Im neuen Kinofilm „Werk ohne Autor“ spielt sie die Muse eines Kunst-Stars.

Es ist wie immer: Auf der Leinwand, auf dem Bildschirm sehen Schauspielerinnen ganz anders aus als in echt. Vor allem, wenn sie gerade noch eine toughe Investmentbankerin gespielt haben – so wie Paula Beer.

Ich kannte sie aus der ZDF-Serie „Bad Banks“, wo sie mir mit ihrer Hosenanzugs-Power ganz schön Respekt eingeflößt hat. Und natürlich hatte ich mir im Vorfeld zu diesem Interview ihren neuen Film angeschaut: „Werk ohne Autor“ von Florian Henckel von Donnersmarck („Das Leben der Anderen“, „The Tourist“). Darin spielt sie Elli, die Ehefrau des Künstlers Kurt Barnert (Tom Schilling), der – das ist längst kein Geheimnis mehr – bis ins Detail dem großen Gerhard Richter nachempfunden ist.

Als Künstlergattin und Muse trug Paula Beer – so will es das Berufsbild – oft nichts und fand sich vor allem auf den Bildern und in den Armen ihres Genius wieder. Die anmutigste Szene des Films hat sich der Regisseur fast bis ganz zum Schluss aufgehoben: Elli kommt nackt die Treppe herunter, und ihr Mann fotografiert sie dabei. Später malt er das Foto ab.

Unantastbar. Das ist das Bild, das ich von Paula Beer hatte – nach „Bad Banks“, nach „Werk ohne Autor“. Hier unantastbar, weil knallhart, geerdet. Dort unantastbar, weil samtweich, entrückt.

Und in echt?

Es ist wie immer: Paula Beer ist natürlich ganz anders. Weder knallhart, noch entrückt, sondern eine angenehme, anwesende 23-Jährige.

NOIZZ: In dem Film wirst du nicht nur zum Objekt der Kunst, sondern du bist sogar mit einem Künstler verheiratet. Wie viel hattest du persönlich vor dem Film mit Kunst zu tun?

Paula Beer: Ich bin damit aufgewachsen, meine Eltern sind Künstler.

Oh! Wie war das?

Irgendwann, mit acht, fing das an, dass mich das alles genervt hat und ich nicht mehr mit in Galerien wollte. Mittlerweile find ich das schön, weil es wie ein Zurückkommen ist. Ich fühle mich in Museen sehr wohl. Die Ruhe, die Bilder …

Die Eltern Künstler, der Film-Gatte Kunst-Star. Wie viel Künstlerin steckt in dir?

Ich glaube, ich hab ein wenig Talent geerbt. Aber das reicht mir. Meine Eltern machen Kunst, ich spiele. Ich zeichne zwar auch gerne, aber mir reicht der Kontakt zu Papier und Leinwand nicht. Ich brauche einen Menschen gegenüber.

Hängt bei dir zu Hause eigentlich richtige Kunst?

Ich habe ein sehr, sehr großes Bild.

Was ist da drauf?

Das ist abstrakt. Da sieht jeder was anderes drin.

Und sonst?

Ich hab’s zu Hause gerne richtig leer (lacht). Ruhe und Leere. An kleinen Sachen sehe ich mich auch sehr schnell satt. Kunst braucht ihren Raum, man muss den nötigen Platz für sie haben.

Vor allem die notorisch großformatigen Gerhard Richters …

Die brauchen 150 Quadratmeter ohne alles!

Hast du einen Lieblingskünstler?

Dazu kenne ich mich, ehrlich gesagt, zu wenig aus. Aber wen ich ganz toll finde, ist Jonas Burgert.

Sueño 04.10.2018 ˙ Art: "Hitting Every Head / Golpeando Todas Las Cabezas" 2009, - #JonasBurgert ˙ Título: Sobre los sueños tercera parte. ˙ Cuando te das cuenta de algo en un sueño es como cuando sueñas por primera vez en otro idioma. Indica una etapa importante en el proceso de interiorización de algo, pero es más un principio de una nueva etapa que el logro de algo cerrado. Anoche me di cuenta que el delirio de los nacionalismos va a ser considerado en nuestra historia como una época absolutamente estúpida, nuestro siglo de naciones y límites de tierra según privilegios nacionales va a ser considerada en algún momento como el momento de mayor escisión de la humanidad, tan rígida es nuestra psicótica necesidad por las fronteras que hemos hecho cada vez más delirantes las fronteras interpersonales, haciendo de nuestras coroporalidades pequeñas naciones de las cuáles disponemos a quién darle permiso de acceso sin que tenga nada que ver con cuidado, con ética vincular, ni nada, como hacemos con las naciones, que por un lado nos sentimos en calma si somos nosotrxs quienes las explotamos, y si el río empieza de mi lado lo puedo contaminar porque es mío, sin importar dónde terminé, y además ejercemos una habilitación arbitraria sobre quién entra, quién sale y quién se puede quedar, una habilitación basada en ficciones, y siempre puede pasar quien detente algún privilegio, y de mala gana pasan a quienes podamos sacarle algún provecho. De vuelta, esa analogía la aplicamos a nuestras corporalidades, nos tratamos creyéndonos el cuento de las naciones. Me genera tristeza ese sueño que tuve, pero es una tristeza cargada de alivio. ˙más sueños en magicaspalabras.com

Und Gerhard Richter: Hattest du den vorher auf dem Radar?

Klar. Wenn man sich überhaupt nicht für Kunst interessiert, sagt einem der Name vielleicht nichts ...

Florian Henckel von Donnersmarck hat in einem Interview erzählt, dass seine Begeisterung für Kunst begann, als er neun Jahre alt war. Seine Mutter hatte ihn in die Ausstellung „Zeitgeist“ im Berliner Gropius-Bau mitgenommen. Im Film, bei Kurt Barnert, ist es ähnlich: Als Junge begleitet er seine Tante in die Ausstellung „Entartete Kunst“. Gab es bei dir, was das Schauspiel angeht, einen ähnlichen Moment, wo es Klick gemacht hat?

Ja, aber damals war mir das nicht so bewusst. Mit acht war ich zum ersten Mal auf einer Theaterbühne und hatte wahnsinnigen Respekt davor. Ich dachte mir: Ah! Ich will da nicht raus! Und dann stand ich auf der Bühne und fühlte mich plötzlich ganz anders. Weil ich merkte, dass es um die Geschichte geht, nicht um mich – um die Figur in der Geschichte.

Hast du in diesem Augenblick – um einen Schlüsselbegriff des Films zu bemühen – deine „Weltenformel“ gefunden?

„Weltenformel“ würde ich das nicht nennen. Aber ich habe in jenem Augenblick auf jeden Fall etwas gespürt, was ich davor noch nie gespürt hatte. Und was dann langsam in mir reifte und vier Jahre später dazu führte, dass ich etwas mit Theater machen wollte.

Hast du jetzt, nach dem Film, trotzdem mal Lust, den echten Gerhard Richter zu treffen?

Die hatte ich schon vorher. Aber ich muss jetzt nicht bei ihm anrufen und sagen: Hey, ich hab jetzt in dem Film mitgespielt, lass mal auf ’nen Kaffee treffen! Eher so wie, wenn man ein Lied von den Rolling Stones hört und denkt: Boah, mit denen könnte ich mal zusammensitzen. Aber das heißt ja nicht, dass man das machen muss.

Worin unterscheidet sich die Liebe zu einem Künstler von der Liebe zu einem Normalsterblichen?

Das weiß ich nicht.

Okay, dann frage ich anders: Was würdest du jemandem raten, der sich in einen Künstler verliebt?

Als Elli: machen lassen. Bei den beiden hat es viel mit Akzeptanz zu tun.

Tom Schilling und Paula Beer in „Werk ohne Autor“ Foto: ©Disney / Promo

Quelle: Noizz.de