„Es wird nicht so kommen, wie du denkst“

Als am 17. Dezember 2015 Episode VII in die Kinos kam, war das Echo gespalten. Während manche die Auferstehung geliebter Charaktere feierten, stellte der Film für andere nur eine Wiederholung altbekannter Geschichten dar, die mehr einer nostalgischen Reise als einem Neuanfang ähnelte. Wird „Star Wars – Die letzten Jedi“ dieses wiederholen?

„Nein!“, definitiv nicht. Einfache Frage, noch einfachere Antwort. Der neueste Teil der erfolgreichsten Franchise der Welt ist alles, nur nicht altbacken und nostalgisch!

An dieser Stelle findest du Inhalte aus YouTube
Um mit Inhalten aus YouTube und anderen sozialen Netzwerken zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

Episode VIII schließt direkt an den Vorgänger an, baut auf die Cliffhanger auf, die die zweijährige Wartezeit für Fans zur Hölle machten.

Wie reagiert die „Erste Ordnung“, angeführt von Snoke (Andy Serkis) und seinem Schüler Kylo Ren (Adam Driver), auf die Zestörung der Starkiller-Basis? Wer ist Rey? Wo kommt sie überhaupt her? Was für eine Verbindung besteht zwischen Kylo Ren und der ehemaligen Schrottsammlerin vom Planeten Jakku?

In einer weit entfernten Galaxis herrscht die Erste Ordnung, aber die Rebellion um Generälin Leia (Carrie Fisher), den Piloten Poe Dameron (Oscar Isaac) und Finn (John Boyega) wird stärker. Nach der Zerstörung der Basis hat die Jagd begonnen. Und die dunkle Seite der Macht ist den Rebellen auf den Fersen, trotz Lichtgeschwindkeit können sie nicht entkommen – und das Benzin wird immer knapper: Sie sind in der Falle. Warum werden sie die Erste Ordnung nicht los? Warum sagt der Oberste Anführer Snoke „Sie hängen am unteren Ende des Fadens“?

Finn und Rose

Finn und die Mechanikerin Rose Tico (Kelly Marie Tran) versuchen das Rätsel zu lösen und machen sich auf den Weg zu einem Kasino-Planeten, wo sie sich Hilfe erhoffen. Derweil versucht Rey Ordnung in ihr Leben zu bringen und endlich Antworten auf essentielle Fragen zu erhalten. Wer ist sie? Wo ist ihr Platz in dem Ganzen? Und so begibt sie sich in die Hände ihres neuen Lehrers Luke Skywalker, der sie mit der Macht vertraut macht.

Doch wie stark ist die dunkle Seite in ihr? Wie mächtig und gefährlich kann sie werden?

Die Entscheidung naht

Und kann ihr Luke Skywalker überhaupt helfen? Zwar ist er der letzte Jedi, auf dem alle Hoffnungen auf eine friedliche Galaxis ruhen, doch der einstige Held ist nicht mehr der Alte. Sein selbstgesuchtes Exil auf dem Inselplaneten Ahch-To ist nicht grundlos so abgeschieden, sein letzter Schüler hat sich gegen ihn gewendet: Kylo Ren! Luke Skywalker quält sich mit Selbstzweifeln. Ist es an der Zeit, dass die Jedi aussterben?

Das Ende der Jedi?

Und meint Kylo Ren mit „Lass die Vergangenheit sterben. Töte sie, wenn es sein muss. Nur so kannst du werden, wozu du bestimmt bist“, dasselbe? Mit wem spricht er? Meint er Rey? Soll sie sich von der hellen Seite abwenden und ihm auf die dunkle Seite folgen? Fragen über Fragen. Nur eins ist klar: Ein Kampf um Gut und Böse entbrennt!

Kylo Ren

„Star Wars – Die letzten Jedi“ ist alles, was sich viele Fans gewünscht haben: emotional, witzig, charmant, intelligent, actionreich! Noch nie sahen Weltraumschlachten, Explosionen und riskante Flugmanöver so gut aus, noch nie spielten die Farben weiß und rot auf einem Planeten so gut zusammen, noch nie war ein Star-Wars-Film so verdammt düster!

Setzte der siebte Teil auf Sicherheit, riskierte wenig und baute auf den Faktor Nostalgie, dreht der neueste Teil den Spieß um. Er riskiert, verwundert, schmerzt und erfreut. Er ist anders! Fühlt sich neu an, obwohl doch alles so bekannt ist! Die Charaktere entwickeln sich, endlich verstehen wir Motive, endlich erkennen wir innere Kämpfe! Wer ist gut, wer ist schlecht? Die Grenzen verschwimmen, der Kinozuschauer ist zum Teil irritiert.

Kampf der Kontraste

Und: Mark Hamill ist als gebrochener Luke Skywalker, der seinem einstigen Schüler Kylo Ren hinterhertrauert, schlichtweg brillant!

Der Film packt einen, zerrt an dir, die Lehnen der Kinosessel werden durch die Fingernägel malträtiert, der Film will dich nicht mehr loslassen – und spuckt dich am Ende aus. Du taumelst aus dem Kino, viele Fragen wurden beantwortet, neue sind aufgetaucht!

Du willst weinen, lachen, jubeln, schreien. Und natürlich gibt es auch viel „piupiu“, Laserschwert-Duelle, Hass, Liebe und Vertrauen. Die alten Star-Wars-Tugenden im neueren Gewand!

Besuch im Exil: Rey auf der Insel von Luke

Auch der etwas langatmige Mittelteil des 151-minütigen Epos, die partiell etwas eindimensional gezeichneten Nebencharaktere und fehlende Hintergrundinformationen zu bestimmten Protagonisten sind zu verschmerzen, auch wenn man gerne noch etwas über gewisse Hintergrundgeschichten erfahren hätte.

Wenn am Ende die Credits über die Leinwand flirren, überwiegt die Begeisterung über das Werk von Regisseur Rian Johnson. Die obligatorisch brillante Filmmusik des Meisters John Williams ist natürlich auch eine Erwähnung wert.

Carrie Fishers letzter Film: Die Schauspielerin verstarb im Dezember 2016

Dazu kommt eine Szene, die garantiert zur Ikonographie der gesamten Serie werden wird. Selten wurde bei einer Presseaufführung so laut gejoholt, so laut geschluckt! Diese eine Szene ist perfektes Kino, diese Szene wird den Menschen in den Köpfen bleiben, diese Szene schreibt Kinogeschichte, sie zeigt, warum diese Serie geliebt wird.

War „Das Erwachen der Macht“ gutes, unterhaltsames Popcorn-Kino der Marke „Episode IV Reloaded“, fühlt sich Episode XIII frisch, neu, einfach großartig an! Auch wenn es natürlich Kritiker gibt, die in den Film nur die gegenteiligen „Qualitäten“ sehen.

Bombastische Effekte

Über all dies weder schreiben noch mit Menschen reden zu können, zerfrisst den Autoren im Moment. Doch bald ist diese Notlage vorbei. Am 14. Dezember kommt „Star Wars – Die letzten Jedi“ in die deutschen Kinos"! Dann kann gesabbelt und kontrovers diskutiert werden. Über den – für den Autoren – krönenden Abschluss des Filmjahres. Genießt den achten Teil der Saga– ihr werdet den Kinobesuch nicht bereuen!

  • Quelle:
  • Noizz.de