Kult-Serie „Black Mirror“ erklärt „Pille danach“ falsch – Shitstorm!

Jana Kolbe

Lifestyle, Mode, Sex
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Als Kind bekommt Sara einen Überwachungschip implantiert Foto: Netflix / Noizz.de

Hier ist alles schief gegangen!

Es ist nur eine kurze Sequenz in der 52-minütigen „Black Mirror“-Folge „Arkangel“,  trotzdem haben sich die Macher damit einen Shitstorm eingefangen. Völlig zu recht! Denn in der vierten Staffel der Science-Fiction-Serie verbreitet Netflix das Gerücht, dass die „Pille danach“ eine Schwangerschaft abbrechen kann.

NOIZZ hat mal in die Packungsbeilagen der Präparate, die in Deutschland erlaubt sind, geguckt und erklärt, warum die kurze Unterhaltung zwischen der Ärztin und der Schülerin Sara völliger Schwachsinn ist.

Darum geht es in der Folge „Arkangel“

ACHTUNG, SPOILER! Die Folge beginnt mit einer Zukunftsversion. Eine Mutter implantiert ihrer Tochter einen Chip, mit dem sie die Kleine immer und überall überwachen kann. Das geht so lange gut, bis die kleine Sara in die Schule geht. Also beschließt ihre Mutter, den Arkangel“ („Erzengel“) nicht mehr zu nutzen. Der Chip bleibt allerdings unter Saras Haut.

Mit 15 Jahren lebt sie ein normales Teenie-Leben: Sie trifft sich mit Freunden am See, kifft und hat Sex.  Leider kommt ihre Mutter genau in dem Moment auf die Idee, den „Arkangel“ mal wieder zu nutzen, als Sara mit ihrem Freund in der Kiste landet.

Jetzt zum pikanten Teil: Ihre Mutter kauft aus Panik vor einer Schwangerschaft die „Pille danach“ und verabreicht sie ihrer Tochter heimlich. In der Schule wird Sara schlecht, sie geht zur Ärztin – dann folgt die kritische Unterhaltung.

Die Ärztin sagt zu Sara: „Dir ist von der Pille Danach schlecht geworden ...“

Dass sie „Pille danach“ Übelkeit und Erbrechen auslösen kann, ist richtig. Zu den weiteren Nebenwirkungen, die sehr häufig auftreten, gehören unregelmäßige Blutungen bis zur nächsten Periode, Schmerzen im Unterbauch, Müdigkeit und Kopfschmerzen.

Bei einer von zehn Personen kann sich die Periode verschieben, Schwindel oder Druckempfindlichkeit der Brüste auftreten.

„... zur Empfängnisverhütung, um deine Schwangerschaft zu beenden!“

Bei der „Pille danach“ handelt es sich um ein Verhütungsmittel für den Notfall, das innerhalb von drei Tagen nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingekommen werden muss. Je früher, desto besser.

In 84 Prozent aller Fälle kann das Präparat eine Schwangerschaft verhindern. Der Wirkstoff sorgt dafür, dass sich erstens der Eisprung nach hinten verschiebt und dadurch kein Ei aus den Eierstöcken freigesetzt wird, und zweitens kann er die Befruchtung eines bereits freigesetzten Eis verhindern.

„Und sie wird wirken, trotz des Erbrechens ...“

Jein, das ist nur halb richtig. Wenn man innerhalb der ersten drei Stunden nach Einnahme erbricht, dann sollte sofort eine weitere Tablette genommen werden. Nach drei Stunden hat der Körper den Wirkstoff aufgenommen. Sollte es dann zum Erbrechen kommen, kann die Pille trotzdem wirken. Im Zweifelsfall lohnt es sich, den Frauenarzt noch einmal zu kontaktieren.

„Du bist nicht mehr schwanger!“

Das ist der größte Fail der Unterhaltung: Die „Pille danach“ kann nicht für einen Schwangerschaftsabbruch sorgen! Wenn man bereits schwanger ist, hat die „Pille danach“ keine Wirkung! Sie hat auch keine dauerhaft verhütende Wirkung, wie etwa die Monatspille.

Wer bereits schwanger ist, sollte das Präparat nicht einnehmen! Es hat zwar keine nachweisbaren Wirkungen auf das ungeborene Kind, allerdings kann es dazu führen, dass sich die befruchtete Eizelle außerhalb der Gebärmutter einnistet und dadurch eine gefährliche Bauchhöhlenschwangerschaft entsteht.

Quelle: Noizz.de

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