Primzahlen zur Primetime: Die wahre Liebe der Simpsons-Autoren gilt der Mathematik. Die Ex-Harvard-Studenten füttern das Unterbewusstsein der Zuschauer, ganz heimlich, immer wieder mit Rechenaufgaben. Es stellt sich raus: Nicht nur Lisa, auch Bart ist ein Genie – bist du es auch?

Nerds sind die besten Witze-Erzähler. Das haben die Autoren der Simpsons bewiesen. J. Stewart Burns, David S. Cohen, Al Jean, Ken Keeler und Jeff Westbrook: Sie alle haben Mathematik oder Informatik in Harvard und an anderen Elite-Universitäten studiert. Jetzt schreiben sie Jokes für die wohl beliebteste Zeichentrick-Serie aller Zeiten. Dabei bauen sie immer wieder kleine Matheaufgaben in die Folgen ein: Lisa zeigt, wie Statistik einem Baseball-Team zum Sieg verhilft, Homer berechnet einen Donut und in einer Folge wird sogar das Geheimnis des Frinkahedrons erklärt. Eines was? Ein dreidimensionales Objekt, das entsteht, wenn man ein Viereck über die Zweidimensionalität entlang der Z-Achse erweitert. Kurz: Die Welt, in der Homer (in gegen seine Erwartung) lebt – benannt nach Professor John Frick.

>> "The SImpsons" vor dem Aus? Autor dementiert Gerüchte über ein Serienende

Homers letzter Satz und die Mathematik der Simpsons

Das Buch "Homers letzter Satz" von Simon Singh erklärt, was die Simpsons mit Mathematik zu tun haben. Dabei geht der Autor auf die gelbe Familie ein und erklärt komplizierte Gleichungen mithilfe verschiedener Episoden – unter anderem mit Maggies Bauklötzchen. Nicht nur das: Es werden ganz nebenbei ein paar Simpsons-Insider verraten. Schon gewusst, dass Homers Haare und sein Ohr (M, die Haare / G, das Ohr) auf die Initialen von Simpsons-Erfinder Matt Groening verweisen?

Zurück zu den Nerds. Wir haben zwei krasse Matherätsel aus den Simpsons-Folgen rausgekramt, auf die ihr wahrscheinlich keine Antwort wisst. Homer ist schlauer, wetten?

1: Folge "Der Tortenmann schlägt zurück"

In dieser Folge geht es um die Berechnung eines Kreises. Eine kleine Aufgabe für Leute mit einem Null-Punkte-Mathe-Abi: Wie berechnet man die Fläche innerhalb einer Kreislinie?

Wer spicken möchte, sollte sich die Folge "Der Tortenmann schlägt zurück" anschauen. Homer spielt einen Superman namens Simple Simon und wirft allen Bösewichten einen Kuchen in das Gesicht. Der Boxer der Serie, Drederick Tatum, sieht das und äußert einen Wortwitz, der Lösung auf eben genannte Fragestellung gibt: "We all know Pi r squared, but today pie are justice!". Zu Deutsch: "Wir alle wissen, was Pi r Quadrat bedeutet, aber heute bedeutet Kuchen Gerechtigkeit."

Was er damit meint? Die Fläche eines Kreises bemisst sich mit der Formel Pi mal den Radius (r ) ins Quadrat – also hoch zwei. Pi, das Zeichen mit den zwei Strichen und dem Dach, gibt das Verhältnis des Umfanges zum Durchmesser eines Kreises an. Die Kreislinie ist etwa 3,14 Mal so lang wie der Abstand im Kreis von links nach rechts. Die Nachkommastellen von Pi lassen sich immer weiter berechnen: 3.14159265359 – und so weiter.

Pi-Witze kommen in Simpsons-Folgen häufig vor. So auch in "Lisa knackt den Rowdy-Code". Der beste Wortwitz bleibt aber: Pi are squared? Pie are justice!

>> Nach Rassismus-Vorwürfen: Verschwindet Apu bald ganz aus den "Simpsons"?

2: Folge "Im Schatten des Genies"

In dieser Folge geht es um Fermats letzter Satz. Das ist eigentlich kein Satz, sondern ein Theorem. Aufgabe Nummer 2, für die 15-Punke-Streberlies: Wie lautet die dazugehörige Gleichung? Beweise, dass Pierre de Fermat recht hatte!

Wer keinen Plan hat, zieht sich die Simpsons-Folge "Im Schatten des Genies" rein. Zu sehen sind ein paar Kritzeleien von Homer an einer Tafel. Unter anderem drei wirre Rechnungen und die Zeichnung eines Donuts, der sich zu einem Kreis wandelt. (2.15 min)

Mit der ersten Gleichung (dafür muss man sich jetzt die Folge ansehen) kann man die Masse eines Higgs-Bosons berechnen, die eines Elementarteilchens. Die dritte Rechnung beschreibt die Dichte des Universums. Und die Zweite? Die hilft dir bei der gestellten Aufgabe.

Sie lautet wie folgt: 3987 hoch 12 + 4365 hoch 12 = 4471 hoch 12. Eine einfache Rechnung? Von wegen! Homer scheint mal eben die Lösung des Problems von Fermats letztem Satz an die Wand gekritzelt zu haben.

Der große Fermatsche Satz wurde erst mal im 17. Jahrhundert formuliert und erst später von Andre Wiles bewiesen. Die Gleichung (A hoch n + b hoch n = c hoch n) ist eng mit dem Satz des Pythagoras verwandt.

Die Gleichung ist für positiv ganze Zahlen a, b, c und n unlösbar, wenn n größer als zwei ist. Bedeutet: 3 hoch zwei + 4 hoch 2 = 5 hoch zwei. Stimmt. 9+16=25. Sobald, so die Theorie, n aber größer als zwei, können die Zahlen nicht mehr ganzzahlig sein. Und da kommt Homer plötzlich um die Ecke – mit höheren Exponenten, hoch 12. Schlaumeier!

Hat Homer die Lösung zu Fermats letztem Satz?

Nicht so ganz, Homer kommt nur knapp dran. Die Zahlen gleichen sich fast vollständig aus. Schaut man bei 4471 hoch zwei bei den Nachkommastellen ganz genau hin, ist die Zahl doch ungerade – und das Problem des letztens Satzes mit Hilfe von Homer nicht gelöst.

>> "Die Simpsons" verarschen "Stranger Things" in legendärer Halloween-Folge

>> Die "Simpsons" haben Greta Thunberg vorausgesagt

Quelle: Noizz.de