Ob der Schauspieler das beim Dreh zu "Nur Gott kann mich richten" gelernt hat?

Die deutschen Preise für Musiker und Schauspieler haben sich in den letzten Jahren nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Beim 68. "Deutschen Filmpreis", der gestern (28.) in Berlin verliehen wurde, war allerdings alles anders: Denn der jüngste LOLA-Moderator EVER, Edin Hasanovic, zeigte, was er für eine Rampensau ist und ballerte mit politischen Statements und vielen Gags um sich.

Der 26-jährige Moderator und Schauspieler führte am Freitagabend gemeinsam mit Kollegin Iris Berben (67) durch die Verleihung. Mit Gags, Humor, Tanzeinlagen und politische Statements, bei denen der AFD und allen Antisemiten nur schwindelig werden konnte, sorgt er für gelungene Unterhaltung.

Politisch und nicht peinlich

Schon zu Beginn des Abends machte Iris Berben, die Präsidentin der Deutschen Filmakademie, klar, dass Rechtspopulismus, Homophobie und Frauenverachtung absolut nichts in unserer Gesellschaft verloren haben.  Edin Hasanovic legte kurz darauf mit ernsten Worten nach: "Wir müssen reden, aber ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Die Sexisten kriegen ihren Hosenstall nicht zu. Die Antisemiten ziehen ihre Gürtel aus. Also ich hab das Gefühl, wir müssen wenigstens mal ein bis zwei Wochen die Finger von unseren Hosen lassen. Dann können wir mehr machen, als uns nur zu empören und endlich mal einen gemeinsamen Weg finden."

Auch der AFD zeigte der 26-Jährige den verbalen Mittelfinger

Der gebürtige Bosnier schoss nämlich noch vor der ersten Preisvergabe mit Pfeilen in Richtung AFD: "Ich frag mich schon, wie sich das anfühlen muss: Ein Leben lang kämpfst du gegen Flüchtlinge, behauptest, die würden das Land überrennen, die Kultur verwässern, Unruhe stiften … Und dann sitzt du da zu Hause, schaltest den Fernseher ein, und ein ehemaliger Flüchtling moderiert den Deutschen Filmpreis. Das ist bitter!"

BAM!

Damit hatte wohl niemand gerechnet. Der Jungschauspieler erntete Applaus und Respekt­. Schauspieler Charly Hübner (45) sagte auf der Bühne über den Gastgeber: "Er macht das hervorragend! Sensationell!" und auch seine Moderationskollegin Iris Berben rief ihm zu: "Mein persönliches Highlight bist du, Edin."

Im Bizepsvergleich mit NOIZZ sahnte er schon ab

Ob er seine rebellisch, sympathische Attitude beim Dreh vom Gangsterfilm "Nur Gott kann mich richten" gelernt hat? Bei der Premiere des Gangster-Streifs war NOIZZ dabei und forderte Edin zum Bizepsvergleich auf.

Klare Aussagen, sympathisch verpackt ­ - wenn das die Zukunft des deutschen Films ist, dann können wir eigentlich ziemlich stolz sein! Auch im Netz hinterlässt Hasanovic einen bleibenden Eindruck: Die Fernsehzuschauer sind begeistert.

Abräumer des Abends

Gut, natürlich gab es neben der Mega-Moderation von Edin Hasanovic auch noch ein paar Preisträger. Allerdings waren das gar nicht so viele. Denn tatsächlich heimste der Film „3 Tage in Quiberon“  über Romy Schneider mal eben sieben von fünfzehn LOLAS ein. Die Kategorien Spielfilm, weibliche Haupt- und Nebenrolle,  männliche Nebenrolle, Regie, Kamera und Filmmusik gingen an den Schwarzweißfilm.

Für die beste männliche Hauptrolle wurde Franz Rogowski für „In den Gängen“ ausgezeichnet. Den Preis für den besten Dokumentarfilm und besten Schnitt bekam „Beuys“, bestes Drehbuch bekamen Fatih Akin und Hark Bohm für „Aus dem Nichts“. Bestes Maskenbild ging an  Morag Ross und Massimo Gattabrusi für „Manifesto“ und die beste Tongestaltung an Martin Steyer und Kollegen für „Der Hauptmann“. Die Ehren-LOLA ging an den Regisseur und Drehbuchautor Hark Bohm. Und den Preis für den Besucherstärkster Film durfte sich natürlich keine andere Crew als die Rabauken von „Fack ju Göhte 3“ abholen!

Quelle: Noizz.de