Drei Dinge, die wir in „High End – The Regalization of Cannabis“ gelernt haben.

Kiffen ist in Kalifornien seit der Legalisierung nicht nur akzeptiert, sondern längst im gesellschaftlichen Leben angekommen. In der neusten Doku „High End - The Regalization of Cannabis“ des amerikanischen Lifestyle-Magazins „High Snobiety“ zeigen die Macher, wie sich das Bild von Cannabis in den letzten Jahren gewandelt hat. Heute denkt im „Golden State“ bei Kiffern kaum noch jemand an Hänger, die ihr Leben nicht auf die Reihe kriegen und sich mit dubiosen Dealern in Hinterhöfen rumtreiben. Stattdessen gibt es inzwischen allerhand Luxusprodukte, die den Cannabis-Markt zu einem Millionen-Geschäft und damit auch zu einem sehr ernst zu nehmenden Business machen.

Wir haben uns die Doku angeguckt und haben euch drei Dinge aufgelistet, die wir daraus gelernt haben.

1. Der Kiffer-Stereotyp ist Geschichte

Lange hat man das Bild eines „typischen Kiffers“ in seinem Kopf gehabt: „Der 23-jährige Typ, der arbeitslos ist, den ganzen Tag nur rumhängt und Fastfood in sich reinstopft“, ist Geschichte. Heute greift jeder zum Cannabis von der 22-Jährigen Studentin bis zur 80-Jährigen Oma. Durch die Legalisierung wurde aus dem Schmuddel-Business ein Markt für Luxusprodukte, der nichts mehr mit illegalen Deals und geheimen Treffen im Hinterhof zutun hat. „Diese Pflanze ermöglicht es Millionen von Menschen, dass sie ein glücklicheres Leben führen können“, heißt es in der Doku.

2. Kiffen macht nur einen kleinen Teil des Cannabis-Konsums aus

Für die Dokumentation begleiten die Macher mehrere sehr bekannte Cannabismarken wie MedMen, Lowell Smokes, Bloom Farms, HelloMD, Beboe und Lord Jones in ihren Shops und fragen nach der neuen Philosophie in der Kiffer-Branche. Dabei ist Cannabis längst nicht mehr nur zum Rauchen gut: In ihren Luxus-Shops verkaufen die Anbieter so gut wie jedes vorstellbare Produkt. Ob Bodylotion, Wasser mit THC-Gehalt, Mode oder sogar Badebomben – der Hanf-Hype in Kalifornien nimmt kein Ende. Und auch in Deutschland finden wir im Supermarkt immer mehr Produkte, die Cannabis enthalten:  Die neuste Ritter-Sport-Kreation mit Cannabissamen, Cannabisbier oder Tampons sind nur wenige Beispiele für den neuen Hype [NOIZZ berichtete].

3. Deutschland lässt sich ein Millionen-Geschäft durch die Lappen gehen

Auch die deutsche Politik diskutiert schon seit Jahren über eine Legalisierung von Cannabis. Während sich die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler aber immer noch hinter den gesundheitlichen Risiken von Cannabis versteckt und vehement gegen eine Legalisierung ist, lässt sich Deutschland einen Millionen-Markt durch die Lappen gehen. „Es gibt sehr hohe Steuern auf die Produkte und die Menschen sind bereit, ohne mit den Wimpern zu zucken, jeden Preis zu bezahlen. Viele unserer Kunden geben 200 bis 300 Dollar pro Besuch aus“, heißt es in der Dokumentation.

Der Staat Kalifornien erhebt auf jegliche Cannabis-Produkte eine Steuer von 15 Prozent. Das klingt aus deutscher Sicht nicht hoch, ist im US-Vergleich allerdings ein sehr hoher Steuersatz. Durchschnittlich liegt die Mehrwertsteuer dort bei ungefähr 8 bis 9 Prozent (variiert von Bundestaat zu Bundesstaat). Außerdem dürften die Gemeinden und Städte weitere Gebühren auf den Verkauf oder Anbau erheben – damit verdienen sie sich eine goldene Nase. Das Prinzip könnte in Deutschland auch gut funktionieren: Bestes Beispiel ist die Zigarettensteuer.

Quelle: Noizz.de