Einzelformate der Entertainer laufen den Quoten hinterher.

Dick und Doof, Ernie und Bert oder Mulder und Scully. Es gibt diese TV-Duos, die man einfach nicht auseinanderreißen darf. Nun sind Joko und Klaas eine andere Nummer. Sie entstammen keiner fiktiven Serie und starteten ihre Fernsehkarrieren getrennt, der eine bei MTV, der andere bei Viva. Ins mediale Rampenlicht schafften es die beiden aber erst als kongeniale Moderationspartner.

Von MTV Home über neoParadise zu Circus Halligalli. Mit dem steigenden Produktionsbudget wuchs auch das Publikum. Nach dem Ende von „TV Total“ hosteten Joko und Klaas Prosiebens wichtigste Late Night Show. Auch wenn die Quoten der letzten Halligalli-Staffel unter dem Senderschnitt blieben, mit dem Gosling-Gate setze das Duo nochmal ein Ausrufezeichen, das selbst international beachtet wurde.

Im Sommer 2017 war trotzdem Schluss. „Wenn man gemeinsam acht Jahre lang jede Woche sendet, läuft man Gefahr, zu routiniert zu werden, sich zu wiederholen, und irgendwann hat man das Gefühl, jeden Gag schonmal erzählt zu haben. Dafür ist uns diese schöne Sendung zu schade. Deswegen haben wir uns entschieden, selbst den Stecker zu ziehen.“ So formulierte es Klaas damals.

Mangelnde Kreativität wurde den Entertainern immer wieder vorgeworfen. Viele ihrer Rubriken kamen denen der Late-Night Shows von Jimmy Kimmel oder Jimmy Fallon gefährlich nahe. So ganz auserzählt kann das Witzbuch aber noch nicht sein. Schließlich sind die beiden Moderatoren gefühlt jeden zweiten Samstagabend bei Prosieben im Einsatz.

Auffällig dabei: Die Quoten sind deutlich besser, wenn sie das zusammen tun als getrennt voneinander. Jokos Shows wie „Beginner gegen Gewinner“ oder „Das Ding des Jahres“ holten durchschnittlich in der Zielgruppe der 14 bis 49-Jährigen einen Marktanteil von 11,2 bzw. 11,8 Prozent. Klaas war mit seiner Politik-Reihe „Ein Mann, Eine Wahl“ noch deutlich unerfolgreicher. Er kam auf 7,1 Prozent.

Seit Mitte März probiert sich Klaas mit „Late Night Berlin“ nun alleine an einem wöchentlichen Format. Die Quote fiel von 12,1 Prozent zu Beginn auf rund acht in den letzten drei Ausgaben. Die Zuschauer fremdeln. Viele haben den Eindruck, es handle sich einfach um ein „Circus Halligalli“ ohne Joko.

Beim „Duell um die Welt“ und „Die beste Show der Welt“ stehen die beiden noch immer gemeinsam auf der Bühne. Mit einer durchschnittlichen Zuschauerschaft von 15,7 Prozent bzw. 13,4 waren die Quoten deutlich besser. Kein Wunder, treten sie hier doch gegeneinander an. Genau wie in den „Wenn ich du wäre“-Beträgen, mit denen sie groß geworden sind. Ihren größten Erfolg hatten sie, wenn sie sich gegenseitig in den Wahnsinn trieben.

Zum Ende von Circus Halligalli sagte Klaas: „Es tut vielleicht ganz gut, wenn sich Joko und ich künftig etwas unregelmäßiger sehen, dafür aber noch viele Jahre.“ Ihre Fangemeinde scheint das anders zu sehen. Joko und Klaas gehören zusammen.

Quelle: Noizz.de