Na? Bock mal wieder so richtig zu heulen?

Sterile Krankenhauszimmer, ekliger Pudding aus der Kantine und ständiger, schleimiger Husten. Stella Grant hat Mukoviszidose, lebt im Krankenhaus und ihr Leben könnte nicht weiter von einer kitschigen Teenieschnulze entfernt sein. Zumindest bis Bad Boy Will Newman auftaucht.

In dem neuen Kinofilm "Drei Schritte zu Dir" verlieben sich Will ("Riverdale"-Star Cole Sprouse) und Stella (Haley Lu Richardson) trotz oder gerade wegen ihrer unheilbaren Krankheit ineinander. Beide haben Mukoviszidose oder auch zystische Fibrose, eine Stoffwechselerkrankung, bei der Organe wie die Lungen durch eine Fehlfunktion verschleimen und die Betroffene anfällig für lebensgefährliche Infektionen macht.

Nach nur wenigen Minuten Film finde ich mich sofort in Stella wieder, die der Ungewissheit ihrer Krankheit mit festen Regeln und Ordnung Einhalt zu gebieten versucht. Auftritt Cole Sprouse, wegen dem ich mir – ganz ehrlich – den Film überhaupt ansehe. Er ist der typische Bad Boy, den anscheinend jedes Teenie-Drama braucht. Ein bisschen depressiv, künstlerisch veranlagt und durch seine "I don't give a fuck"-Attitüde einfach sexy. (Schon oft gemacht, aber eben auch immer ein Erfolgskonzept.) Ihm sind die Medikamente und Treatments vollkommen egal.

Statt sich auf seine Behandlungen zu konzentrieren, scheint Will mit dem Leben schon irgendwie abgeschlossen zu haben. Es ist eben auch verdammt schwer, nicht in tausend Teile zu zerfallen, wenn du weißt, dass du früh sterben wirst und es kaum Hoffnung auf Besserung gibt.

Diese düsteren Gedanken überspielt "Five Feet Apart" zum Glück so schnell, dass der gemeine Zuschauer gar nicht erst in eine Lebenskrise fallen kann. Denn was wäre so ein Teenie-Drama ohne Kitsch, Kitsch, Kitsch. Und den gibt es auch: Manchmal auch in überraschend bekannter Manier. Tatsächlich wird der Song "Wait" der Band M83 aus dem Film "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" recycelt, den alle Fans aus der allerletzten Szene des John-Green-Films kennen. Eine Hommage an den Film, der die Geschichte von "Drei Schritte zu Dir", neben dem Pärchen Dalton und Katie Prager, inspiriert hat.

Zugegeben, die ersten 30 Minuten des Films kann ich nicht umhin, innerlich mit den Augen zu rollen, wenn mal wieder eine peinlich romantische Szene über die Kinoleinwand flattert. Doch nur wenige Minuten später bin ich komplett dabei. Gib mir Drama, gib mir Romantik, gib mir superunrealistische Szenen, die so nie in Wirklichkeit passieren würden!!!

Damit sie sich nicht gegenseitig mit den eignen Bakterien infizieren, müssen Will und Stella immer vier Schritte Abstand halten. Ein Fakt, der das Dating wirklich kompliziert macht. Was dabei herauskommt, sind allerdings liebevolle Szenen, die einen daran erinnern, dass Intimität viel mehr als nur Berührungen sind. Doch eben auch daran, dass es nichts Schöneres gibt, als von einer geliebten Person berührt zu werden.

Es ist eigentlich ganz einfach: Wer auf heulbare Romane von John Green wie "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" oder "Eine wie Alaska" gepaart mit Over-the-top-Drama à la "Riverdale" steht, ist das Regiedebüt von "Jane The Virgin"-Star Justin Baldoni richtig abfeiern und womöglich gleich noch ein zweites Mal anschauen. Hach, in die Story von "Drei Schritte zu Dir" kann man sich einfach richtig schön reinsteigern und mal ganz ungehemmt losheulen, wenn die eigenen Tränenkanäle mal wieder durchgespült werden sollen.

"Drei Schritte zu Dir" läuft ab dem 20. Juni in den deutschen Kinos.

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Quelle: Noizz.de