Das wäre zumindest mal ein echter #neustart19 ...

Ja, die SPD steckt in einer waschechten Krise. Woche für Woche sinken die Umfragewerte, egal was die Partei auch tut oder positioniert. Aktuell muss die sächsische SPD sogar um den Einzug in den Landtag bei der Wahl am Wochenende bangen. Gerade einmal auf 8,5 Prozent bringt sie es dort im Moment, während die AfD stärkste Kraft werden könnte.

Anscheinend ist gerade nichts uncooler, als sich den Sozialdemokraten anzuschließen. Da braucht es Hilfe von ganz oben. Wie soll eine Partei sich auch stärken, wenn sie keinen richtigen Vorsitzen hat? Das soll sich nun ändern. Jan Böhmermann will SPD-Chef werden. Er meint es ernst. Wirklich.

Er hat sogar ein Bewerbungsvideo gestaltet:

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"#neustart19" heißt seine Kampagne. Und ja, N19 klingt wie eine weitere verkorkste Internetbank, aber der "Neo Magazin Royale"-Moderator hat sogar eine Website gelauncht und will am 30. August, also heute, um 14:00 Uhr einen digitalen Bürgerdialog auf Twitter, Instagram und Facebook starten. Gut, seine Krakelsunterschrift erinnert eher an die eines Grundschülers, soll aber wohl eher auch eine augenzwinkernde Kritik an den aktuellen SPD-Kindergarten sein.

Willy Brandt sei ihm im Traum erschienen und habe ihm gesagt: "Du musst es machen, der Olaf ist 'ne Pfeife." Es könne juristische Schwierigkeiten geben, sagte er. Aber: "Ich, Jan Böhmermann, möchte Vorsitzender der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands werden."

Allerdings gibt es ein paar Probleme ...

Zum einen muss er seine Kandidatur für den Parteivorsitz bis Sonntag um 18:00 Uhr einreichen. Nicht viel Zeit für so ein großes Projekt, um dass sich zudem etliche andere SPD-Politiker reißen, darunter auch Vizekanzler und Finanzminister Olaf Scholz.

Außerdem braucht er bis dahin auch die Unterstützung von fünf SPD-Unterbezirken, einem Bezirk oder einem Landesverband. Und das wohl größte Problem: Böhmermann muss Mitglied der SPD werden. Das ist er bis jetzt nicht. Es bis Sonntag zu werden? Schwierig.

Deswegen soll die SPD-Abgeordnete – er verlangt ausdrücklich nach einem weiblichen SPD-Mitglied, gegen das Patriarchat –, die ihm die notwendige Unterstützung sowie eine gültige SPD-Mitgliedschaft besorgt, auch mit ihm um den Vorsitz kandidieren.

Also alles doch nur ein Jux? Wohl eher nicht. So oder so ist seine Bewerbung und dessen Verkündung in seiner Sendung "Neo Magazin Royale" ein Fingerzeig auf die aktuelle Politik und das Versagen einer Volkspartei wie der SPD. In der gleichen Sendung, die erste Folge nach der Sommerpause, richtete er sich explizit auch gegen die rechtspopulistische AfD.

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Und was sagt die SPD dazu?

Bislang hat der Wahlvorstand der SPD bei fünf Kandidatenduos die nötige Unterstützung anerkannt. Eben Scholz und die Brandenburger Landtagsabgeordnete Klara Geywitz, Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius und Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping, Europa-Staatsminister Michael Roth und die ehemalige nordrhein-westfälische Familienministerin Christina Kampmann, die beiden Bundestagsabgeordneten Karl Lauterbach und Nina Scheer, sowie die Bundestagsabgeordnete Hilde Mattheis und der Verdi-Chefökonom Dierk Hirschel.

Klar, dass die eine Bewerbung von einem bis dato nicht Mitglied eher kritisch beäugen. Überraschenderweise reagieren viele aber mit Humor.

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Auch Investor und "Höhle der Löwen"-Star Frank Thelen twitterte begeistert:

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Einen Nerv scheint Böhmi damit auf jeden Fall getroffen zu haben. Wie es weiter geht? Die nächsten 48 Stunden werden es zeigen. Spannender als jede Staffel 24.

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[Text: Zusammen mit dpa]

Quelle: Noizz.de