Wir haben ihn gefragt, warum.

Eigentlich ist Ricky Mena aus Kalifornien völlig pleite. Doch sein Beruf macht ihn reich – an Erfahrung. Das erzählt der Real-Life-Spiderman im NOIZZ-Interview.

Aber der Reihe nach.

Vor vier Jahren war der 34-Jährige noch Barkeeper. Doch dann kündigte er von einem auf den anderen Tag und entschied sich, Spiderman zu werden. Er verkaufte sein Auto, um sich ein Superheldenkostüm leisten zu können und fing an, als Spiderman verkleidet Kinder in Krankenhäusern zu besuchen – Kinder mit tödlichen Krankheiten, Behinderungen und solche, denen es gesellschaftlich schlecht geht. Ricky will ihnen Lebensfreude schenken.

Einige Krankenhäuser wiesen ihn am Anfang noch ab, doch irgendwann setzte er sich durch. Mittlerweile besitzt er zwölf Spiderman-Kostüme und leitet die Non-Profit-Organisation „Heart of a Hero“.

Wir haben Ricky Mena gefragt, wie er von einem stinknormalen Amerikaner zu einem Superhelden der Krankenhaus-Kinder wurde.

NOIZZ: Wer war dein Lieblings-Superheld als Kind?

Ricky Mena alias Spiderman: Superman. Er verkörperte die wahrlich ehrbare Philosophie, die Menschen um sich herum retten zu wollen. Ausserdem hatte er einfach die coolsten Kräfte, die man sich wünschen konnte.

Und wieso bist du jetzt Spiderman und nicht etwa Superman, Hulk oder Batman?

Ricky: Ich habe mir Spiderman nicht ausgesucht, Spiderman hat mich ausgesucht. Vor vier Jahren bin ich bei einem Kumpel auf der Couch eingeschlafen und hatte einen Traum. Meine tote Großmutter hat mich idarin zu einem Filmprojektor geführt. Den schaltete sie an, und ich sah eine Spiderman, wie er einen Haufen Kinder im Krankenhaus besuchte. Er sprang die ganze Zeit herum, und die Kinder lachten.

Ich fragte meine Großmutter im Traum, was das Ganze mit mir zu tun hat, und sie antwortete: „Das bist du. Wenn du aufwachst, wirst du genau das tun.“ Langer Rede kurzer Sinn: Ich wachte auf und fing an, Spiderman zu sein.

Wirst du oft wiedererkannt?

Ricky: In der Öffentlichkeit schon das eine oder andere Mal, besonders in meiner Heimat und ihrer Umgebung. Aber selbst wenn ich verreise, werde ich manchmal von Menschen auf der Straße angehalten und gefragt, ob ich dieser Spiderman-Typ sei, der Kinder im Krankenhaus besucht. Das passiert jetzt immer öfter.

Was hat sich in deinem Leben geändert, seitdem du Spiderman bist?

Ricky: Mein ganzes Leben und die Art, wie ich denke. Ich stehe selten im Mittelpunkt meiner Bedürfnisse. Ich passe zwar auf mich auf, aber ich bin mehr fokussiert darauf, wie ich diesen Kindern noch besser helfen kann. Ich habe am eigenen Leib erfahren, wie viel Liebe und Mitgefühl ihnen helfen kann. Das hat mein Leben und das der Kinder verändert. Es hat mich zu einem besseren Mann gemacht – zu einem besseren Menschen.

Fühlt sich Spiderman mittlerweile wie ein Teil von dir an?

Ricky: Auf jeden Fall. Spiderman ist die Verkleidung, die ich trage, um die Kinder hinter ihrer Mauer von Schmerz, Frustration und Einsamkeit zu erreichen. Sobald diese Mauer gefallen ist, kann ich die Kinder mit Inspiration und Liebe überschütten – mit der Spiderman-Magie aus den Comic-Büchern.

Vermisst du manchmal deinen alten Barkeeper-Job?

Ricky: Gar nicht. Ich habe das Gefühl, genau das mit meinem Leben zu machen, wofür ich bestimmt bin. Ich schaue nicht zurück, nur nach vorne. Ich bin Spiderman und Chef einer Non-Profit-Organisation. Das ist für mich ein Vollzeitjob. Ich bin zwar finanziell betrachtet völlig pleite, aber reich an Erfahrungen und – durch das Geben – voller Liebe. Ich würde nichts in meinem Leben ändern wollen.

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Ricky Menas Organisation „Heart of a Hero“ besucht Kinder in Kalifornien und der ganzen Welt. An die Organisation spenden könnt ihr hier.

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Quelle: Noizz.de