Was Passagiere alles mit ins Flugzeug nehmen wollen ...

Im Fundbüro des Frankfurter Flughafens landen jedes Jahr 22 000 Gegenstände, die Passagiere vergessen, verloren oder verbotenerweise im Gepäck transportiert haben. Neben den üblichen Verlusten, wie Jacken und Westen stapeln sich hier alle möglichen Kuriositäten.

Manche Passagiere füllen ihre Koffer bis zum Rand mit Äpfeln, andere möchten unbedingt ihr Werkzeug mit in den Urlaub nehmen. „Unser Klassiker sind die Kettensägen“, erklärt Rike Krüger, stellvertretende Leiterin des Büros. „Besonders im Sommer haben wir viele da.“

Warum Menschen mit einer Kettensäge in den Urlaub fliegen wollen? Man sollte wohl eher fragen: „Warum nicht?“, denn im Fundbüro gibt es so ziemlich nichts, was es nicht gibt.

Rike Krüger zeigt auf einen zusammengeklappten Rollstuhl: „Manche Gäste lernen bei uns anscheinend wieder Laufen.“ Auch Rolex-Uhren, Porsche-Autoschlüssel und große Summen Bargeld landen in den Regalen des Büros. Was man eben so vergisst…

Auch immer mit dabei: Smartphones und alte Tastenhandys. „Als vor einigen Jahren das iPhone 5 rauskam, hatten wir das Modell noch vor dem offiziellen deutschen Verkaufsstart hier“, sagt Krüger. Vermutlich hatte ein amerikanischer Passagier das Gerät am Flughafen verloren.

Wer etwas vermisst, hat drei Monate Zeit, um sich im Fundbüro zu melden. Sind identifizierbare Gegenstände im Koffer, meldet sich das Fundbüro auch direkt beim Eigentümer. Nach Ablauf der Frist werden persönliche Objekte und Daten vernichtet. „Einmal wurde bei uns ein Hochzeitsalbum abgegeben“, erinnert sich Krüger, „da blutet einem das Herz, wenn man das entsorgen muss.“

Was nach drei Monaten noch herumliegt, geht an ein Auktionshaus in Darmstadt. Dort finden die Sachen bei Versteigerungen einen neuen Besitzer. „Es gibt nichts, was nicht unter dem Hammer weggeht“, sagt Birgit Wendt, Inhaberin des Unternehmens.

Technische Gegenstände sind bei den Aktionen aber nicht so der Renner. „Viele Produkte sind sicherheitsgesperrt, so dass sie nur noch als Ersatzteillager dienen“, sagt Wendt. Viel beliebter sind Designerstücke. Hier wittern Schnäppchenjäger ihre große Chance.

Einmal sei Wendt extra für einen Louis Vuitton Rucksack in die Frankfurter Innenstadt gefahren, um den Preis abzugleichen, erzählt sie. „Unfassbar, dass so ein kleiner Rucksack 1800 Euro kostet“.

Teure Funde bleiben aber eher zurück, als wertlose. Denn für den ideellen Wert, sind viele Passagiere auch mal bereit, tiefer in die Tasche zu greifen. So machten sich schon viele Kuscheltiere mit der Post auf die Reise, um zu ihren Besitzern zurückzukehren.

Der kleine Affe wurde vergessen, wird jetzt in die USA geschickt Foto: Arne Dedert / dpa

[Text: Zusammen mit dpa]

Quelle: Noizz.de