Trennung nach Belästigungsvorwürfen wird für den Streamingdienst teuer!

100 Milliarden US-Dollar. Das ist für den US-Streamingdienst Netflix schon jetzt die Zahl der Woche. Erstmals übersteigt der Börsenwert des Unternehmens diese magische Grenze. 8,3 Millionen neue Nutzer konnte der Dienst im vierten Quartal 2017 anwerben.

Der Oscar-prämierte Schauspieler Kevin Spacey wird beschuldigt, 1986 einen 14 Jahre alten Jungen sexuell belästigt zu haben. Foto: Flavio Lo Scalzo / dpa picture alliance

Doch Verluste tuen trotzdem weh – vor allem, wenn sie eine der eigentlichen Erfolgsproduktionen betreffen. Nach den Belästigungsvorwürfen gegen Kevin Spacey gab Netflix bekannt, die Serie "House of Cards" umzubauen. Ein Biopic zu Gore Vidal mit Spacey wurde sogar komplett eingestampft. Und das wird teuer.

Insgesamt sollen die Änderungen 39 Millionen Dollar kosten. Laut einem Bericht des Hollywood Reporters verbucht Netflix den Posten in seiner aktuellen Bilanz als "unerwartete Summe für unveröffentlichte Inhalte, die nicht fortgeführt werden."

Die sechste Staffel der Serie "House of Cards" wurde als Reaktion auf die Spacey-Enthüllungen so umgebaut, dass nun Präsidenten-Gattin Claire Underwood, gespielt von Robin Wrigth, zur neuen Hauptfigur wird. Das Biopic mit Spacey in der Hauptrolle befand sich sogar schon in der Post-Produktion, wie Meedia berichtet.

Trotzdem kann sich Netflix diese Kosten ohne Problem leisten: Mittlerweile hat der Dienst stolze 117,6 Millionen zahlende Kunden. Der Umsatz lag im letzten Quartal bei 3,29 Milliarden Dollar; Netflix machte 186 Millionen Dollar Gewinn.

Quelle: Meedia