Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf erspielten bei ProSieben 15 Minuten freie Sendezeit. Diese wurden genutzt: Die Entertainer setzen nach "Männerwelten" erneut auf ein wichtiges, politisches Thema. Sie lassen einen Migranten von den Zuständen am Flüchtlingslager Moria berichten.

Die Entertainer Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf haben in der am Dienstag ausgestrahlten Show "Joko & Klaas gegen ProSieben" erneut 15 Minuten Sendezeit gewonnen. Bei ihrem letzten Sieg warfen Joko und Klaas mit der fiktiven Ausstellung "Männerwelten" ein Schlaglicht auf sexuelle Übergriffe gegen Frauen. Nun nutzten sie die gewonnene Primetime, um die schweren Zustände an den EU-Außengrenzen aufzuzeigen.

In der Mini-Doku "A short story of Moria" schilderte am Mittwoch um 20.15 Uhr eine Viertelstunde lang ein Migrant, unter welch widrigen Bedingungen er auf dem Mittelmeer nach Europa kam und welch unwürdige Zustände er antraf. "Mein Name ist Milad Ebrahimi, ich bin 21 Jahre alt und komme aus Afghanistan."

An dieser Stelle findest du Inhalte aus YouTube
Um mit Inhalten aus YouTube und anderen sozialen Netzwerken zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

1,63 Millionen Zuschauer

Im Videocall erzählte der junge Mann, der Joko zufolge seit Januar in Moria ist, von den katastrophalen Bedingungen in dem inzwischen bei einem Feuer zerstörten Lager Moria auf der griechischen Insel Lesbos. 1,63 Millionen Zuschauer sahen sich die viertelstündige Sendung an. Die Einschaltquote betrug 5,8 Prozent.

In den Aufnahmen sind Tränengaseinsätze der griechischen Polizei zu sehen und viele weinende Kinder. "Kümmert euch um dieses Chaos", appellierte Milad. Zuvor waren Bilder von einem Miniboot zu sehen, dessen Motor von der griechischen Küstenwache zerstört worden sei. Er und die anderen Geflüchteten auf dem Boot hatten drei Tage nichts zu essen und zu trinken, wie Milad schilderte. Die Küstenwache habe "Go back, go back" gerufen, bis sie schließlich doch anlanden konnten.

>> AfD bei "Maischberger": Wieso deutsche Talkshows Teil des Rassismus-Problems sind

Joko und Klaas

Europa: Freiheit oder schlechter Traum?

Er habe gedacht, Europa sei Freiheit, Gleichberechtigung und stehe für Menschenrechte, sagte Milad in ruhigem Ton. Dafür habe er beschlossen, nach Europa zu fliehen. Nun frage er sich, ob das alles ein schlechter Traum sei. Moria sei ein Ort ohne sanitäre Anlagen und ärztliche Versorgung gewesen - für etwa 3000 Menschen ausgelegt, aber von mindestens viermal so vielen bewohnt. Das Feuer habe die Welt gezwungen, endlich hinzusehen.

>> Flüchtlings-Camp Moria soll wieder errichtet werden: Kippt auf Lesbos bald die Stimmung? Aktivist*innen warnen

Eine Woche nach dem Brand in dem überfüllten Flüchtlingslager sind auf Lesbos immer noch rund 11.000 Migranten obdachlos, gut 1.000 leben in einem neuen Lager. Die Bundesregierung hat am Dienstag beschlossen, nach der Brandkatastrophe gut 1.500 zusätzliche Flüchtlinge von fünf griechischen Inseln aufzunehmen.

[Text: Zusammen mit dpa]

  • Quelle:
  • Noizz.de