Darf man die Kunst noch mögen, wenn man mit dem Künstler nicht mehr einer Meinung ist? Nein, finden nun viele "Harry Potter"-Fans und distanzieren sich von J.K. Rowling. Die Autorin steht wegen trans*feindlicher Aussagen nach wie vor in der Kritik.

Der erste trans*phobe Tweet von J.K. Rowling schien ein Missverständnis zu sein. Nachdem die Autorin von "Harry Potter" aber vermehrt Aussagen von Anti-Transgender-Aktivist*innen unterstütze, geriet sie in die Kritik. Schauspieler Daniel Radcliffe äußerte sich mit einem Essay zu Rowling und versuchte die LGBTQ-Community zu unterstützen. Er wolle nicht, dass die problematische Haltung der Autorin die schönen Geschichten überschatten. Doch genau das scheint aktuell zu passieren: Die zwei größten Websites für "Harry Potters"-Fans, "The Leaky Cauldron" und "Mugglenet", distanzieren sich nun von Rowling – ähnlich wie viele Schauspielstars aus der Filmreihe.

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J.K. Rowling und der Harry Potter Cast. Von links: Daniel Radcliffe (Harry), die Autorin, Emma Watson (Hermine) und Rupert Grint (Ron)

Fanseiten distanzieren sich von der Autorin

Angefangen hatte der Skandal Ende vergangenen Jahres. Im Dezember hatte die "Harry Potter"-Mama unter anderem "Sex is real" getwittert. Eine Aussage, die immer wieder von trans*phoben Menschen genutzt wird. Sie impliziert, dass bei der Geburt das zugewiesene Geschlecht das richtige ist – und lehnt damit die Geschlechteridentität ab. Von ihrem Presseteam wurde das noch als Missverständnis deklariert. Rowling unterstützt aber nach wie vor trans*phobe Aktivist*innnen. Sogar im Pride-Month, ein Monat, der die LGBTQ-Community feiern und auf ihre Reche aufmerksam machen soll. Dass Rowling genau in dieser Zeit für Furore sorgt, ist für die Fans ein Fauxpas. Sie wollen diese Aussagen nicht unterstützen.

In einer gemeinsamen Erklärung heißt es nun: "Obwohl es schwierig ist, sich gegen jemanden auszusprechen, dessen Arbeit wir so lange bewundert haben, wäre es falsch, unsere Plattformen nicht zu nutzen, um dem von ihr verursachten Schaden entgegenzuwirken." Weiter: "Unsere Haltung ist fest: Trans*Frauen sind Frauen. Trans*Männer sind Männer!" Unter anderem wollen die Fanseiten den Namen und Fotos von der Autorin nicht mehr verwenden.

Die Kunst wird nach wie vor anerkannt und gefeiert – nur die Künstlerin nicht.

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Quelle: Noizz.de