Die Unterlagen geben einen krassen Einblick in Epsteins Missbrauchs-System.

Am 20. August 2018 wurden drei neue Anklagen gegen den verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein öffentlich gemacht. Darin geben drei mutmaßliche Opfer des New Yorkers erschreckende Details über die Machenschaften des Unternehmers bekannt. Ihm wurde vorgeworfen vor allem minderjährige Mädchen missbraucht und an wohlhabende Kunden vermietetet zu haben.

Unter anderem wird klar, wie Epstein und seine damalige Freundin die Mädchen regelrecht dressierten, um die sexuellen Wünsche Epsteins zu erfüllen. Außerdem geht aus den Anklagen hervor, wie weit Epstein ging um die Kontrolle über seine Opfer zu behalten.

Trigger Warning!

Hier sind die schockierendsten Informationen über den Fall des New Yorkers. Sie stammen aus der neusten Anklageschrift, die "Insider" in einem Artikel veröffentlichte:

11 krasse, neue Anklagen von mutmaßlichen Missbrauchsopfern im Fall Epstein

Ghislaine Maxwell brachte den Mädchen bei, wie sie Blowjobs und Handjobs an Epstein durchführen sollten.

Eine Klägerin, die unter dem Pseudonym "Priscilla Doe" auftritt, gibt an, Maxwell habe ihr 2006, als sie 20 Jahre alt war, detaillierte Anweisungen gegeben, wie sie den Banker in Zukunft "glücklich" machen sollte. Die Schritt-für-Schritt-Anleitung habe die Britin mit ihren Händen demonstriert. Einen "proper way to give a blowjob" habe sie ihr ebenfalls gezeigt.

"Maxwell machte der Klägerin klar, dass es für sie sehr wichtig sei, diese Anweisung zu verstehen und ernst zu nehmen", heißt es in den Unterlagen. Die junge Frau fühlte sich dabei von Epsteins Freundin eingeschüchtert: "Die Message, die Ghislaine Maxwell der Klägerin überbrachte, wurde auf eine derart ernste Weise übermittelt, die der Klägerin echte Angst machte, dass ihr bei Versagen, den Anweisungen zu folgen, ernsthafter Schaden zufügt werden könnte."

Außerdem soll sie sichergestellt haben, dass "Priscilla" und andere Mädchen "ständig auf Abruf zum sexuellen Dienst" wären.

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Epstein nutzte das Buch "Massages for Dummies", um seinen mutmaßlichen Opfern beizubringen, wie sie ihn zu berühren haben.

In einer anderen gerichtlichen Klage von einer Frau mit dem Decknamen "Lisa Doe" sind weitere Details darüber aufgeführt, wie die Sexsklavinnen des einflussreichen Millionärs von ihm direkt gegroomt wurden, um ihn und vermutlich auch seinen Kunden zu befriedigen. Epstein habe der damals 17-Jährigen das Buch "Massage for Dummies" in die Hand gedrückt, nachdem er sie das erste Mal genötigt hatte, ihn zu massieren und sie danach gewaltsam mit einem Sex-Toy missbrauchte, während er sich selbst befriedigte. Sie wurde angewiesen, den Ratgeber von vorne bis hinten zu lesen. Laut den Unterlagen hätte er einen ganzen Stapel dieser Bücher in seinem Anwesen gehabt.

Epstein nahm einem angeblichen Opfer den Pass weg, damit sie nicht fliehen konnte.

Epstein, beziehungsweise seine Mitarbeiter (das geht aus der Anklage nicht konkret hervor) nahmen der Klägerin "Priscilla" ihren Reisepass weg, als sie sich auf Epsteins Insel Little St. James aufhielt. Damit sollte verhindert werden, dass sie Versuche unternehme, die Insel im Karibischen Meer selbstständig zu verlassen.

Epstein zwang ein mutmaßliches Opfer sich Leberflecke von seinen Ärzten entfernen zu lassen.

"Priscilla" wurde von Epstein angewiesen, sich von seinen Ärzten Leberflecke entfernen zu lassen. Das mutmaßliche Opfer hatte Anlass anzunehmen, dass Epstein ihr Schaden zufügen würde, wenn sie dies verweigerte. Sie willigte dem Eingriff ein.

Epstein zwang ein angebliches Opfer, einen Mitarbeiter von ihm zu heiraten.

"Priscilla" wurde von dem Banker 2013 gezwungen einen seiner Mitarbeiter zu heiraten. Dieser war dafür verantwortlich, neue Opfer zur rekrutieren. Mit der Heirat sollte die bevorstehende Ausweisung des Mitarbeiters aus den USA verhindern werden. Es wurden Fotos gemacht, die die Ehe legitim aussehen lassen sollten. Außerdem musste das "Ehepaar" zusammen leben. Erst 2017 konnte sich die Klägerin scheiden lassen. Für die Hochzeit versprach Epstein dem mutmaßlichem Opfer insgesamt 20.000 US-Dollar, die Hälfte vorab und die Hälfte nach der Scheidung. Allerdings erhielt sie nur 10.000 Dollar.

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Epstein versprach seinen mutmaßlichen Sexsklavinnen, ihnen lebenswichtige Operationen zu verschaffen.

Klägerin "Katlyn Doe" lernte Epstein 2007 als 17-Jährige kennen, weil eine ihrer weiblichen Verwandten für ihn arbeitete. "Katlyn" litt damals an einer schweren Essstörung und an einer weiteren ernsthaften Erkrankung. Der Unternehmer nutzte diese wunden Punkte und versprach dem angeblichen Opfer, dass er ihr helfen würde, ihre Essstörung zu überwinden, wenn sie ihn regelmäßig sehen würde. Des Weiteren würde er für Ärzte und wichtige Operationen zahlen, die sich die Klägerin selbst nicht hätte leisten können.

"Priscilla" hatte Epstein ebenfalls damit unter Druck gesetzt, dass er OPs und medizinische Hilfe für ihre schwerkranke 17-jährige Angehörige bezahlen würde, wenn sie sich von ihm missbrauchen ließe.

Epstein zwang die jungen Frauen, in einem seiner Gebäude zu wohnen, wo sie unter ständiger Beobachtung standen.

In dem Bericht von "Priscilla Doe" ist die Rede davon, dass Epsteins angebliche Missbrauchsopfer in Gebäuden wohnen mussten, die dem New Yorker gehörten. In den Apartments wurden sie ständig überwacht, nach den Angaben von Klägerin "Priscilla" standen sie sogar nach dem Verlassen des Hauses, außerhalb ihrer Wohnung, unter der Überwachung von Epstein.

Epstein nahm während der Massagen Telefonate von wichtigen Kontakten entgegen.

"Priscilla Doe" gibt an, Jeffrey Epstein habe während der Massagen, die sie ihm geben musste, immer wieder Anrufe von Business-Partner entgegengenommen. Vier einflussreiche Unternehmer hätten ihn besonders oft angerufen, die Klägerin gibt allerdings keine Namen oder weitere Informationen an. Epstein hätte selbst Anrufe angenommen, während er kurz vor einem Orgasmus war. Er habe dem mutmaßlichem Opfer erzählt, dass er in so einer Situation besonders gute Ideen und Ratschläge parat hätte.

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Epstein missbrauchte während seiner Haftstrafe weiterhin Mädchen.

Alle drei Klägerinnen berichten davon, dass sie während Epsteins Haftstrafe 2008 von ihm missbraucht wurden. Da der Unternehmer das Gefängnis an sechs Tagen pro Woche verlassen durfte, um seiner Arbeit nachzugehen, kam es während diesen Zeiten zu sexuellen Interaktionen im Haus des Sexualstraftäters.

Epstein vergewaltigte seine mutmaßlichen Opfer mit Sex-Toys.

Sowie "Priscilla" als auch "Lisa" geben an, von Epstein mit Sex-Toys ohne Einverständnis berührt und penetriert worden zu sein. Während den Massagen, die die jungen Frauen dem Mann geben mussten, habe er sich an ihnen vergangen und sich gleichzeitig selbst befriedigt.

Epstein zwang eine Klägerin, mit anderen Frauen sexuelle Aktivitäten durchzuführen.

Die Frau mit dem Decknamen "Lisa Doe" gibt an, Epstein hätte sie angewiesen, sich mit anderen Frauen auf Sexualakte einzulassen, während er sich selbst befriedigte oder aus eigener Genugtuung handelte, auch gegen Geld oder andere finanziell wertvolle Formen der Entschädigung.

"Too graphic, too pervers" für die Öffentlichkeit

In den Anklageschriften von "Katlyn" und "Priscilla" steht übrigens dieser Hinweis, der den Inhalt der Unterlagen, die online offen zugänglich sind, noch einmal in einen ganz neuen Kontext setzt: "Jeffrey Epstein benutzte Betrug, die Androhung von Gewalt oder Zwang, um die Klägerin zu sexuellen Handlungen zu veranlassen, deren Details zu anschaulich und pervers sind, um in dieses öffentliche Plädoyer einbezogen zu werden."

Quelle: Noizz.de