Musikvideos können optische Beleidigungen sein – hier unsere Top 10 dieser Scheußlichkeiten.

Es gibt scheinbar immer mal Momente im Leben eines Stars, in dem er/sie einfach mal richtige Grütze produziert. Wir wissen nicht, ob es der Größenwahn, schlechte Berater oder doch der gute, alte LSD-Trip ist, der am Ende das Video-Material aus der Hölle produziert. Aber immerhin hat das Ganze auch Unterhaltungspotential – würden wir sonst derartige Listings hier machen? Würden wir den Tag damit verbringen, uns in der Redaktion die "besten" Videos hin- und herzuschicken? Würden wir laut prustend vor unseren Bildschirmen sitzen? Wohl kaum. Daher kommt ihr nun auch in den Genuss unserer Auswahl. Um das klarzustellen: Wir sprechen hier nur von der Beschissenheit der Videos, nicht von den Songs selbst – wobei das eine hin und wieder auch das andere bedingt.

10. Meat Loaf "I'd Do Anything For Love"

Wir fangen unsere Liste direkt mal mit einem 7-minütigen Brocken an: Meat Loaf und sein Video zu "I'd Do Anything For Love" ist nicht nur ein glänzender Vertreter schwülstiger Achtziger-Romantik, es ist auch ein Video aus der Kategorie "Worum gehts hier überhaupt??" Verstanden haben wir: Meat Loaf ist eine Art Biest und flieht deshalb auf dem Motorrad vor Polizisten. Was wir nicht verstehen: Wann kommt endlich der Umzugsdienst und räumt Meat Loafs Wohnung auf? Woher kommen die Vampir-Lesben? Warum verändert sich im Wald ständig der Farbfilter? Und was zum Geier hat das bescheuerte Armulett mit all dem zu tun? Wer Antworten hat, schreibt uns bitte eine Mail!

9. Katy Perry "Swish Swish"

Ja gut: Katy Perry war ja schon immer ein bisschen drüber, aber mit ihrem Clip zu "Swish Swish" ist auch ihre persönliche Grenze überschritten. Wir wissen gar nicht, was wir mit diesem verzweifelten Versuch, doch bitte dringend witzig sein zu wollen, anfangen sollen. Und wir wissen auch nicht, was wir an diesem Spektakel am schlimmsten finden: Das schlechte Schauspiel von Perry? Die viel zu vielen Cameo- und Star-Auftritte? Die total ausgelutschte Story? Der nervige Slapstick-Humor? Aber entscheidet doch einfach selbst:

8. Fergie "M.I.L.F.$"

Fergie musste erstmal lernen, dass nicht überall, wo "Feminismus" draufsteht auch welcher drin ist. Ihr Video zu "M.I.L.F.$" ist dafür höchstselbst das beste Beispiel. Fergie promotete den Clip als emanzipatorischen Akt, der das Bild der Mütter in unserer Gesellschaft zurechtrücken sollte. Ging leider deutlich daneben: Das Einzige, was hier bedient wird, sind überholte Männerphantasien von immerwilligen Plastik-Muttis aus der Vorstadt. Was anderes ergibt sich leider nicht, wenn Kim Kardashian leicht bekleidet Milch über ihr Dekollete schüttet und dabei lüstern in die Kamera schmachtet oder sich Fergie und ihre Mitstreiterinnen lasziv als Kellnerinnen in knappen Kleidchen an Gogo-Stangen reiben. Sorry, Fergie – behalt dein M.I.L.F.-Money!

7. King Blade "Jetzt Kommt Blade"

Es ist schon knackig, wie sich Blade hier die TAKKO-Jacke (statt traditionell den Pimp-Pelz) über die Schultern werfen lässt. Eigentlich beeindruckt es uns auch, wie ambitioniert Blade und seine Mitstreiter ihre Street-Credibility zu präsentieren versuchen. Aber wer weiß: Vielleicht ist die Hip-Hop-Kultur unter Hobby-Vampiren auch einfach anders, als man erwarten würde. Sonne scheint dem angespitzten Zähnchen nichts auszumachen, übermäßiges Herumliegen auf der Sonnenbank offensichtlich auch nicht. Ansonsten scheint das Leben als Hip-Hop-Fledermaus sich hauptsächlich auf das Herumlungern an Autos, in Nachtclubs, vor Plattenbauten oder auf dem Feld zu konzentrieren. Bissig ist Blade wohl nicht – der macht nur Krach.

6. David Bowie & Mick Jagger "Dancing In The Street"

Es ist ein Klassiker und eigentlich können wir uns nicht entscheiden, wie schrecklich wir dieses Video wirklich finden. Im Prinzip handelt es sich bei diesem Video um eine große Katastrophe, bei der man dennoch seinen Blick nicht abwenden kann (oder will). Es trug sich jedenfalls in den 80ers zu, dass Bowie und Jagger sich trafen (angeblich auch eine kleine Affäre miteinander hatten) und gemeinsam Musik schrieben. Ihre Drogen und die Garderobe scheinen sie auch geteilt zu haben, anders können wir uns dieses Video nicht erklären. Die Story ist denkbar schnell erklärt: Bowie und Jagger tanzen wie zwei Frettchen auf Speed durch die Streets und haben scheinbar den Spaß ihres Lebens. Ehrlich gesagt, sind wir auf den Geisteszustand der beiden in diesem Video ziemlich neidisch und würden am liebsten einfach mittanzen.

5. Mötley Crüe "Looks That Kill"

Sich über trashige Achtziger-Ästhetik lustig machen, ist wie sich über die katholische Kirche zu ärgern: Beides sind ähnlich einfache Opfer. Aber die Mötley Crüe hat hier tatsächlich eine Glanzleistung hingelegt, die Erwähnung verdient: Gemeinsam mit der zu Recht gefürchteten Laienspiel-Truppe Transsilvaniens und den alten Kostümen aus dem Musical "Cats" können wir hier erleben, wie sich die Musiker eigentlich die Apokalypse vorstellen. Achtung Spoiler: Natürlich wird die Welt aus billigen Requisiten durch Gitarren-Soli gerettet.

4. Miley Cyrus "BB Talk"

Ach das waren noch schöne Zeiten, als Miley völlig durchdrehte, sich einen Joint auf der Bühne ansteckte und jeden antwerkte der es wollte (oder auch nicht). Wir waren große Fans. Dieses Video ist aber sogar für Miley-Verhältnisse einfach zu verstörend: Miley singt über einen Lover, der zu oft Babytalk veranstaltet. Dabei räkelt sie sich in Babystramplern, süßen Mützchen, klemmt sich übergroße Milchflaschen zwischen die Beine und schaut unterwürfig in die Kamera. Fredmschämen par excellence!

3. Joss Stone "Baby Baby Baby"

Dieses Video hat es geschafft: In beinahe jeder Auflistung der schrecklichsten Musikvideos der Popkultur rankt es mindestens unter den Top 5. Ist ja quasi auch eine Leistung. Joss Stone hat es hier aber auch auf ganzer Linie verkackt: Sie übernahm Drehbuch, Regie-Arbeit und die Hauptrolle zu ihrem Clip. Man möchte fragen: Was ist hier eigentlich schief gelaufen? Warum hat kein Experte eingegriffen? Warum hat das Label diese Trash-Parade abgenickt und vor allem: Wie zum Teufel sieht es bloß in Stones Kopf aus? Welche verqueren Gedanken hat diese Frau, die zunächst als Braut vor den Altar schreitet, dann als Polizistin ihrem Bräutigam und seinem Schritt mit Elektroschocks zu Nahe kommt und schließlich als Soldatin Männer in Bikinis quält. Joss – wenn du das liest: Bitte, such dir Hilfe!

2. Jan Terri "Losing You"

Wir sind uns nicht ganz sicher, ob wir Jan Terri unter Trash oder unter Kult verbuchen sollen – allerdings liegen diese Kategorien ja auch wirklich nah beieinander. In "Losing You" jedenfalls sehen wir was passiert, wenn Tante Terri die Amateur-Kamera von ihren Nachbarskindern klaut, sich eine schmissige Lederjacke überwirft und durch irgendeine langweilige Stadt auf einem Moped durch die Gegend heizt. Das Terri nicht singen kann, scheint sie dabei kaum zu stören, gehört konsequenterweise aber irgendwie auch zum Gesamtkunstwerk.

1. Take That "Do What You Like"

Wir sind uns ziemlich sicher, dass die Jungs von Take That Einiges dafür geben würden, dass dieses Video in den Tiefen des Universums verschwindet und nie wieder gesehen wird. Da müssen wir Robbie Williams und Co. aber leider enttäuschen – wer sich in knappen Lederradlern und Kettenschlüppis in Pudding wälzt, muss damit rechnen, dass einen ein solches Video bis zum Lebensende begleiten wird. Die Karriere der Boys ging auch erst nach diesem Video los – wundert uns ein bisschen, warum diese visuelle Sensation nicht damals schon den Ruhm bekam, den sie verdient. Dafür gibt es jetzt den 1. Platz von uns. Ist doch auch was.

Quelle: Noizz.de