der Rest ist Geschichte.

Es ist quasi unmöglich, die folgenden Namen zu lesen und nicht wenigstens jeden Zweiten zu kennen: „X-Men“ (inklusive „Wolverine“), „Hulk“, „Thor“, „Spiderman“, „Iron Man“, „The Fantastic Four“, „Daredevil“. Alle aus Lees Feder. „Spiderman“ ist neben „Batman“ und „Superman“ vielleicht der bekannteste Superheld der Welt.

Das Besondere an seinen Figuren: Sie sind keine unnahbaren gottgleichen Figuren ohne Makel mehr, sondern menschenähnlich, mit Fehlern, Problemen und Ängsten. Man kann sich mit ihnen identifizieren und sie machen Mut, aus den eigenen Nöten auszubrechen. Das war neu und schlug ein, wie eine Bombe.

3. Comics, die mehr als nur gute Unterhaltung sind

Lees Comics sind mehr als gute Unterhaltung. So behandelt er in seinem Epos „X-Men“ das Thema Rassismus und den Genozid des Zweiten Weltkriegs. Die X-Men sind Menschen, die durch Genmutationen übernatürliche Kräfte haben und deshalb vom Rest der Menschheit weggesperrt und ausgeschlossen werden. Sie kämpfen für Frieden und Gleichberechtigung zwischen „normalen“ Menschen und „X-Men“.

4. Wohltätigkeitsarbeit mit der „Stan Lee Foundation“

2010 gründete der Autor die „Stan Lee Foundation“, eine gemeinnützige Wohltätigkeits-Organisation. Mit ihr setzte er sich dafür ein, dass alle Menschen in den USA lesen und schreiben lernen sowie Zugang zu Bildung und Kunst erhalten. Zwischen 1981 und 2001 spendete er außerdem mehrfach Geld für die Universität in Wyoming.

5. Der glücklichste Kerl der Welt

Seit 2008 wurden etliche seiner Comics in den Hollywood-Studios verfilmt. Die Marvel-Filme haben einen neuen Superhelden-Hype ausgelöst und sind kommerziell wahnsinnig erfolgreich. Damit ist für Lee ein weiterer Traum wahr geworden: Seine Figuren sind den Büchern entstiegen und zum Leben erwacht.

Bei einem Interview mit der New York Times sagt Lee. „Ich bin der glücklichste Kerl auf der ganzen Welt.“ Das war im April 2018. Mit seinem Tod im Alter von 95 Jahren liegt ein Leben voll Kreativität, Leidenschaft und Erfolg hinter ihm.

Quelle: Noizz.de