Wir überprüfen die Behauptung des Rappers.

Am Wochenende ging es los mit Kollegahs Livestream-Projekt, das er zusammen mit Youtuber Mois gestartet hat: „Boss und Baron“. Nachdem die beiden fertig gezockt hatten, ging es natürlich um Zahlen. Und die schien man vorweisen zu können. Nichts geringeres als einen neuen Rekord wollte man auf Twitch aufgestellt haben. So heißt es jedenfalls in einem Post auf Instagram.

[Mehr dazu: Hier schmeißt Kollegah seinen Echo vom Dach]

Dort schreibt Kollegah: „Da zockste ne gemütliche Runde mit dem Baron und stellst erstmal einen Twitch-Livestream-Rekord auf nebenbei, ja was denn sonst. Gruß und danke an unsere Ehrencommunity, über 15.000 stabile Zuschauer.

Doch darunter Verwirrung. Ein Rekord, okay. Aber was für einen denn jetzt genau? In den Kommentaren gehen die Meinungen auseinander. Die einen meinen, den Boss bei einer dreisten Lüge erwischt zu haben – die anderen würden es nie wagen, sein Wort in Frage zu stellen.

Kein Rekord in Sicht

Und was ist es jetzt? Wir sind nach dem Ausschlußverfahren vorgangen, um dem Rätsel um Kolles Twitch-Rekord auf den Grund zu gehen.

Der Grund für die Verwirrung ist die Angabe der Zuschauer: 15.000. Das ist für Twitch-Verhältnisse nicht wirklich viel, auch nicht für einen deutschen Kanal. Entweder wird der Boss damit die Zuschauerzahl gemeint haben – oder den Zuschauer-Peak. Doch in beiden Fällen wird er schnell deklassiert.

Schaut man sich bei sullygnome.com, eine Seite für Twitch-Statistiken, allein die deutschen Streams der letzten sieben Tage an, sieht man: Auf Platz 1 ist Kolle selbst innerhalb der letzten Woche nicht. Dort hat es sich „Trymacs“ bequem gemacht mit einer Peak-Zuschauerzahl von über 33.000 und einer durschnittlichen Zuschauerschaft von über 11.000. „Boss und Baron“ liegt auf Platz 5.

Das sind die Zahlen der fünf erfolgreichsten, deutschen Twitch-Kanäle der letzten sieben Tage
Foto: / Screenshot

Was außerdem auffällt: Die „15.000 stabilen Zuschauer“ können wir auch nicht so recht ausmachen. Sullygnome gibt als Peak lediglich 11.985 an. Dazu muss man sagen: Dabei handelt es sich um eine externe Seite – die genauesten Zahlen hat immer noch Twitch selbst. Dennoch: Der Unterschied ist beträchtlich.

Und worin liegt nun dieser Rekord? Nun, wahrscheinlich hat sich der Boss eine sehr spezifische Kategorie ausgesucht: Die Peak-Zuschauerschaft im ersten Stream eines deutschen Kanals. Denn auf internationaler Ebene ist dieser Rekord komplett außer Reichweite. Als der Streamer „tyler1“ nach einem zweijährigen Bann wieder auf Twitch live ging, schauten ihm zu Spitzenzeiten über 300.000 beim Zocken zu!

Und hat er wenigsten den deutschen Rekord? Wir müssen zugeben: Wir wissen es nicht genau. Twitch selbst gibt solche Rankings nicht raus und auch bei sullygnome.com oder der Alternative twitchtracker.com kann man nicht so präzise filtern. Allerdings fragen wir daher auch, woher Kollegah so genau weiß, dass er Rekordhalter ist…

Wir gratulieren jedenfalls zu einem Zuschauer-Peak von 11.985 im ersten Stream!

Quelle: Noizz.de