Die neue Netflix-Doku-Reihe "Jeffrey Epstein: Filthy Rich" betrachtet den Fall des mysteriösen Finanziers und seines Schneeballsystems des Missbrauchs – und bringt neue Details über das Leben des Sexualstraftäters zum Vorschein, die schockieren. Wir haben alle neuen Erkenntnisse für dich zusammengefasst.

Jeffrey Epstein schien ein Präzedenzfall für systematischen Missbrauch von Minderjährigen und Sexhandel zu werden, als er im Juli 2019 verhaftet wurde. Doch dann nahm sich der Finanzier in Untersuchungshaft im August 2019 das Leben und die Sammelklage gegen den registrierten Sexualstraftäter wurde eingestellt.

Netflix gibt den mutmaßlichen Missbrauchs- und Vergewaltigungsopfern jetzt Raum, ihre Geschichte an die Öffentlichkeit zu bringen. In der vierteiligen Doku-Serie "Jeffrey Epstein: Filthy Rich" kommen nicht nur Frauen wie Virgina Roberts zu Wort, sondern auch Anwälte, ehemalige Arbeitskollegen und Polizisten, die Epstein bereits jahrelang auf der Spur waren.

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Die sieben erschütterndsten Erkenntnisse aus der Dokumentation haben wir hier zusammengefasst:

#1 Epstein hat es anscheinend geschafft, mutmaßliche traumatisierte Opfer so zu manipulieren, dass sie selbst Freundinnen anwarben

Haley Robson wurde Opfer eines Übergriffs von Jeffrey Epstein, so ihre eigene Aussage. Dennoch rekrutierte sie danach Dutzende Mädchen, um selbst dem Missbrauch zu entgehen. Sie bekam von dem Millionär 200 US-Dollar für jedes minderjährige Mädchen, das sie anwarb, so Haley.

Haley Robson in der Netflix-Doku

#2 Epstein hat angeblich an einem Geburtstag drei 12-Jährige zum "benutzen und missbrauchen" von einem Freund geschenkt bekommen

Virginia Roberts ist wohl das bekannteste mutmaßliche Missbrauchsopfer des Finanziers. Sie war drei Jahre lang in den Fängen des Millionärs und erlebte in dieser Zeit viele schreckliche Dinge, wie sie in der Dokumentation erzählt. Zum Beispiel gab sie in einem polizeilichen Statement an, dass Epstein an einem seiner Geburtstage von einem Freund drei 12-Jährige geschenkt bekam. Sie sollen aus Frankreich gewesen sein und kein Englisch gesprochen haben, am Tag danach, nachdem Epstein sie "benutzt und missbraucht" haben soll, seien sie wieder in ihre Heimat geflogen worden. Als Epstein in einem Verhör mit dieser Geschichte konfrontiert wurde, entgegnete er nur "Ist das ihr Ernst?" und verweigerte die Aussage.

Virginia Roberts Giuffre in "Jeffrey Epstein: Filthy Rich"

#3 Epstein Freundin Ghislaine Maxwell soll die Mädchen mit ihm zusammen missbraucht haben

Zuvor hatte man geglaubt, Ghislaine Maxwell, Epsteins Partnerin, habe die Mädchen nur angeworben, betreut und ihnen beigebracht, wie sie den New Yorker zu befriedigen hatten. Doch mehrere Missbrauchsopfer geben in "Jeffrey Epstein: Filthy Rich" an, dass die Britin ebenfalls an einigen nicht einvernehmlichen sexuellen Begegnungen teilnahm und die Mädchen an den Brüsten und Genitalien berührte.

Ghislaine Maxwell und Jeffrey Epstein

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#4 Bill Clinton soll laut einem Augenzeugen mit Epstein auf seiner "Pädophilen-Insel" gewesen sein

Nach Epsteins erneuter Verhaftung im Sommer 2019 distanzierten sich wichtige Persönlichkeiten der USA von ihm. Darunter auch Bill Clinton, der selbst angibt, nie auf dessen Insel in den Virgin Islands gewesen zu sein. Ein Augenzeuge und ehemaliger Angestellte Epsteins, Steve Scully, sagte in der Doku-Reihe aus, dass er Clinton auf "Pedophile Island" gesehen habe. Auf der Veranda des Hauptgebäudes habe er mit Epstein gesessen. Auch Opfer geben in der Dokumentation an, ihn gesehen zu haben. Insgesamt sei er laut Logbucheinträgen 26 Mal mit Epsteins Privatjet geflogen. Clinton bestreitet es.

Bill Clinton, ehemaliger Präsident der USA

#5 Prinz Andrew soll sexuellen Kontakt mit Virginia Roberts gehabt haben – wie Augenzeuge bestätigt

Epsteins Angestellter Steve Scully will nicht nur Bill Clinton, sondern auch Prinz Andrew auf der Insel Little St. James gesehen haben. Er habe beobachtet, wie er mit einem blonden Mädchen im Pool zugange war, sie habe nur eine Bikinihose getragen, so Scully. Zu der Zeit wusste er nicht, wie das Mädchen hieß, doch nachdem er Jahre später Fotos von Virginia Roberts zur Zeit des Missbrauchs sah, wusste er, dass es sich um sie handelt, so der 70-Jährige.

Auch Prinz Andrew taucht in der Doku auf (links).

#6 Epstein soll ein Opfer auch Harvey Weinstein für Massagen zur Verfügung gestellt haben

Chauntae Davies gibt an Harvey Weinstein mit 21 in Epsteins Wohnung in Paris eine Massage gegeben zu haben, danach soll er versucht haben, sie sexuell zu missbrauchen. Epstein habe ihn danach rausgeschmissen, da Chauntae eines seiner "liebsten Mädchen" war und er nicht duldete, dass Weinstein sich an ihr vergehen wollte. Dabei hat der Finanzier Chauntae selbst über einen langen Zeitraum immer wieder vergewaltigt, so das mutmaßliche Opfer.

Jeffrey Epstein (r.) und sein mutmaßliches Opfer Chauntae Davies

#7 Epstein und Maxwell wollten, dass Virgina Roberts ihr Kind austrägt

Roberts gibt in der Netflix-Produktion an, Epsteins damalige Partnerin hätte sie zu einem ernsten Gespräch gerufen und sie gefragt, ob sie das Kind der beiden austragen würde. Die junge US-Amerikanerin, die damals erst 19 war, soll sie damals im Gegenzug darum gebeten haben, endlich eine Ausbildung zur Heilmasseurin machen zu dürfen. Als sie von Epstein einige Tage später Tickets nach Thailand bekam, um dort ihre Ausbildung zu machen, sah sie ihre Chance nach drei Jahren vor dem Sexualstraftäter zu fliehen, was ihr gelang. Seitdem lebt sie in Australien.

Quelle: Noizz.de