Cardi B gewinnt Grammy – als erste Solo-Rapperin

Genna-Luisa Thiele

Popkultur, Psycho
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Cardi B strippt, singt und rappt wieder bei den Grammys 2019 Foto: Instagram / Cardi B

Das hat vor ihr noch keine geschafft!

UPDATE: Cardi B räumte mit ihrem Debüt-Album „Invasion of Privacy“ den Preis in der Kategprie „Bestes Rap Album“ ab. 1997 gewann R&B-Ikone Lauryn Hill zwar in derselben Kategorie, allerdings als Front-Sängerin der dreiköpfigen Rap-Gruppe Fugees. Damit ist Cardi B die erste Solo-Rapperin, die als erste Frau in dieser Kategorie den Grammy gewinnt!

Die Rapperin war in sieben Kategorien nominiert, darunter Bester Song („I Like It“), Bestes Album und Bestes Rap-Album. Rap-Kollege Childish Gambino schrieb Geschichte: Er gewann als erster Rapper den Grammy in der Prestige-Kategorie „Bester Song“.

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Der Rapper nahm die Auszeichnung aus Protest jedoch nicht persönlich entgegen. Rap, R&B und Hip-Hop waren bei den Grammys 2019 zwar vielfach nominiert. Aber die Rapper hatten trotzdem keine Lust, der aus vielerlei Sicht veralteten Gala beizuwohnen.

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Drake, Kendrick Lamar, Cardi B. und mehr: So dominiert Hip-Hop die Grammys 2019

Rap und R&B sind nicht mehr zu stoppen – sogar bei der Traditions-bewussten Musik-Verleihung.

Endlich wird der Hip-Hop auch international und so offiziell wie es nur irgendwie geht anerkannt. Als die musikalische Ausnahme-Erscheinung, die er nun schon seit Jahrzehnten in Amerika und auf der ganzen Welt ist! Jahrelang hatten Rapper wie Eminem (44 Nominierungen, 15 Siege) und Jay-Z (77 Nominierungen, 21 Siege) die Gala-Veranstaltung gehatet, da sie zwar etliche Male nominiert wurden, aber am Ende selten ausgezeichnet. Zuletzt disste Eminem mit Newcomer Lucas Joyner in dem Track „Lucky You“ die Award-Gala.

Jay-Z spittete auch gegen die Grammys zusammen mit Wifey Beyoncé aka The Carters in dem Song „APESH*T“.

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Ironie: Eminems „Lucky You“ ist 2019 bei den Grammys wieder in der Kategorie „Bester Rap-Song“ nominiert – und „The Carters“ mehrfach

Doch die Auszeichnungen gingen für lange Zeit vor allem an Pop-, Klassik- und Indie- oder Rock-Künstler und Bands, nicht aber an Rap, Hip-Hop, R&B, oder, geschweige denn, Cloud-Rap, Trap und Reggae oder Dancehall-Interpreten.

Damit ist jetzt endgültig Schluss, piano, Ende.

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Das beweisen die diesjährigen Nominierungen der Grammys 2019

Kendrick Lamar führt die Liste mit acht (!) Nominierungen, direkt dahinter folgt Drake (sieben), beide rappen und feuern dazwischen Dancehall-Beats und säuseln mit ihren Soul-Stimmen. Aber auch Newcomer aus diesen Genres haben plötzlich eine Chance auf die immerhin noch hoch angesehene Auszeichnung: allen voran die R&B-Super-Stimme H.E.R. mit insgesamt fünf Nominierungen seit 2018, sowie Kacey Musgraves (ein Mix aus Soul und Country) mit neun Chancen seit 2018 auf einen Gewinn.

Auf dem Vormarsch ist auch Jorja Smith – nominiert als „Best New Artist“. Eine wichtige Kategorie, wo doch , wer hier gewinnt, die kommenden Jahre der Chart-Segen garantiert ist.

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Auch unsere mit liebste LGBTQ-Ikone Janelle Monáe ist mit ihrer smoothen, sexy Stimme am Start. Für ihr gefeiertes und gelobtes Album „Dirty Computer“ kann sie auf den Award in der Kategorie „Best Album of the Year“ hoffen.

Interessant: Taylor Swift, die das vergangene Jahr 2018 mal eben still und halb heimlich die Musikbranche für den Nachwuchs revolutioniert hat, wurde nur in einer (!) Kategorie nominiert, nämlich „Best Vocal Album“ für „Reputation“.

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Die Netflix-Doku gab's übrigens passend dazu auch gleich auf dem Streaming-Dienst:

Das läutet dann wohl offiziell das Ende der Pop-Ära ein, was die generell künstlich generierte Anerkennung betrifft. Vor Jahren noch undenkbar, Tay Tay reagierte quasi die Grammys eine gefühlte Epoche lang – als zehnfache (!) Grammy-Gewinnerin.

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Man denke auch nur an die vielen Nominierungen für Pop-Prinzessinnen wie Tay Tay, aber auch Britney Spears (acht Nominierungen, ein Sieg), P!nk (20 Nominierungen, drei Siege) und Christina Aguilera (20 Nominierungen, fünf Siege) oder Pop-Prinzen wie Justin Timberlake (39 Nominierungen, zehn Siege) oder Ed Sheeran (13 Nominierungen, vier Siege).

Einen Hip-Hop-Loser gibt es aber bei den Grammys 2019: Kanye West

Tja, wer lieber mit US-Proll-Präsident Donald Trump kuschelt und das Release-Datum für sein neues Album „Yandhi“ unzählige Mal verschiebt – zuletzt auf unbestimmte Zeit – kann halt nicht gewinnen. Deshalb ist der Rapper und Rüpel dieses Jahr auch nur einmal nominiert, und zwar in der eher untypischen Kategorie „Producer of the Year, Non-Classical“. Vielleicht, weil er ganz offen mit der Porno-Seite Pornhub in die Kiste gestiegen ist – wie ihr hier in eurem Schlafzimmernachlesen könnt.

In der Nacht vom 10. Februar 2019 findet die Grammy-Verleihung der Musik-Awards statt

Wer gewinnt in welcher Kategorie? Noch ist das nicht entschieden, aber mutmaßen könnt ihr ja: Wer sind eure Favoriten? Ein Tipp: Checkt doch mal, wer 2018 in der Branche so abgeräumt hat …

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Wer hätte es mindestens verdient? Cardi B. wurde mit ihrer Nominierung übrigens fies gespoilert. Unsere NOIZZ-Playlist auf Spotify hat richtig viele der Nominees am stizzle.

Und die Grammy-Jury muss sich überlegen, wie sie mit posthum erfolgreicher Musik umgeht – XXXTentacion, Lil Xan, Mac Miller …

Hier folgen alle Nominierungen:

Album of the Year

Invasion of Privacy, Cardi B

By the Way I Forgive You, Brandi Carlile

Scorpion, Drake

H.E.R., H.E.R.

Beerbongs & Bentleys, Post Malone

Dirty Computer, Janelle Monae

Golden Hour, Kacey Musgraves

Black Panther The Album, Various Artists

Song of the Year

„All the Stars“

„Boo’d Up“

„God’s Plan“

„In My Blood“

„The Joke“

„The Middle“

„Shallow“

„This Is America“

Best R&B Album

Sex & Cigarettes, Toni Braxton

Good Thing, Leon Bridges

Honestly, Lalah Hathaway

H.E.R., H.E.R.

Gumbo Unplugged Live, PJ Morton

Best Country Album

Unapologetically, Kelsea Ballerini

Port Saint Joe, Brothers Osborne

Girl Going Nowhere, Ashley McBryde

Golden Hour, Kacey Musgraves

From a Room: Volume 2, Chris Stapleton

Record of the Year

„I Like It,” Cardi B

„The Joke,” Brandi

„This Is America,” Childish Gambino

„God’s Plan,” Drake

„Shallow,” Lady Gaga and Bradley Cooper

“All the Stars,” Kendrick Lamar and SZA

“Rock Star,” Post Malone ft. 21 Savage

“The Middle,” Zedd, Maren Morris, Grey

Best New Artist

Chloe x Halle

Luke Combs

Jorja Smith

Dua Lipa

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Bebe Rexha

Greta Van Flet

Margo Price

H.E.R.

Best Pop Solo Performance

„Colors,” Beck

„Havana” (Live), Camila Cabello

„God Is a Woman,” Ariana Grande

„Joanne (Where Do You Think You’re Goin’?)” Lady Gaga

“Better Now,” Post Malone

Best Pop Duo/Group Performance

Christina Aguilera and Demi Lovato, „Fall In Line”

Backstreet Boys, „Don’t Go Breaking My Heart”

Lady Gaga and Bradley Cooper, „Shallow”

Maroon 5 and Cardi B, „Girls Like You”

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Justin Timberlake and Chris Stapleton, „Say Something”

Zedd, Maren Morris, and Grey, „The Middle”

Best Pop Vocal Album

Camila, Camila Cabello

Meaning of Life, Kelly Clarkson

Sweetener, Ariana Grande

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Shawn Mendes, Shawn Mendes

Beautiful Trauma, Pink

Reputation, Taylor Swift

Best Traditional Pop Vocal Album

Love Is Here to Stay, Tony Bennett & Diana Krall

My Way, Willie Nelson

Nat “King” Cole & Me, Gregory Porter

Standards (Deluxe), Seal

The Music… The Mem’ries… The Magic! Barbra Streisand

Best Rap Performance

Cardi B, „Be Careful”

Drake, „Nice for What”

Kendrick Lamar, Jay Rock, Future, & James Blake, “King’s Dead”

Anderson .Paak, “Bubblin”

Travis Scott, Drake, Big Hawk, & Swae Lee, „Sicko Mode”

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Best Rap/Sung Collaboration

Christina Aguilera ft. Goldlink, „Like I Do”

6LACK ft. J. Cole, „Pretty Little Fears”

Childish Gambino, „This Is America”

Kendrick Lamar & SZA, „All the Stars”

Post Malone ft. 21 Savage, „Rockstar”

Best Rap Song

Drake, „God’s Plan”

Kendrick Lamar, Jay Rock, Future, & James Blake, „King’s Dead”

Eminem, „Lucky You”

Travis Scott, Drake, Big Hawk, & Swae Lee, „Sicko Mode”

Jay Rock ft. Kendrick Lamar, „Win”

Best Rap Album

Invasion of Privacy, Cardi B

Swimming, Mac Miller

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Victory Lap, Nipsey Hussle

Daytona, Pusha-T

Astroworld, Travis Scott

Best Rock Performance

Arctic Monkeys, „Four Out of Five”

Chris Cornell, „When Bad Does Good”

THE FEVER 333, „Made An America”

Greta Van Fleet, „Highway Tune”

Halestorm, „Uncomfortable”

Best Metal Performance

Between the Buried and Me, „Condemned to the Gallows”

Deafheaven, „Honeycomb”

High on Fire, „Electric Messiah”

Trivium, „Betrayer”

Underoath, „On My Teeth”

Best Rock Song

Greta Van Fleet, „Black Smoke Rising”

Twenty One Pilots, „Jumpsuit”

Bring Me the Horizon, „MANTRA”

St. Vincent, „Masseduction”

Ghost, „Rats”

Best Rock Album

Alice in Chains, Rainier Fog

Fall Out Boy, M A N I A

Ghost, Prequelle

Greta Van Fleet, From the Fires

Weezer, Pacific Daydream

Best Alternative Music Album

Arctic Monkeys, Tranquility Base Hotel & Casino

Beck, Colors

Björk, Utopia

David Byrne, American Utopia

St. Vincent, Masseduction

Best R&B Performance

Toni Braxton, „Long As I Live”

The Carters, „Summer”

Lalah Hathaway, „Y O Y”

H.E.R., „Best Part [ft. Daniel Caesar]”

PJ Morton, „First Began”

Best Traditional R&B Performance

Leon Bridges, „Bet Ain’t Worth the Hand”

Betty LaVette, “Don’t Fall Apart on Me Tonight”

MAJOR., “Honest”

PJ Morton, “How Deep Is Your Love [ft. Yebba]”

Charlie Wilson, “Made for Love [ft. Lalah Hathaway]”

Best R&B Song

Ella Mai, „Boo’d Up”

Miguel, „Come Through and Chill” [ft. J. Cole and Salaam Remi]

Childish Gambino, „Feels Like Summer”

H.E.R., „Focus”

Toni Braxton, „Long As I Live”

Best Urban Contemporary Album

The Carters, Everything Is Love

Chloe x Halle, The Kids Are Alright

Chris Dave and the Drumhedz, Chris Dave and the Drumhedz

Miguel, War & Leisure

Meshell Ndegeocello, Ventriloquism

Best Dance Recording

Above & Beyond, „Northern Soul” [ft. Richard Bedford]

Disclosure, „Ultimatum” [ft. Fatoumata Diawara]

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Fisher, „Losing It”

Silk City & Dua Lipa, „Electricity” [ft. Diplo and Mark Ronson]

Virtual Self, „Ghost Voices”

Best Dance/Electronic Album

Jon Hopkins, Singularity

Justice, Woman

Sofi Tukker, Treehouse

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SOPHIE, Oil of Every Pearl’s Un-Insides

TOKiMONSTA, Lune Rouge

Best Comedy Album

Patton Oswalt, Annihilation

Dave Chappelle, Equanimity & the Bird Revelation

Jim Gaffigan, Noble Ape

Fred Armisen, Standup for Drummers

Chris Rock, Tamborine

Best Remixed Recording

Labrinth, Sia & Diplo present LSD, „Audio (CID Remix Official Dance Remix)”

Charlie Puth, „How Long (EDX’s Dubai Skyline Remix)”

Gabriel & Dresden feat. Sub Teal, „Only Road (Cosmic Gate Remix)”

Kygo, Justin Jesso, „Stargazing [ft. Justin Jesso] (Kaskade Remix)”

HAIM, „Walking Away (Mura Masa remix)”

Best Compilation Soundtrack for Visual Media

Call Me By Your Name

Deadpool 2 

The Greatest Showman

Lady Bird

Stranger Things

Best Score Soundtrack for Visual Media

Ludwig Göransson, Black Panther

Benjamin Wallfisch & Hans Zimmer, Blade Runner 2049

Michael Giacchino, Coco

Alexandre Desplat, The Shape of Water

John Williams, Star Wars: The Last Jedi

Best Song Written for Visual Media

Kendrick Lamar & SZA, „All the Stars”

Sufjan Stevens, „Mystery of Love”

Miguel, „Remember Me [ft. Natalia Lafourcade]”

Lady Gaga & Bradley Cooper, „Shallow”

Keala Settle & the Greatest Showman Ensemble, „This Is Me”

Best Recording Package

Mitski, Be the Cowboy

BTS, Love Yourself: Tear

St. Vincent, Masseduction

The Chairman, The Offering

Foxhole, Well Kept Thing

Best Boxed or Special Limited Edition Package

Guns N’ Roses - Appetite for Destruction (Locked N’ Loaded) The Decemberists, I’ll be Your Girl

Grateful Dead - Pacific Northwest ‘73-74’: The Complete Recordings

“Weird” Al Yankovic, Squeeze Box: The Complete Works Of “Weird Al” Yankovic

Sarah Dodds and Shauna Dodds, Too Many Bad Habits

Producer of the Year, Non-Classical

Boi-1da

Larry Klein

Linda Perry

Kanye West

Pharrell Williams

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Best Music Video

The Carters, „Apeshit”

Childish Gambino, „This Is America”

Joyner Lucas, „I’m Not Racist”

Janelle Monáe, „PYNk”

Tierra Whack, „MUMBO JUMBO”

Best Music Film

Eric Clapton: Life in 12 Bars

Whitney

Quincy

Itzhak

Elvis Presley: The King

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Quelle: Noizz.de