Dieter Wedel war von den 70ern bis in die 90er einer der mächtigsten deutschen Fernsehregisseure ("Der große Bellheim") und soll eine Frau vergewaltigt und mehrere andere sexuell belästigt und erniedrigt haben. Das mutmaßliche Vergewaltigungsopfer Jan Tempel erhob 2018 ihr Stimme und klagte den Regisseur an – trotzdem kommt seitdem kein Prozess ins Rollen.

Der Rechtsanwalt Alexander Stevens hat jetzt die Münchner Staatsanwaltschaft für ihre langwierigen Ermittlungen gegen den Regisseur Dieter Wedel kritisiert. "In jedem komplizierten Wirtschaftsverfahren geht es schneller", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Das hat mit einem fairen Verfahren nichts mehr zu tun."

Stevens vertritt das mutmaßliche Vergewaltigungsopfer, die Schauspielerin Jany Tempel – sie hatte Anfang 2018 in der "Zeit" gesagt, Wedel habe sie 1996 in einem Münchner Luxushotel zum Sex gezwungen. Patricia Thielemann sagte aus, dass Wedel sie bei einem Vorsprechen im Bademantel im Hotelzimmer empfangen und ebenfalls zum Sex gezwungen hatte. Daraufhin nahm die Staatsanwaltschaft München I die Ermittlungen auf. "Aus meiner Sicht lässt sich überhaupt nicht erklären, was da so lange dauert", so Stevens.

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Dieter Wedel weist weiterhin jegliche Vorwürfe von sich

Die Staatsanwaltschaft München I hatte vor wenigen Tagen mitgeteilt, dass "nicht vor Spätherbst" mit einer Entscheidung darüber zu rechnen sei, ob sie Wedel anklagt oder nicht. "Wie viel Zeit Ermittlungen in Anspruch nehmen, hängt natürlich vom Einzelfall ab", sagte ein Sprecher auf Anfrage. Die Staatsanwaltschaft sei "verpflichtet, alle Umstände sorgfältig zu ermitteln".

Dieter Wedel mit seiner Lebensgefährtin Uschi Wolters

Im konkreten Fall hätten "Ermittlungen im Rechtshilfeweg Zeit in Anspruch genommen", sagte der Sprecher. Schon zuvor hatte die Behörde wiederholt betont, dass Zeugenvernehmungen im Ausland die Ermittlungen verzögerten. Nach Angaben von Anwalt Stevens sei ein Zeuge aus den USA aber schon vor langer Zeit befragt worden. "Das kann kein Grund sein." Er rechne jetzt damit, dass die Ermittlungen bis Ende September abgeschlossen werden. "Wir haben sonst irgendwann auch den Punkt für eine offizielle Beschwerde erreicht."

Wedel weist die Vergewaltigungsvorwürfe zurück. 2018 sagte er der "Bild"-Zeitung: "Inzwischen bin ich froh, dass es diese Ermittlungen gibt. Ich vertraue auf die Staatsanwaltschaft."

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[Text: Zusammen mit dpa]

  • Quelle:
  • Noizz.de