Ein Gespräch über Monster-Gebrüll, "Stranger Things"-Spoiler und Umweltschutz am Filmset.

Michael Dougherty ist der Monster-Mann der Stunde. Er hat dafür gesorgt, dass die Riesen-Echse Godzilla wieder einmal bildgewaltig über die Leinwand flimmert und mit seinem Atom-Atem den Atem der Zuschauer stocken lässt. Seit 30. Mai 2019 läuft "Godzilla 2: King of the Monsters" im Kino. Eine der mutigen Hauptrollen: Millie Bobby Brown als Forscher-Tochter Madison. Die 15-jährige Schauspielerin begeisterte bisher als Elfi in der Netflix-Serie "Stranger Things", wo sie unter anderem auch gegen ein Schattenmonster kämpft.

>> Die "Godzilla 2"-Stars Millie Bobby Brown und O' Shea Jackson Jr. im NOIZZ-Interview

Wir haben den Regisseur im Corinthia Luxus-Hotel in London getroffen und ihm 8 Fragen zum Blockbuster gestellt.

1. Mister Dougherty, wie sind Sie mit dem Druck umgegangen, den einzigen "Godzilla" wieder zum Leben zu erwecken?

Michael Dougherty: Ich habe definitiv auf viele verschiedene Arten gelernt, mit dem Druck umzugehen. Meistens direkt mit meiner Arbeit. Wenn es eine Herausforderung oder ein Problem gab, habe ich mich wirklich auf meine Crew verlassen und konnte darauf vertrauen, dass wir mit unseren gemeinsamen Bemühungen den Druck aushalten und die Herausforderungen überwinden.

2. Was waren einige der Herausforderungen beim Dreh von "Godzilla 2"?

Dougherty: Oh Gott, so viele! Es gab so viele verschiedene Orte, an denen wir waren, dann gab es Blue Screen und Green Screen, Explosionen, echte Effekte und digitale Effekte. Die größte Herausforderung war schon, im Voraus zu wissen, was nicht da ist.

Wenn du mit einem Schauspieler vor dem Blue Screen oder Green Screen drehst, musst du deine Vorstellungskraft einsetzen, um diese Lücken zu füllen. Dann muss man wissen, wie man kommuniziert, damit nicht nur der Cast, sondern auch die Crew auf einer Wellenlänge sind, und wirklich versuchen, sich vorzustellen, was nicht da ist, aber trotzdem so zu tun, als ob es da wäre ...

3. Mit welchen Ratschlägen und Tricks haben Sie Cast und Crew in die richtige mystische Stimmung gebracht?

Dougherty: Ich habe das Gebrüll der Monster am Set gespielt, um Herzrasen auszulösen und damit sie große Augen kriegen. Ich habe ihnen Storyboards gezeichnet, ihnen frühere Animationen gezeigt, das Design der Kreaturen, alles, was ihnen helfen könnte, sich das besser vorzustellen. Es gab auch Wind, Regen und Feuer vor der Kamera, damit sich die Schauspieler wirklich in dem Moment fühlen, obwohl das eigentlich auch digitale Effekte hätten regeln können.

4. Was machte Millie Bobby Brown zur perfekten Madison für den Film?

Dougherty: Ich habe Millie Bobby Brown in "Stranger Things" geliebt. Es war eine ikonische und herausragende Leistung, und es war daher einfach naheliegend, dass sie perfekt passen würde. Die Charaktere sehen sich ähnlich, beide sind so jung, aber auch so stark und fähig.

5. Und hast du versucht, ein paar "Stranger Things"-Spoiler aus ihr rauszuholen?

Dougherty: Nein, nein. Als Fan der Serie bin ich wie alle anderen Fans auch, ich mag keine Spoiler. Ich mag es wirklich, überrumpelt und überrascht zu werden.

6. Warum sollte jemand, der bislang nichts mit Godzilla anfangen konnte, trotzdem ins Kino gehen und sich Ihren Film anschauen?

Dougherty: Weil es Spaß macht und man eine gute Zeit hat. Selbst wenn du kein Godzilla-Fan bist, selbst wenn du hauptsächlich Marvel- und DC-Superhelden-Fan bist, denke ich, dass Godzilla einfach legendär ist. Es gibt offensichtlich viel Action, aber die ist anders als in traditionellen Superhelden-Filmen. Abgesehen davon lohnt sich der Film auch für die besondere Botschaft, die Godzilla uns über unsere Verbundenheit mit der Natur mitteilt.

7. Haben Sie versucht, am Set auf besondere Weise auf die Natur und die Umwelt zu achten?

Dougherty: Ja, ehrlich gesagt, haben die Produzenten wirklich versucht, die Auswirkungen des Films auf die Umwelt zu reduzieren, zum Beispiel mit biologisch abbaubaren Teller, Gabeln und Strohhalmen beim Catering. Der Cast hat die Message des Film genauso empfunden, also haben wir gemeinsam getan, was wir konnten.

8. Glauben Sie, das Publikum wird diese Botschaft begreifen und danach handeln?

Dougherty: Das liegt ganz bei ihm. Die Botschaft ist ja klar. Wenn es sich lieber nur die Monsterkämpfe ansieht, ist das in Ordnung. Das habe ich als Kind auch getan. Ich denke, wenn man gewillt ist, tiefgründiger darüber nachzudenken, und wenn man sich Zeit nimmt und auf die Charaktere einlässt, ist die Erfahrung noch viel besser.

  • Quelle:
  • Noizz.de