Keine Sorge, es ist nur ein Film.

Das Kollegium einer Hamburger Gesamtschule hat einen Gangster-Film gedreht. Echt jetzt. Und er ist ziemlich geil. Wetten Deine Lehrer wären niemals so cool gewesen?

Der Schulleiter schnupft eine Line Kokain nach der anderen, auf seinem Schreibtisch räkelt sich eine blonde Ex-Schülerin in Dessous, der Sozialpädagoge verkauft Meth auf dem Schulhof.  Nein, das ist kein Skandal-Report aus einer neuen Chaosschule. Die Szenen sind Teil des 100. Films der Grund- und Gesamtschule Alter Teichweg in Hamburg.

Wie es dazu kam? Seit gut sechs Jahren entstehen an der Schule im Rahmen des Projektes „Filmfabrik Dulsberg“ verschiedene Kurzfilme – 99 sind es inzwischen, die mit Unterstützing des Vereins JAF und den Kulturagenten für kreative Schulen entstanden sind. Der 100. feierte jetzt seine Premiere. Und dafür haben die Schüler sich etwas ganz besonderes ausgedacht: Diesmal mussten die Lehrer ran.

Eigentlich machen sonst die Schüler alles selber, vom Drehbuch bis hin zur Bildgestaltung, so Schuldirektor Björn Lengwenus. Meistens ginge es dann um „wilde Schießereien, mal eine Verfolgungsjagd und fast immer spielen auch Drogen eine Rolle“, erklärt er weiter. Und diemal übernehmen das eben die Lehrer: „Mit noch mehr Drogen und noch mehr Waffen.“ Und das machen sie erstaunlich gut, von wegen Laienschauspieler.

Lengwenus, der sonst im Anzug unterwegs ist, trägt im Streifen Goldkettchen und Pelzkragen. Ähnlich prollig-authentisch kommen die anderen Lehrer in ihren Rollen daher: Das Quartett des Todes trägt in Tarantino-Manier Lack-Anzüge und blonde Perücken oder Augenklappen, der Mathe-Lehrer wird zum Junkie und der betrügerische Gangster ist im normalen Leben Philosophie-Lehrer. Wer wen spielt, haben die Schüler bestimmt.

Am merkwürdigsten war für die Lehrer beim Dreh übrigens nicht, dass sie im Gangster-Slang sprechen oder komische Klamotten tragen mussten, sondern eine ganz bestimmte Requisite. „Wir mussten blaue Kristalle für das Crystal Meth züchten. Das war dann dann etwas merkwürdig, wenn Eltern oder Besucher ins Büro gekommen sind“, sagt Lengwenus. Ob es eine Forsetzung des Lehrer-Streifens geben wird? Vielleicht. Auf jeden Fall legen die Lehrerinnen und Lehrer aus Hamburg die Coolness-Latte ein ganzes Stück höher für ihre Kollegen.

Quelle: Noizz.de