Wir haben die Homedates nach Zähneknirschen sortiert.

Das hat er gerade nicht wirklich gesagt?! Mit verwirrt aufgerissenem Mund und leichtem Entsetzen in den Augen sitzen wir vor der sechsten Folge „Die Bachelorette“.

„Wenn du nackt vor mir stehen würdest, mit so etwas würde man mich aus der Reserve locken”, stolpert es unemotional aus dem Mund von Männermodel Maxim, geradewegs in Nadine Kleins Gesicht. Das nimmt in etwa unsere Mimik an (minus Zusammenreißen, weil eine Kamera auf sie gerichtet ist). Sie hatte den bisher recht passiven Schönling gefragt, was denn passieren müsse, damit er mal aus sich herauskommt – im Gästezimmer seines Bruders.

Ach ja, die Homesdates. Immer wieder dienen sie als Realitätscheck. Nicht nur für die Bachelorette. Sie darf zwar einen einen Tag mit der Familie ihrer verbleibenden vier Kandidaten verbringen und in die (dann meist doch recht unglamouröse) Welt ihrer Jungs eintauchen.

Aber auch wir kommen vollends auf den Boden der Tatsachen zurück. RTL katapultiert uns von sonnigen Katamaran-Szenen mit muskelbepackten Badehosenträgern zurück in den Palmenlosen Alltag in Deutschland.

Die hinzugekommenen Statisten sind hier noch ein wenig weniger darin geübt mit der Kamera umzugehen. (Das Verhalten von Mama, Papa, Bruder und Co. changiert in der Regel zwischen abgrundtiefer Schüchternheit und übersteigertem Beschützerinstinkt.) Und plötzlich sitzt Nadine nicht mehr auf der weitläufigen Terrasse „ihrer“ griechischen Villa neben einem balzenden Fitnesstrainer. Auf einmal sitzt sie mit ihm in seinem Kinderzimmer in inmitten von Proteinpulverfässern. Er wohnt halt noch Zuhause.

Wir haben die Dates für euch ausgewertet. Alex, Mark, Maxim und Filip konnten sich das goldene Ticket sichern.

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Bei Alex stimmt für „Bachelorette“-Verhältnisse alles. Der Besuch bei seiner Familie in Hamburger lässt uns regelrecht aufatmen. Denn obwohl die Kameras mit dabei sind, verhalten sich Schwester, Schwager, Nichte und Mama recht natürlich.

Die Mutter des 29-Jährigen scheint zwar genauso schüchtern wie ihr Sohnemann, das verleitet sie aber nicht dazu in Peinlichkeiten abzuschweifen. Trotz Small-Talk-Hölle, die wir bei jedem einzelnen Homedates über uns ergehen lassen müssen, lehnen wir uns bei diesem Aufeinandertreffen entspannt zurück.

Nadine resümiert ihre Beziehung gegenüber Alex’ Mutter sogar mit einem gegrinsten: „Zwischen uns hat es schon gefunkt.“

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Es ist Nadines erster Familienbesuch in ihrer Bachelorette-Karriere. Mit Blumen im Arm und Nervosität im Blick trifft sie auf die Schwester und die Mutter von Masterabsolvent Daniel. Der Wetter-Small-Talk startet, der Erdbeerkuchen steht auf dem Tisch.

Soweit, so gut. Bis uns wieder einfällt, dass es sich bei diesem Date um Nadines und Daniels zweites Rendezvous handelt. Unsere Zähne knirschen. Gegen Nadines und unsere Anspannung hilft nur eines: ein schönes, großes Weizen! Das wird zwar nicht einmal zur Hälfte geleert, aber die möglicherweise Verliebten müssen halt schnell weiter. Das Ziel: Rosé-Sekt-Schlürfen unter Daniels Lieblingsbaum.

Aus der Bahn wirft uns das anschließende Szenario: Unter Floskelgesäusel setzt Daniel zum ersten Kuss mit seiner Angebeteten an. Sie lehnt kopfschwenkend ab. Wir freuen uns ein bisschen. Gut gemacht, Nadine! Nur, weil der Druck des romantischen Plotts der gesamte Sendung auf dir lastet, musst du nun wirklich nicht jeden mit der Intimität deiner Mundhöhle vertraut macht. You go, Girl!

Dann küsst sie ihn doch.

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Bei Filip mussten wir ganz stark sein. Seine sympathische Familie zeigt sich angesichts der aufgetauchten Kameras besonders eingeschüchtert. Nur eine läuft zur Höchstform auf: seine große Schwester! Die bewegt sich vor der Kamera, als hätte sie gestern noch „Let’s Dance” moderiert.

Mit ihrer Sicherheit stellt sie auch Medienpro Nadine leicht in den Schatten und überfällt die Rosenverteilerin im Unter-zwei-Augen-Gespräch mit den drängenden Worten: „Er ist ja wirklich so mein Ein und Alles. Ich analysiere das ganz doll.“

Die Aura der Beschützer-Schwester verleitet unsere Bachelorette sogar zu der unnötigen Offenbarung, sie habe mit Filip ja zumindest nicht rumgemacht. Aha.

Schlimmer und besonders real wird es anschließend, als Nadine und Filip seine Familie auf der Terrasse hinter sich lassen und in sein Zimmer verschwinden. Nadine eröffnet sich ein kleiner Raum im Hause der Eltern des 24-Jährigen. Ein Sammelsurium aus Proteinpulver, Boxhandschuhen und einem für das kleine Zimmer viel zu großen Bild von einem Tiger halten die Berlinerin allerdings nicht vom Knutschen ab. Klar, romantischer Plott uns so.

Besser wird es leider auch nicht als Rosenkandidat Filipe seine Freude über den ersten Kuss mit den Worten „Du bist jetzt hier, am liebsten würde ich dich jetzt hier fesseln” besiegelt.

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Lieber Maxim, du bist so schön. Aber dieses Date war einfach nichts! Gestartet hatte die familiäre Zitterpartie ohne größere Zwischenfälle. Nadine besucht den Bruder des Hamburger, seine Frau und deren unglaublich süßen Zwillingstöchtern. Von seinen Nichten hatte der Ingenieur schon während der gesamten Staffel immer wieder geschwärmt.

Er hat uns nicht zu viel versprochen! Die Mädels sind so ziemlich das Süßeste, was wir je gesehen haben. Aber auch der Charme der Mini-Blondinen hilft uns nicht über die Scham der folgenden Abhandlung hinweg: Nadine will, schließlich befand sie sich gerade in einem der wichtigen Homedates, den zurückhaltenden Maxim aus der Reserve locken. Wie macht man das am Besten? Ihre Lösung: Einfach danach fragen.

„Wie kann man dich aus der Reserve locken?“, lächelt sie ihm entgegen. Seine Antwort lässt ihre Mundwinkel schnell wieder sinken: „Ich bin halt so wie ich bin. Ich bin ein Gentleman. Allerdings nur außerhalb vom Schlafzimmer.“ Wir geraten in Schockstarre – wie unpassend! Die beiden hatten sich bisher nicht einmal geküsst.

Er setzt noch einen drauf: „Wenn du zum Beispiel nackt vor mir stehen würdest. Mit so etwas würde man mich aus der Reserve locken.“ Und trotzdem: Am Ende konnten auch diese missglückten Versuche Lockerheit zu beweisen, den Kuss, der wohl auf dem Programm stand, nicht unterbinden. Gehen musste Maxim am Ende trotzdem.

Wer sich an dieser Stelle fragt, wo seine Lieblingskandidaten Chris und Brian aka. „Brutal“ abgeblieben sind. Den einen (Brian) verabschiedete Nadine Mitte der Sendung ins Rosenaus. Der andere ging freiwillig. Er fühle sich für das große Elternkennenlernen noch nicht bereit. Wahrscheinlich schwante ihm schon Böses.

  • Quelle:
  • Noizz.de