Harrison Ford gefiel uns eindeutig besser als Alden Ehrenreich im neuen „Solo“-Film.

Kein „Star Wars“-Charakter, der nicht mit einem Laserschwert kämpft, ist so beliebt wie Han Solo. Mit seiner „Mir hat keiner was zu sagen“-Attitüde spielte sich der Weltraumschmuggler in die Herzen der Fans.

Kein Wunder also, dass sich die Gelddruckmaschine Disney dachte, dass die „Star Wars“-Kuh mit einem Solo Spin-off ordentlich gemolken werden kann. Deshalb dreht sich in der zweiten „Star Wars Story“ nach „Rogue One“ alles um Han und seinen ständigen Begleiter Chewbacca.

Was gut gemeint ist, ist aber leider nicht gut gemacht. Die Handlung im am heutigen Donnerstag erscheinenden Film ist lahm. Es werden Fragen beantwortet, die nie jemand gestellt hat und Alden Ehrenreich kann Harrison Ford höchstens mit seinem Lächeln das Wasser reichen.

Doch lasst uns lieber in der Nostalgie schwelgen als den Spin-off in Stücke zu reißen. Das haben wir in unserer Kritik bereits gemacht. Hier sind unsere fünf Lieblingsmomente mit Han in der ursprünglichen „Star Wars“-Trilogie.

Han erledigt Greedo

46 Minuten dauert es, bis Han Solo in Episode IV von 1977 zum ersten Mal in Aktion tritt. Die Jedi Obi-Wan und Luke suchen einen Piloten, der sie nach Alderaan bringt. Han kommt der gutbezahlte Auftrag gelegen, hat er doch hohe Schulden bei Jabba, dem Hutten. Doch beinahe hätte sich der Schmuggler nie auf die Reise durch die Galaxie gemacht. Noch in der Mos Eisley Cantina wird er vom Kopfgeldjäger Greedo gestoppt, der ihn zu Jabba bringen will.

Statt in Panik zu geraten, zeigt Han genau das, was ihn ausmacht. Er manövriert sich äußerst lässig aus der brenzligen Situation. Er labbert Greedo so lange voll, bis der Blaukopf etwas abgelenkt ist, Han seinen Blaster zücken und den Geldeintreiber grillen kann. Wie es sich für einen Ehrenmann gehört, entschuldigt sich Han anschließend beim Barkeeper, zahlt seine Rechnung und verschwindet.

Han trifft Leia

Sonderlich interessiert ist Han nicht daran, Prinzessin Leia zu befreien, als er gezwungenermaßen im Todesstern landen muss. Luke kann ihn erst überzeugen, sich ihm anzuschließen, als er erwähnt, dass die Prinzessin sehr reich ist. Es scheint, als könnte den Schmuggler nichts so motivieren wie Moneten. Also geht es auf in den Gefangenentrakt, ohne sich auch nur richtig zu überlegen, wie die Befreiung vonstattengehen soll.

Dass der Plan mehr improvisiert denn durchdacht ist, merkt auch Leia recht schnell und hält sich deshalb nicht mit Kritik an ihrem Retter zurück. Das hat Han gerade noch gefehlt und lässt ihn folgende Prophezeiung aussprechen: „Entweder bringe ich sie um oder ich verliebe mich noch in sie.“ Wie Recht er doch hatte.

Han rettet die Rebellion

Beim abschließenden Angriff auf den Todesstern will „Captain Solo“ nicht mitmachen. Zum einen hält er den Plan für ein Himmelfahrtskommando und zum anderen sieht er es nicht als seinen Krieg. Vielmehr will er, um seine eigene Haut zu retten, die Schulden bei Jabba begleichen. Als die restlichen Rebellen zur Attacke blasen, machen Han und Chewbacca sich auf nach Tatooine.

Mit seiner Ahnung, dass der Plan, den Todesstern zu zerstören, nicht aufgehen kann, liegt er nicht so ganz falsch. Ein Schiff nach dem anderen wird vom Himmel geschossen, bis am Ende nur noch Luke übrig ist. Doch auch um Skywalker steht es nicht gut. Vater Vader sitzt ihm im Nacken und ist kurz davor, die letzte Hoffnung der Rebellion platzen zu lassen. Doch dann taucht Hans Millenniumfalken auf und der Pilot beweist, dass er keineswegs nur an sich denkt, sondern auch ein bisschen Verantwortungsgefühl für seine Freunde hat.

Han erobert Leia

In Episode V hat der Schmuggler ziemlich Glück, dass Leia in seinem Raumschiff landet. Die Prinzessin verweilt solange auf dem Stützpunkt in Hoth, dass alle anderen Transporter schon abgehoben haben oder der Weg zu ihnen versperrt ist. Folglich muss sie im Millenniumfalken mit. Erst sieht es so aus, als solle Han mit seiner „Ich bringe sie um“-Prophezeiung Recht haben, denn er steuert seinen Flitzer direkt in ein Meteoriten-Feld.

Leia hätte auf diese Art des Imponierens gerne verzichten können und weigert sich auch sonst zuzugeben, dass sie Gefühle für den Outlaw hat. Trotz seiner chauvinistischen Art weiß Han jedoch ganz genau, was er tun muss, um die Prinzessin zu erobern. Der erste Kuss lässt nicht lange auf sich warten. Kurz bevor Han in Karbonit eingefroren wird, gesteht sie ihm ihre Liebe, was er nur mit einem lässigen „Ich weiß“ kontert. Was ein Abgang.

Han wirft Boba Fett über die Reling

Natürlich könnten wir an dieser Stelle davon erzählen, dass Han in Episode VI einen wesentlichen Anteil an der Deaktivierung des Schutzschildes des neuen Todessterns hat, was die Vorarbeit für den Gesamtsieg der Rebellen über das Imperium bedeutet. Doch dass Han ein mutiger und geschickter Kämpfer ist, sollte an dieser Stelle schon rausgekommen sein.

Zu erwähnen gilt es noch, dass Han oft auch einfach über das Glück des Tüchtigen verfügt. Stellvertretend dafür steht, dass er den gefürchteten Kopfgeldjäger Boba Fett auf Tatooine ganz ausversehen über die Reling stößt. Eigentlich wollte er nur seinen Kumpel Lando vor dem Abstürzen retten, doch einmal zu weit ausgeholt und schon flog Boba.

Han befreit sich eben aus jeder brenzligen Situation – egal wie. Da müssen wir wohl kaum erwähnen, dass wir auf seinen Auftritt in Episode VII gerne hätten verzichten können. Denn bekanntlich endete seine Glückssträhne 2015.

Quelle: Noizz.de