Endlich Dumbo ohne bitteren Beigeschmack!

Disney-Filme gehören zu unseren Kindheitserinnerungen wohl genauso, wie Brausepulver und Kratzeis. Wir lieben sie und jeder hat seinen eigenen Favoriten. "König der Löwen", "Aladdin", "Mulan", "Aristocats" … die Liste lässt sich endlos fortsetzen.

Um seine Kultstatus weiß Walt Disney natürlich ganz genau und hat in den letzten Jahren als Unternehmen zahlreiche clevere Moves unternommen, um auch in Zukunft erfolgreich zu bleiben. Neben den Rechten für "Star Wars" oder an allen Marvel-Verfilmungen, gehört auch der Start eines eigenen Streamingdienstes dazu, um Netflix, Amazon Prime und Hulu gehörig Dampf zu machen. Disney + soll er heißen.

>> Streaming-Dienst Disney+: Start und Preis stehen jetzt fest

Nun hat Disney angekündigt, dass man zum Start des Dienstes zahlreiche Klassiker in ein zeitgemäßeres Gewand geben möchte – indem man rassistische Szenen herausschneidet. Ein Film soll sogar gar nicht erst auf der Plattform landen.

Um welche Filme geht es genau?

Dass Disney in der Vergangenheit beim Thema Rassismus nicht unbedingt ein glückliches Händchen bewiesen hat, ist nichts Neues. Walt Disney, der Schöpfer und Gründer der Traumfabrik, soll zu Lebzeiten auch ein ziemlicher Frauenfeind, latent rassistisch und antisemitisch gewesen sein.

Das zeigt sich auch in früheren Werken. So gibt es in "Dumbo", der bereits 1941 das erste Mal in den Kinos lief, eine Szene, in dem Dumbo auf eine Gruppe Krähen trifft. Sie schenken ihm eine Feder, damit er fliegen kann. Die Krähen fallen im Zeichentrickfilm allerdings auch rassistischen Klischees zum Opfer: Sie sprechen im Original in einem ausgeprägten afroamerikanischen Slang und ihr Anführer heißt Jim Crow.

In den USA wird mit der Figur "Jim Crow" seit dem 19. Jahrhundert ein rassistischer Stereotyp verbunden: dumm, faul und eben schwarz. Nicht gerade cool für einen Kinderfilm. Deswegen sollen diese Szenen in Zukunft auf Disney+ nicht mehr gezeigt werden oder neusynchronisiert werden.

Der 1946 erschienene Film "Onkel Remus Wunderland" soll sogar ganz von Disney+ verbannt werden. In dem Film zieht der junge Johnny nach dem Bürgerkrieg auf die Plantage seiner Großmutter – dort lebt der Sklave Onkel Remus. Der bringt Johnny zusammen mit seinen Tierfreunden bei, worauf es im Leben wirklich ankommt.

Klingt doch eigentlich pädagogisch wertvoll, oder?

Tja, wäre da nicht ein Detail. Über den gesamten Film hinweg wirkt es nämlich leider so, als würden es alle Afroamerikaner lieben, als Sklaven auf der Plantage zu arbeiten. Deswegen kann man seit 1980 diesen Film auch nicht mehr neu kaufen.

>> 5 Gründe, wieso Mulan immer noch der absolut beste Disney-Film ist

Auch für andere Filmszenen seien solche Schritte denkbar. Weitere konkrete Angaben gab es bisher aber nicht, wie der Hollywood Reporter online berichtete.

In den USA soll das neue Streamingangebot aus dem Hause Disney im November starten. Bei uns soll Disney + Ende 2019 oder Anfang 2020 zu sehen sein und rund sieben Euro im Monat kosten. Neben eigenen Inhalten, wie Zeichentrickfilmen sowie -Serien, sollen auch Marvel- und "Star Wars"-Produktionen, als auch beliebte Serien wie "The Simpsons" im Paket enthalten sein. Die kann man sonst bisher noch auf keinem Streamingdienst sehen. 

Quelle: Noizz.de