Er soll aufstrebende Schauspielerinnen in seinem "Sex Scenes"-Kurs ausgenutzt haben.

Stell dir vor, du bist Schauspielschülerin in Los Angeles und ergatterst einen Platz in einem Kurs von Hollywood-Star James Franco. Was zuerst wie ein Traum klingt, endete für Sarah Tither-Kaplan und Toni Gaal, zwei ehemaligen Schülerinnen der mittlerweile geschlossenen Schauspielschule "Playhouse West Studio 4" in Los Angeles, allerdings auf der Klägerbank eines Gerichtsprozesses – unter anderem wegen sexueller Belästigung.

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Laut den beiden Schauspielerinnen wurden ihnen Unterricht in einer "Master Class" von James Franco sowie exklusive Auditions für Rollen in den Independent-Filmen des Stars versprochen. Sie zahlten hunderte Dollar, um an dem Kurs, in dem es speziell um Sexszenen gehen sollte, teilzunehmen, und mussten für die Aufnahmeprüfung zudem sexuelle Handlungen, teilweise nackt, vorspielen und improvisieren – vor laufender Kamera.

In dem Gerichtsprozess beklagen die beiden nun, dass der Kurs in Wahrheit für nichts anderes gedacht war, als James Franco Zugang zu jungen, attraktiven aufstrebenden Schauspielerinnen zu verschaffen, um sie dann zu unangemessenen Sexszenen zu überreden.

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Wie "Vice" berichtet, warfen die Schülerinnen Franco, seinem Geschäftspartner und dem Geschäftsführer von deren Produktionsfirma "Rabbit Bandini" vor dem Los Angeles Superior Court am Donnerstag unter anderem Geschlechtsdiskriminierung, sexuelle Belästigung und irreführende Werbung vor. Die Rollen, die ihnen versprochen wurden, seien nie zustande gekommen, und an der Schauspielschule selbst hätten sie eine Reihe sexueller Belästigungen erfahren.

"Die Schule hat eine 'Boy’s Club'-Kultur etabliert, gefördert und beibehalten, in der weiblichen Schülerinnen klar vermittelt wurde, dass sie, wenn sie die Annäherungsversuche eines 'Dozenten' oder 'Produzenten' abweisen und/oder teilweise nacktes Spielen ablehnen, nicht für wichtige Rollen in Betracht gezogen würden", heißt es in der Anklageschrift.

Zwei Jahre #MeToo und die Aufdeckungen gehen weiter

Spätestens seit Beginn der #MeToo-Bewegung vor zwei Jahren ist bekannt, dass in Hollywood für aufstrebende Schauspielerinnen nicht nur die Aussicht auf Ruhm wartet, sondern oft leider auch Männer, die ihre Machtpositionen für sexuelle Übergriffe ausnutzen.

Es ist auch nicht das erste Mal, dass der Name James Franco in diesem Zusammenhang fällt. Bereits 2014 gab der damals 36-Jährige zu, eine 17-Jährigen auf Instagram angemacht zu haben, und 2018 beklagten fünf Frauen in einer "Los Angeles Times"-Story unpassendes Verhalten des Hollywood-Stars.

aa

Quelle: Noizz.de