Für seine Spezialeffekte in "Blade Runner 2049" könnte er mit dem Oscar belohnt werden!

Boom! Ein Auto explodiert. Krach! Ein Hubschrauber fällt vom Himmel. Ratatatat! Ein Kugelhagel zerfetzt ein Auto. Hinter solchen Effekten in Blockbustern steckt seit mehr als 30 Jahren der Potsdamer Gerd Nefzer. Doch für den Film "Blade Runner 2049" musste er sich an eine ganz andere Aufgabe wagen – für den er nun mit dem Oscar belohnt werden könnte.

Denn der Special-Effects-Experte war für etwas scheinbar Banales verantwortlich: Das Wetter – von Nebel und Regen bis zu Schnee und Sturm. "Diese Wetter-Stimmungen waren dem Regisseur Dennis Villeneuve und Kameramann Roger Deakins besonders wichtig für den 'Look' des Films", erklärt Nefzer.

Die besondere Herausforderung: Der Film spielt in einer Zukunft mit zerstörter Umwelt – es gibt nur eine Szene mit Sonnenwetter. Nefzer musste deshalb tief in die Wetter-Trickkiste greifen: "Von leichtem bis dickem Nebel, von Regentropfen bis Starkregen und von Schneeflocken bis zum Schneesturm war alles dabei."

Zu den Drehtagen rückten Nefzer mit bis zu 52 Mitarbeitern an. Doch wie entsteht eigentlich das Wetter am Film-Set? Nefzer erklärt das mit Blick auf eine der großen Herausforderungen: Schneematsch.

"Da wird der Kunstschnee im Studio oder auf dem Außenset verteilt und anschließend mit Erde vermischt oder mit Farbe besprüht", erklärt der Special-Effects-Experte. Auch möglichst realistischen Nebel bei Aufnahmen im Studio haben sich Regie und Kamera gewünscht. "Da mussten wir mit einem speziell entwickelten Hochdruck-Wassersystem arbeiten", erzählt der 52-Jährige.

"Diese erste Oscar-Nominierung ist schon der pure Wahnsinn", sagt Nefzer stolz. Jetzt heißt es für ihn: Koffer packen! Denn am 4. März reist er aus Potsdam nach Kalifornien zur Oscar-Verleihung. Dort wartet starke Konkurrenz, denn auch "Guardians of the Galaxy Vol. 2", "Kong: Skull Island", "Star Wars: The Last Jedi" und "War for the Planet of the Apes" wurden für den Oscar nominiert.

Nefzer könnte mit dem Oscar seinen ungewöhnlichen Lebensweg krönen: Er ist gelernter Landwirt und studierter Agrartechniker, übernahm von seinem Schwiegervater eine Firma für den Verleih von Filmautos und -waffen. Gemeinsam mit Sohn und Schwager baute spezialisierte er sich auf Spezialeffekte, zog zu den Filmstudios nach Babelsberg.

Zu seinen bisherigen Aufträgen gehörten unter anderem die Blockbuster "Inglourious Basterds" und "Grand Budapest Hotel". "Wir haben hier einen Metzger, Schlosser, einen Bergmann und einen Landmaschinen-Mechaniker", sagt Nefzer mit Blick auf sein buntes Team. "Und das wär doch was: Wenn ein Bäuerle aus dem Schwabenländle einen Oscar holt."

[Text: zusammen mit dpa]

Quelle: Noizz.de