Für etwas muss das Internet ja gut sein.

Mit YouTube-Tutorials ist es ja immer so eine Sache. Mal ist ein Lernvideo wirklich konstruktiv und man schafft es etwa mit ein paar hilfreichen Tricks, den Wasserkocher zu reparieren. Aber manchmal erzählt Mister oder Miss ich-weiß-alles einfach nur Blödsinn und statt leckeren „total einfachen“ Bonbons kommt ekelhafte klebrige Paste raus.

Im Fall von Tia Freeman stellten sich einige Internet-Videos als Retter in der Not heraus. Die US-Amerikanerin gebar mithilfe eines Tutorials ihren Sohn komplett alleine.

Wie kam es dazu?

Die 22-Jährige erfuhr erst recht spät, dass sie schwanger war und wollte nicht auf ihren Urlaub in Deutschland verzichten. Grundsätzlich ist schwanger fliegen ungefährlich, doch das Risiko, dass die Wehen einsetzen, kann steigen – insbesondere nach der 37. Schwangerschaftswoche.

Genau das geschah bei Tia Freeman. Kurz vor der Landung in der Türkei, wo sie einen Zwischenaufhalt gebucht hatte, bekam die junge Frau höllische Bauchschmerzen, doch Tia dachte, dass es eine Lebensmittelvergiftung sein muss. Einige Zeit später, angekommen im Hotel, verstand die 22-Jährige, dass ihr Kind bald zur Welt kommen würde.

Bitte nicht nachmachen!

Da sie sich in einem fremden Land ohne jegliche Kenntnisse über Notfallnummern befand, vertraute Tia lieber dem Internet. Also durchforstete die Amerikanerin einige „Wie bringt man ein Baby zur Welt“-Videos und entschied sich für eine Geburt in der Badewanne. Diese fand auch schon nach kurzer Zeit statt, laut eigenen Aussagen musste die werdende Mutter nur fünf bis sechs Male pressen – und schon war ihr Sohn Xavier auf der Welt.

Anschließend schaute Freeman noch ein paar Clips an, wie man sich selbst die Plazenta entfernt und durchschnitt mit ein paar spontanen Hilfswerkzeugen die Nabelschnur. Dann stillte sie ihr neugeborenes Baby und schlief ein.

Auf diesem Twitter-Feed erzählt Tia Freeman es übrigens ganz humoristisch selbst:

Erst am Flughafen wurden die beiden medizinisch untersucht und Xavier erhielt von den örtlichen US-Behörden eine Geburtsurkunde und Staatsbürgerschaft.

Die türkischen Medien bekamen Wind von der Geschichte und feierten die junge Mutter. Freeman erzählte, wie Passanten auf der Straße Selfies mit ihr machen wollten und ältere türkische Frauen sie beim Stillen berichtigen wollten.

Obwohl die 22-Jährige direkt weiterfliegen wollte, musste sie ihren Aufenthalt nach ärztlichem Rat um zwei Wochen verlängern – statt Deutschland-Urlaub eben Türkei-Urlaub. Die Airline, mit der Tia ursprünglich fliegen wollte, zahlte das längere Layover inklusive Hotel und Flugticket.

Quelle: Noizz.de