"Jungs, wir leben im Jahr 2019!"

Die TV-Senundg "Höhle der Löwen" auf Vox ist ein echter Quotengarant. Woche für Woche kann die Start-up-Investor-Sendung jeden Dienstag die höchsten EInschaltquoten für sich verbuchen. Wer nicht weiß, worum es geht: In der deutschen Version des britischen Originals "Dragon's Den" urteilen seit 2014 die potentiellen Investoren Frank Thelen, Carsten Maschmeyer, Ralf Dümmel, Dagmar Whörl, Judith Williams, Georg Kofler und Nils Glagau darüber, ob ein cooles Start-up von ihnen Geld bekommt oder nicht.

In der gestern ausgestrahlten Folge kam es dabei zu einem kleinen Start-up Shitstorm, im wahrsten Sinne des Wortes. Der zwang sogar den sonst so wortkargen und nerdigen Online-Spezialisten Frank Thelen dazu, zum Feministen zu werden.

Alle Löwen zeigten sich empört. Foto: MG RTL D / Frank W. Hempel

Mit dem "Camping Butler" wollten die beiden Gründer Dr. Simon Freutel und Ralf Winkelmann aus Düsseldorf ein eklatantes Problem für jeden Camper lösen. Mit einen Vollautomaten zur Reinigung von Camping-Toiletten-Kassetten sollte nie wieder selber jemand die Scheiße anpacken. Sie erhoffen sich ein Investment von 200.000 Euro für 10 Prozent der Anteile an ihrem Unternehmen.

Die Idee fanden die "Löwen" eigentlich auch ganz gut. Investieren wollten sie aber nicht. Nicht nur, weil sie die Zahlen des Camping-Urlauber-Marktes nicht parat hatten, sondern auch, weil die potentiellen Investoren sehr schnell ein Urteil fällten: Ihr "Camping Butler" setze auf sexistische Werbung.

Woher dieser Vorwurf?

Auf einer Seite des Automaten war eine Frau zu sehen, die in einem figurbetonten schwarzen Kleid und in Pumps eine Camping-Toiletten-Kassette wie eine Butlerin präsentierte. Auf der anderen Seite lugte ein Mann in klischeehaftem Butlerdress über ein Tablett.

Das alte Design des "Camping Butlers" Foto: MG RTL D / Frank W. Hempel

Das sorgte für Empörung bei den Löwen. "Euer Design mit einer attraktiven blonden Frau in einem attraktiven, engen, schwarzen Kleid – das ist 80er. Bitte lasst das sein. Ich glaube, da sind wir drüber hinweg, dass blonde Frauen in engen schwarzen Kleidern sowas machen", war das Urteil von, sonst nicht so für seine feministischen Äußerungen bekanntem, Frank Thelen.

Klar, da ist schon etwas dran. Andererseits wurde die Frau jetzt auch nicht krass objektiviert und es war auch ein Mann Teil des Corporate Designs. Altbacken war es allemal. Und immerhin auch gut, dass die Start-up-Szene sich Gedanken über Sexismus in Werbung macht.

Mittlerweile haben die beiden Gründer ihr Design überarbeitet und ein geschlechtsneutrales Piktogramm im Stile eines Butlers zum FIrmenlogo gemacht:

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Quelle: Noizz.de