Emily Ratajkowski kennen die meisten aus Robin Thickes Musikvideo "Blurred Lines". Die mittlerweile 29-Jährige erhebt nun schwere Vorwürfe gegen den Fotografen Jonathan Leder. In einem Essay für "The Cut" schreibt das Model nun über einen sexuellen Übergriff im Jahr 2012, der sie bis heute beschäftigt. Nun entschuldigt sich auch "Highsnobiety".

Wer der englischen Sprache mächtig ist, muss bei "Blurred Lines" von Robin Thicke, T.I. und Pharrel Williams nicht munter tanzen – sondern kräftig schlucken. Der Hit aus dem Jahre 2013 stand wegen seines Songtextes in der Kritik. Einer der Zeilen: "Ich geb dir etwas, das groß genug ist, deinen Hintern entzwei zu reißen" und "Tu so, als ob es weh' täte […] Was, du magst dich nicht anstrengen? […] Ich weiß, du willst es".

Sexuelle Gewalt wurde – und wird nach wie vor – verharmlost. Nun macht ein Fall das Problem erneut deutlich. Betroffen ist dabei die Tänzerin des dazugehörigen Musikvideos: Emily Ratajkowski.

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In "The Cut" schreibt das Model über sexuelle Übergriffe

Das Model hat am 15. September einen Essay in der Zeitschrift "The Cut" veröffentlicht. Der Titel des Artikels lautet "Ich kaufe mich zurück – Wann besitzt ein Model ein eigenes Image?" Ratajkowski nennt in dem Text verschiedene Beispiele, wie Männer über sie hinweg entschieden haben – über sie und ihren Körper.

Die mittlerweile 29-Jährige ist ein erfolgreiches Model. Weil sie ihren fantastischen Körper in Szene zu setzen weiß, meinen viele, über sie urteilen zu dürfen. Ihr Image, vor allem bei vielen Männern: heiß und willig.

Stop! Nur weil eine Frau sich auszieht, heißt das nicht, dass jeder ein Anrecht auf ihren Körper hat. Doch genau das hat wohl der Fotograf Jonathan Leder nicht verstanden. Ratajkowski schreibt in der Zeitschrift, die dem "New York"-Magazin angehört, wie er die damals 20-Jährige nach einem Nacktfotoshooting sexuell belästigt haben soll.

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"Jonathan und ich saßen auf seiner Couch und die raue Beschaffenheit seiner Jeans rieb an meinen nackten Beinen. [...] Das meiste, was dann kam, war verschwommen, bis auf das Gefühl", heißt es in dem Text. Sie merkte: "Seine Finger waren plötzlich in mir. Immer härter und härter und drängender und drückender, als hätte mich zuvor noch niemand berührt. [...] Es tat wirklich, wirklich weh." Sie musste seine Finger wohl mit Gewalt herausziehen.

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"Highsnobiety" entschuldigt sich bei Emily

Eine Entschuldigt oder Einsicht gab es von dem Fotografen nicht. Er bestreitet die Vorwürfe und meint in einer Erklärung, die "Page Six" vorliegt: "Es ist grotesk und traurig, dass sie in ihrer Rachsucht die Presse anlügt." Und in einem Interview mit "Daily Mail" heißt es weiter: "Wisst ihr, über wen wir sprechen? Das war das Mädchen, das nackt in einem Robin-Thicke-Video rumhüpfte. Glaubt ihr jemand wirklich, dass sie ein Opfer ist?"

Im übertragenen Sinn: Wenn sich eine Frau auszieht, ist sie unglaubwürdig. Wenn sie sich auszieht, kann man mit ihr machen, was man will. Dass diese Aussage Schwachsinn ist und auf keinen Fall unterstützt werden sollte, hat wohl auch das Online-Magazin "Highsnobiety" verstanden.

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Es hat 2017 ein Interview mit Jonathan Leder veröffentlicht, das Details über das damalige Shooting von 2012 mit Emily Ratajkowski preisgab. Das Shooting, bei dem die Engländerin wohl sexuell missbraucht wurde. Das Interview stellt das Model nicht gerade in ein gutes Licht. "Highsnobiety" entschuldigt sich, dem Fotograf damals eine Plattform für seine sexistischen Aussagen gegeben zu haben. Offline stellen wollen sie den Artikel allerdings nichts.

  • Quelle:
  • Noizz.de