Damit auch euer Party-Revival richtig gut wird.

Früher waren wie jedes Wochenende feiern, immer alle zusammen, immer im gleichen Club. Der Samstagabend gehörte uns. Heute sind wir Mitte 20, leben überall in Deutschland verteilt, und wenn wir uns sehen, treffen wir uns im Café und trinken Weinschorle.

Damit ist jetzt Schluss! Wir haben unsere Jugend wieder aufleben lassen und alles wirklich genauso wie 2011 gemacht. Inklusive peinlicher Musik. Und ekligem Alkohol. Und peinlichen Selfies. Und noch mehr Alkohol.

Früher musste es einfach immer Schnaps sein: Vodka, Korn oder billiger Rum. Wein und Bier wäre uns gar nicht erst untergekommen. Die hätten ja auch nicht so schön süß geschmeckt wie der leckere Fanta-Korn oder Cola-Captain-Morgan. Kurze waren eher nicht so unser Ding – abgesehen natürlich von knallig eingefärbtem Möchtegern-Schnaps (ja, ich rede mit dir, Berentzen!)

Hach, die guten, alten, verrauchten Zeiten! Damals wussten unsere Eltern natürlich noch nicht von der Sünde – wenn sie weg waren, haben wir trotzdem das Zimmer zugequalmt und am nächsten Morgen mit Febreze eingenebelt. Heute, in der geliebten Mietwohnung mit den sorgsam ausgewählten Woll-Plaids würden wir natürlich auf den Balkon gehen. Okay, vielleicht auch nur in die Küche. Aber immerhin!

Wenn es darum geht, alte Erinnerungen wieder aufleben zu lassen, sollte man nie die Sinne unterschätzen: Es geht nicht nur darum, sich wie früher zu verhalten, sondern auch zu schmecken, zu riechen und zu hören!

Und was haben wir damals gehört? Peinliche Party-Mukke. Am liebsten mit einschlägigen Titeln wie „Alcohol” und Zeilen wie „we’ll take off our underwear!” – das fanden wir damals wirklich cool.

Schlimmste Erkenntnis am Morgen danach: Nach zwei Mischen Fanta-Korn fanden wir das auch jetzt wieder wirklich cool.

Irgendwann kommt immer dieser Punkt, an dem jeder über 18 erkennt: Huch, ich bin ja ganz schön angeheitert! Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder du bist ein vernünftiger Erwachsener, hörst mit dem Alkohol auf und trinkst erstmal zwei Stunden Wasser. Oder du trinkst eiskalt weiter, denn nur dann wird es ja so richtig lustig. Was hätte wohl dein 16-jähriges Ich gemacht? Na also.

... und wieder feststellen, warum man schon so lange mit diesen Menschen befreundet ist. Weil sie super sind. Natürlich sind sie das auch ohne Alkohol – aber mit ist man ja bekanntlich noch liebestrunkener.

Optional geht auch ein Foto an der Bushaltestelle. Weil wir uns jedes Mal beim Vortrinken vorgenommen haben, ein schönes Foto zusammen zu machen. Und es dann doch immer erst passiert, wenn man in dicken Winterjacken im Flur steht.

Redakteurin Larissa mit ihren Freundinnen kurz vor dem Club-Besuch

Heute hat ja jeder irgendjemandem im Freundeskreis, der ein Auto hat und nüchtern bleiben will. Doch früher hatte nicht einer von uns überhaupt einen Führerschein! Zum Club ging es also nur in dem einzigen Bus, der noch um 24 Uhr fuhr und dementsprechend überfüllt war. Mit betrunkenen Menschen. Ich glaube, dass man nirgendwo auf der Welt leichter neue Leute kennenlernt!

Zugegeben: Das ist nicht planbar. Aber durchaus möglich! Und wenn man dann erstmal diese Leute trifft, die man seit über einem Jahrzehnt nicht gesehen hat, fragt man sich, warum man eigentlich so lange nicht mehr in diesem Club war. Zumindest so lange, bis der DJ eiskalt erst „Last Resort” und dann „Ab in den Süden” spielt.

Weil nichts mehr schreit „Ich gehe noch zur Schule, und meine Eltern geben mir zu wenig Taschengeld für eine lange Partynacht”, als sich nur ein 3-Euro-Bier leisten zu können.

Um ehrlich zu sein, weiß ich gar nicht, warum wir uns immer mindestens zu zweit auf die versifften Club-Klos gequetscht haben. Andererseits weiß ich auch nicht, warum wir jemals damit aufgehört haben.

Das Klo-Selfie ist quasi der Snapchat-Hunde-Filter von 2011. Nie sieht man glücklicher aus als nach dem Tanzen auf dem Dancefloor verschwitzt in der Toiletten-Kabine mit seinen besten Freunden.

Das unvermeidliche Klo-Selfie

Sich selbst im Lieblings-Club zu verewigen, gehört zu einer gelungenen Party-Nacht immer noch dazu. Und der beste Nebeneffekt: Wenn man nach 6 Jahren endlich wieder in den Club kommt, fühlt man sich direkt zu Hause.

Quelle: Noizz.de