Ähm, Halllooooo?! Fällt euch allen denn nichts Neues ein?

Wir leben in der Zeit der ewigen Remakes: In neuem Gewand liefen dieses Jahr bereits „Tomb Raider“ und „ES“ über die Kinoleinwände. 2017 gab es einen Aufguss von „Jumanji“ und Klassiker wie „Ghostbusters“ oder „Aladdin“ sind Vorlagen die nun durch weibliche Besetzung oder neuste Technik eine vermeintlich zeitgemäße Interpretation erfahren.

„Gilmore Girls“ wurden weitergedacht und „Unter einem Dach“ mit den Erben des Originals wieder aufgewärmt. Eine neue Version von „Die Nanny“ ist in Planung, wie kürzlich bekannt wurde, die beliebte Teenie-Serie „Sabrina“ lehrt uns auf Netflix neuerdings das Gruseln und auch die Hexen-Schwestern von „Charmed“ kommen erneut auf die Bildschirme.

Im Zuge all dieser Remakes wird auch der 90ies-Hit „Clueless“ nicht verschont: Der Film soll demnächst in einem Remake verwurstet und uns neu aufgepeinigt werden, wie das amerikanische Portal „Deadline“ berichtet. Weitere Details sind noch nicht bekannt. Wir wissen also weder etwas über die Story, die Besetzung noch inwiefern die Stars des Originals, allen voran Alicia Silverstone, vorkommen werden. Es soll allerdings bereits ein Team am Drehbuch sitzen.

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Derzeit werden Remakes in einer derart hohen Taktung produziert, dass man sich fragen möchte: Sind den ProduzentInnen und SchreiberInnen die Ideen ausgegangen? Nicht falsch verstehen: Es gibt sicherlich gute Remakes – vielleicht ist „Clueless“ ja eines davon. Und in der NOIZZ-Redaktion hat nicht nur die neue Version von „Jumanji“ BefürworterInnen gefunden.

Und wir geben es ehrlich zu: Wir werden uns das neue „Clueless“ ansehen! Hell yeah! Alleine schon aus Neugierde. Und natürlich, um danach das Original anzuschauen und sich daran zu erinnern, warum man Cher Horowitz, ihre Outfits und ihr unnachahmliches „As if!“ so großartig fand.

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Aber dennoch bleibt die Frage: Wieso werden derzeit entweder Fortsetzungen gedreht (sind die Sequels von „Ice Age“ und „SAW“ eigentlich mittlerweile im zweistelligen Bereich?) oder eben Klassiker wieder aus der alten Filmkiste gekramt? Die Antwort dürfte – wie so oft – mit den lieben Moneten zu tun haben.

Ein Remake ist ein ziemlich sicheres Ding: Man weiß genau, dass die Story und die Figuren funktionieren – was einem hoffentlich neue Fans sichert. Man kann sich auf ehemalige Fans verlassen – und dank Medienecho ist auch der Wirbel groß genug.

Alleine Fragen wie: „Wie werden im Remake die neuen ProtagonistInnen aussehen? Wer wird sie spielen? Wird die Story fortgesetzt oder einfach das schon Bestehende noch mal erzählt?“ locken genügend Zuschauende und Neugierige an die Bildschirme – und lassen die Kassen klingeln. Geringer Aufwand, viel Geld, alles supi – und gähnend langweilig!

Neben der Quoten- und Geldtatsache möchte man sich fragen: Warum werden keine neuen Geschichten erzählt? Klar – das Rad wird keiner neu erfinden, aber es kommt ja auch nicht unbedingt auf innovative Geschichten an, sondern viel mehr auf neue Ansätze. Es ist nicht so wichtig, was erzählt wird, sondern wie. Wir glauben nicht, dass es heute nicht genug Ideen gibt. Es scheint eher so, dass keiner in diese Ansätze investieren will – das Remake ist halt sicherer. Und so schmoren alle im popkulturell immer selben Sud bis längst jenseits der Zerfaserung.

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Aber ist das wirklich ein Problem? Wir sagen zumindest partiell: Ja! Die Serien und Filme der 80er und 90er sind Erzeugnisse einer gewissen Ära. Sie transportieren in ihren Figuren, ihren Details und dem Look einen Zeitgeist. Natürlich war die Technik damals noch nicht auf dem heutigen Stand und sicherlich waren Geschlechterrollen damals andere als heute – das heißt doch aber nicht, dass man sie zwanghaft ins Heute prügeln muss. Eine Serie wie „F.R.I.E.N.D.S“ ist nun mal in den 90ern angesiedelt. Ihre Folgen hätten einen komplett anderen Plot, wenn Rachel, Ross und Co. damals schon Smartphones und Tinder gehabt hätten.

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Das Phänomen, dass die Popkultur sich immer selbst zitiert, ist nicht neu. Damit kann man ja auch leben. Auch, wenn man als Kind der 80er und Jugendliche der 90ger einfach nicht mehr genug Liebe für die Plastikbrickets der wieder modischen Buffalos aufbringen kann, möchte man den Leuten bei Netflix, in Hollywood und allen Filmstudios der Welt sagen: Denkt euch doch bitte endlich mal was Neues aus. Die Suppe von vorgestern können wir dank Repeat-Button selbst wieder aufwärmen.

  • Quelle:
  • Noizz.de