Wir versorgen dich mit Infos, die du wahrscheinlich nie haben wolltest.

Den ESC scheiße zu finden ist so einfach: Man könnte meinen, es sei ein Schlager-Trashfest, dass am Ende allerhöchstens hoch dosierten Schlaftabletten Konkurrenz macht. Aber Obacht: Wer hier zu schnell urteilt, dem entgeht ein lustiges Saufspiel, ein Blick auf die abgründigen Phantasien so mancher Stylisten oder die Vorstellung von Hits, die einem schon zum Halse raushängen, noch bevor sie einem aus dem Radio entgegenplärren. Klingt für uns schon mal nach einem abendfüllenden Programm, das man eher als Herausforderung ansehen sollte.

Für alle, die beim Eurovision Song Contest noch nicht so bewandert sind, haben wir die wichtigsten Infos und Randnotizen zusammengefasst:

Dieses Jahr hat sich Michael Schulte qualifiziert, um beim ESC für Deutschland anzutreten. Seine Konkurrenz bestand hauptsächlich aus der Resterampe alter Casting-Sendungen. Wie genau er es geschafft hat, mit seiner in Noten übersetzte Belanglosigkeit, namentlich "You Let Me Walk Alone", an den Start zu gehen, haben wir nicht weiter untersucht. Prinzipiell scheint ja alles zu funktionieren, was nach Ed Sheeran klingt – ob das in Lissabon am Samstag auch zieht, sei dahin gestellt. Egal, was am Ende auch passiert: Schulte hat allen Grund zur Freude, denn gestern erst ließ er verlauten, dass er in diesem Jahr Papa eines Sohnes wird. Wir gratulieren.

Das Langweiligste an der gesamten Sendung ist die Punktevergabe: Jedes der 43 Länder darf nämlich eigens auch Punkte vergeben. Man sieht also ca. 2 Stunden lang Menschen, die Punkte verlesen. Deutschland schneidet dabei traditionell schlecht ab. Liegt meistens daran, dass unsere Akts tatsächlich eher nichtssagend sind (man erinnere sich an Levina aus dem letzten oder Jamie-Lee aus dem vorletzten Jahr), aber vermutlich auch daran, dass uns irgendwie keiner mag. Glücklicherweise eignet sich dieser Teil der Show bestens für ein Saufspiel: Jedes Mal, wenn dem Gastgeber-Land zur gelungenen Show gratuliert wird, ist ein Shot fällig. Außerdem darf getrunken werden, wenn ein osteuropäisches Land einem anderen osteuropäischen Land die volle Punktzahl verleiht (Achtung: Koma ist vorprogrammiert).

Der 70-jährige deutsche Kommentator führt aus dem gut versteckten Hintergrund durch die Show und überzeugt durch mehr oder weniger passende Kommentare. Am Schönsten wird es, wenn Urban sich hin und wieder als Snitch outet und über den einen oder anderen Auftritt herzieht. Shot-Alert!!! Hier mal ein Kommentar zum totalen Fail von Levina im letzten Jahr – Urbans Fazit: Das hat unsere Levina echt nicht verdient, verdammt!

An dieser Stelle findest du Inhalte aus YouTube
Um mit Inhalten aus YouTube und anderen sozialen Netzwerken zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

Der ESC geht dieses Jahr in die 63. Runde. Das erste Mal fand er 1956 in Lugano in der Schweiz statt. Der ESC wurde ins Leben gerufen, um das europäische Gefühl zu stärken – frei nach dem Motto: Wir schauen alle gemeinsam auf die Abgründe unserer Kreativ-Branche (hierzulande auch ECHO genannt). Mittlerweile dürfen Schlager-Fans aus Australien auch mitmachen. Die gehören zwar nicht zu Europa, aber hey: Wer sich freiwillig dieser Veranstaltung stellt, wird auch inkludiert. Würde Australien gewinnen, würde der ESC im nächsten Jahr übrigens nicht Down Under stattfinden, sondern das Los entscheiden, wo in Europa es 2019 hingeht.

Der Eurovision ist und bleibt ein Sammelsurium europäischer Kuriosiäten. Man erinnere sich nur an Lordi, die finnischen Metal-Monster mit Axt-Gitarren oder an Guildo Horn, der uns seine Liebe gestand, an die tanzenden Babushkas, die sich auf die ESC-Bühne verirrten oder das sexuell schwülstige Butter-Schlagen auf der Bühne. Jede Show ist eine Wundertüte der guten Laune, glaubt uns:

An dieser Stelle findest du Inhalte von Drittanbietern
Um mit Inhalten von Drittanbietern zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.
An dieser Stelle findest du Inhalte von Drittanbietern
Um mit Inhalten von Drittanbietern zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.
An dieser Stelle findest du Inhalte von Drittanbietern
Um mit Inhalten von Drittanbietern zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.
An dieser Stelle findest du Inhalte von Drittanbietern
Um mit Inhalten von Drittanbietern zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

Man glaubt es kaum, aber schon so manche große Karriere fing auf den Bühnenbrettern des ESC an. Die erfolgreichste Band, die ihren Auftakt dem ESC zu verdanken hat, ist vermutlich ABBA. Aber auch die damals noch viel unbekanntere Celine Dion trat als junge Frau für Frankreich an und Nicole säuselte sich 1982 in die Herzen Europas, nur um dann nie wieder aus dem Schlager-Kosmos Deutschlands zu verschwinden. Mittlerweile muss die arme Nicole bei gefühlt jeder ESC-Feier auftreten, um ihren damaligen Hit zu performen. Wir schauen uns noch mal die Original-Auftritte an:

An dieser Stelle findest du Inhalte aus YouTube
Um mit Inhalten aus YouTube und anderen sozialen Netzwerken zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.
An dieser Stelle findest du Inhalte aus YouTube
Um mit Inhalten aus YouTube und anderen sozialen Netzwerken zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.
An dieser Stelle findest du Inhalte aus YouTube
Um mit Inhalten aus YouTube und anderen sozialen Netzwerken zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

Wo wir gerade von beginnenden Karrieren sprechen: Man kann natürlich nicht über den ESC reden, ohne Lena Meyer-Landruth zu erwähnen. Die erfrischend andere Lena gewann 2010 unprätentiös und mit einer gehörigen Portion Coolness den ESC. Klar: Ihre gestelzte Interpretation der englischen Sprache war nervig, aber am Ende auch irgendwie ihr Markenzeichen. Mittlerweile singt Lena nicht mehr ganz so viel, lädt dafür aber umso mehr selbstverliebte Bilder von sich auf ihrem Instagram-Account hoch.

An dieser Stelle findest du Inhalte aus YouTube
Um mit Inhalten aus YouTube und anderen sozialen Netzwerken zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

Unser Lieblingsbeitrag kommt übrigens aus dem Jahre 2007 und stammt aus der Ukraine. Bei Verka Serduchkas Auftritt stimmt einfach alles: Kostüme, Eleganz, Songwriting und musikalisches Gespür. Ein Ausnahmetalent, dass seines Gleichen sucht:

An dieser Stelle findest du Inhalte aus YouTube
Um mit Inhalten aus YouTube und anderen sozialen Netzwerken zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

Die diesjährige Favoritin sticht übrigens auch absolut heraus: Es handelt sich um die feministische Musikerin Netta – die auf den ersten Blick absolut überzeugt. Aber schaut selbst:

An dieser Stelle findest du Inhalte aus YouTube
Um mit Inhalten aus YouTube und anderen sozialen Netzwerken zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

Dem ist von unserer Seite aus nichts mehr hinzuzufügen. Stellt den Vodka kalt, zieht euch das Glitzerkostüm an und gebt euch die vierstündige Trash-Parade – es wird sich lohnen!

  • Quelle:
  • Noizz.de