Es war Schauspieler auf Lebenszeit, drehte mit Bergman, Scorsese und Spielberg: Max von Sydow war bis ins hohe Alter eine feste Größe des internationalen Films. Mit ihm verliert Hollywood einen großen Charakterschauspieler.

Der zweimal für den Oscar nominierte Schauspieler Max von Sydow ist tot. Der gebürtige Schwede starb am Sonntag im Alter von 90 Jahren in seinem Haus in seiner Wahlheimat Frankreich, wie sein Management am Montag der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Mit "gebrochenem Herzen und unendlicher Traurigkeit" gebe man den Abschied von Max von Sydow am 8. März 2020 bekannt, sagte seine Frau Catherine Brelet dem französischen Magazin "Paris Match".

Damit verliert die internationale Filmbranche einen ihrer größten Charakterdarsteller. Der am 10. April 1929 geborene und im südschwedischen Lund aufgewachsene von Sydow arbeitete in Hollywood mit Regisseuren wie Woody Allen ("Hannah und ihre Schwestern?", 1986), David Lynch ("Dune", 1984), Martin Scorsese ("Shutter Island", 2010) und Steven Spielberg ("Minority Report", 2002) zusammen. Er spielte an der Seite von Stars wie Tom Hanks, Leonardo DiCaprio, Michael Caine und Robert De Niro.

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Zweimal wurde der Wahl-Franzose für einen Oscar nominiert: erst für seine Hauptrolle in "Pelle, der Eroberer" (1987), dann für seine Nebenrolle in "Extrem laut und unglaublich nah" (2012). Die Auszeichnung blieb ihm aber bis zum Ende verwehrt. In Cannes wurde er 2004 dagegen für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Anfänge zu Schulzeiten

Angefangen hatte all das für von Sydow bereits in einer Theatergruppe, die er zu Schulzeiten in seiner südschwedischen Heimat gegründet hatte. Das Königliche Dramatische Theater in Stockholm bildete ihn später zum Schauspieler aus, ehe er in den 50er Jahren in Malmö auf Regisseur Ingmar Bergman traf.

Unter dem schwedischen Starregisseur nahm von Sydows Karriere Fahrt auf, gemeinsam drehten sie mehr als zehn Filme, darunter "Das siebente Siegel" (1957) – in dem er als Ritter Block mit dem Tod Schach spielte – und "Die Stunde des Wolfs" (1968). Später eroberte von Sydow Hollywood mit tragenden Rollen in Klassikern wie "Der Exorzist" (1973) und "Conan der Barbar" (1982).

In seiner über ein halbes Jahrhundert währenden Karriere spielte der gebürtige Schwede mit den entfernten deutschen Wurzeln in weit mehr als hundert Filmen und Fernsehserien mit. Er ließ dabei kaum eine Rolle aus, war Attentäter, Teufelsaustreiber, Nazi, Bond-Bösewicht, der Teufel und Jesus.

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Zwischen "Star Wars" und "Game of Thrones"

Mit jedem Film lerne er hinzu, verriet er in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur und weiterer Medien auf der Berlinale 2012. "Das ist das Tolle am Schauspielern: Mit jeder neuen Rolle lernst du etwas Neues, selbst wenn sie zunächst einer früheren Rolle sehr ähnelt", sagte er damals. Diese Neugier hielt von Sydow agil und sorgte dafür, dass er auch im hohen Alter noch vor die Kamera trat, etwa im Kinofilm "Star Wars – Das Erwachen der Macht" (2015) und der US-Kultserie "Game of Thrones" (2016). Eine seiner letzten Rollen spielte er im U-Boot-Drama "Kursk" (2018).

Zu seinen Markenzeichen zählten dabei stets seine hagere Gestalt und eine tiefe, oft für Bösewichte prädestinierte Stimme. "Max von Sydow war ein Schauspieler mit einer besonderen Ausstrahlung. Die großen, komplizierten Charakterrollen spielte er mit untrüglichem Gefühl, Kraft und Autorität", würdigte ihn das Königliche Dramatische Theater in Stockholm. Mit ihm sei ein "unvergesslicher Schauspieler" und "Gigant" gestorben, so das Theater.

Von Sydow war seit 1997 mit der französischen Dokumentarfilmerin und Produzentin Brelet verheiratet und lebte mit ihr größtenteils in Frankreich. Er hatte 2002 die französische Staatsbürgerschaft angenommen und wurde 2011 zum Ritter des nationalen Ordens der Ehrenlegion ernannt. Sowohl aus seiner ersten Ehe mit der Schauspielerin Christina Olin als auch aus seiner zweiten mit Brelet hinterlässt Max von Sydow jeweils zwei Söhne.

[Text:Zzusammen mit dpa]

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  • Quelle:
  • Noizz.de