Der Nachfolger von „Die Rekruten“ ist live.

Ein halbes Dutzend Folgen sind schon raus. Über den YouTube-Kanal „Bundeswehr Exclusive“ können YouTube-User Soldaten und Soldatinnen aus den Kasernen Füssen, Bad Reichenhall und Gotha bei ihrem Auslandseinsatz in Mali begleiten. Die Folgen dauern im Schnitt 9 Minuten.

Die Serie ist ein Videotagebuch. Die ersten Folgen handeln von den Vorbereitungen, dem Abflug, der Ankunft und den ersten Tagen im Camp.

Die rote eins ist ein Hinweis darauf, dass man auch per Messenger über den Einsatz informiert werden kann. Foto: Bundeswehr / dpa picture alliance

Durch die schnellen Schnitte und Ortswechsel bekommt man innerhalb kürzester Zeit Eindrücke vom Camp und den Aufgaben der Soldaten. Die Musik ist eine Mischung aus afrikanischem Gesang und Hip-Hop-Beats.

Es ploppen, wie bei einem Messenger, kurze Angaben auf, wo sich die Soldaten befinden und wie viel Uhr es ist. Außerdem werden dem Zuschauer so militärische Begriffe kurz erklärt.

Die permanente Gefahr, von feindlichen Truppen überrascht zu werden, ist omnipräsent. Es wird deutlich, wie sehr die Soldaten von der sozialen Lage im Land betroffen sind und wie sehr die Kriminalität für eine Rolle in Mali spielt.

In der vierten Folge erkunden die Soldaten mit dem Jeep die Umgebung ihres Camps. Am Straßenrand stehen junge Männer mit Maschinengewehren. Solche Szenen sind dort Alltag. Auch das die Soldaten bei 50 Grad Hitze schutzsichere Westen tragen müssen, ist nur ein Indiz für die ständige Gefahr, die dort herrscht.

Auch das Thema Heimat ist immer ein Gesprächselement. Das erste, was zum Beispiel Hauptfeldwebel Marko in seiner neuen Stube aufhängt, ist die Flagge seiner Heimat Thüringen. „Die war bis jetzt in alle Einsätzen mit, und das ist immer das erste, was ich mache“, sagt er. Auch in der eigenen Bettwäsche zu schlafen ist für ihn ein Stück zu Hause.

Um die in Mali zu bekommen, musste Marko sie sechs Wochen vor der Abreise mit seinem Gepäck aufgeben. Allerdings kommt sie nicht rechtzeitig an, was in der dritten Folge thematisiert wird.

Hauptfeldwebel Peter hat sich nach dem schweren Abschied schnell in den Alltag in Mali eingefunden. Er und sein Team sind für den Personen- und Frachttransport zuständig. Das Material was im Camp per Flugzeug ankommt, wird an die anderen verbrauchenden Truppenteile in Mali verteilt. „Es vergessen viele Leute, was hinter den Kämpfer noch steht, so das es einwandfrei läuft“, sagt Haupfeldwebel Peter.

Der Einsatz in Mali ist umstritten: Im Juli sind zwei deutsche Soldaten bei einem Hubschrauber-Absturz in Mali ums Leben gekommen. Die Ursache soll ein technischer Defekt gewesen sein. Foto: Britta Pedersen / dpa picture alliance

„Mali“ zeigt, wie der Alltag in den Camps im Auslandseinsatz aussehen und was die Soldaten und Soldatinnen dort erwartet. Sie sollen die politische und soziale Lage stabilisieren und den Terrorismus, die Kriminalität und die Verarmung zu bekämpfen.

Während der Patrouille: Ein deutscher Soldat unterhält sich mit einem Kind in der Stadt Goa in Mali Foto: Kristin Palitza / dpa picture alliance

Auch wenn es in gewisser Weise als Abenteuer deklariert wird, zeigt sich schon nach der vierten Folge, dass es das nicht ist. Stattdessen sind Anschläge, Armut und soziale Abgründe immer Themen. Der Einsatz in Mali bleibt umstritten, da er an die Anfänge des Afghanistan-Einsatzes von 2001 erinnert.

Kritiker sagen, dass durch die Serie der Krieg verherrlicht wird. Die Befürworter dagegen finden es gut, dass durch den öffentlichen YouTube-Channel jeder die Möglichkeit hat, diesen Einsatz mitverfolgen zu können.

Quelle: Noizz.de