Es geht um bis zu 540 Millionen Kundendaten.

Facebook arbeitet mal wieder an seinem schlechten Ruf: Am Mittwoch berichtete die IT-Sicherheitsfirma UpGuard, dass zwei Firmen ungeschützt Daten von Facebook-Usern gespeichert haben sollen. Die mexikanische Medienfirma Cultura Colectiva etwa, hatte Daten wie Accountnamen, Kommentare und „Gefällt mir“-Angaben auf einem frei zugänglichen Bereich bei Amazons Cloud-Dienst AWS abgelegt. Daten von der längst eingestellten App "At the Pool" waren beispielsweise sogar öffentlich gelagert worden.

Facebook betonte in einer Reaktion, dass es für App-Entwickler verboten ist, Daten aus der Plattform des Online-Netzwerks ungeschützt zu speichern. Man habe nach einem Hinweis mit Amazon daran gearbeitet, die Datenbank vom Netz zu nehmen und wolle weiter mit Entwicklern am Datenschutz arbeiten.

Schön, dass es bei Facebook immer dann mit Datenschutz und Maßnahmen los geht, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist. Mal ganz ehrlich: Too little, too late. Der Vorfall unterstreicht außerdem, dass Facebook einfach keine direkte Kontrolle darüber hat, was mit den Daten passiert, die von App-Partnern auf der Plattform erhoben werden.

Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art und vor allem nicht der erste Appell an Facebook, sensibler mit den Daten der Nutzer umzugehen: Nach dem Datenskandal um Cambridge Analytica wurde gefordert, dass Facebook mehr für den Schutz seiner Nutzer auch in solchen Fällen unternehmen müsse. In dem Fall hatte der Entwickler einer App einige Informationen von Millionen Facebook-Nutzern an die Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica weitergegeben. Facebook betont zwar, er habe damit gegen die Regeln verstoßen – das Online-Netzwerk bekam die Weitergabe aber zunächst einmal gar nicht mit.

Immerhin: Die Diskussion um Datenschutz, Einfluss und Wirkung der blauen Medienkrake ist wieder entfacht. Und erneut merken wir: Rechtlich gesehen, ist dieses Internet immer noch in den Kinderschuhen. Jedenfalls muss hier noch einiges passieren, bis Sicherheit tatsächlich geboten ist.

[Text: Zusammen mit dpa]

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Quelle: Noizz.de