Der Musiksender unserer Jugend VIVA wird endgültig abgeschaltet.

Wir schreiben das Jahr 2005. In wenigen Tagen fangen die Sommerferien an. Meine Schultasche werfe ich zu den Klamottenbergen auf den Boden, mein nächster Griff geht zur Fernbedienung. Automatisch schalte ich auf Kanal 11, da läuft mein Lieblingssender VIVA.

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Dieses Ritual hat meine frühe Jugend geprägt. Wenn mir langweilig war, flimmerte VIVA über meinen Röhrenfernseher, während ich Hausaufgaben machte, lief VIVA im Hintergrund, wenn ich den neusten Gossip über meine Lieblingsband erfahren wollte ... Klar, dann hab ich VIVA eingeschaltet! Was für mich ein wichtiger Teil meiner Jugend war, werden zukünftige Generationen von Teenagern nicht mehr erleben können: Denn zum Ende des Jahres wird der Musiksender endgültig abgeschaltet!

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Als mich die Nachricht erreicht hat, wollte ich kurz eine Träne verdrücken. Deshalb möchte ich hiermit Danke sagen und mich ein letztes Mal an die schöne Zeit vor dem Röhrenfernseher erinnern...

Ich weiß noch, wie im Sommer 2005 jeden Tag eine noch sehr junge Rihanna mit „Pon de Replay“ über meinen Röhrenfernseher tanzte. Immer wenn ich nach der Schule den Fernseher einschaltete, lief „Get The Clip“. Lange vor Spotify und Co. war VIVA die einzige Möglichkeit, um an die neuste Musik zu kommen. In der Sendung konnten tausende Jugendlichen, die wie ich vor dem Fernseher hangen, via SMS oder Anruf für ihr Lieblingslied voten und wurden zwischendurch nur von der Werbung für den Nacktscanner oder das neuste Jamba-Sparabo unterbrochen.

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Obwohl VIVA ja eigentlich ein Musiksender war, kann ich mich noch ganz genau an all die geilen Sendungen erinnern. Wer von euch VIVA-Guckern hat bitte nicht „Abschlussklasse 2003“ gesehen?

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Oder die 2000er-Version von Keeping Up With The Kardashians mit Paris Hilton. Wer damals nicht wusste, was bei „My Simple Life“ abging, der sah am nächsten Tag auf dem Schulhof alt aus. Noch besser war nur die Doku-Serie „The Virgin Diaries“ bei denen wir anderen Teenies dabei zugucken konnten, wie sie ihre erste Beziehung erlebten, während wir noch in die Bravo-Poster-Boys verknallt waren!

Es gibt nur eine einzige Sendung, die noch besser war, als alle anderen Formate zusammen: VIVA LIVE! Jeden Nachmittag um Punkt 15 Uhr wurde der Sender eingeschaltet und eine sehr aufgekratzte Gülcan Kamps begrüßte ihre Zuschauer im VIVA LIVE Studio. Mit ihrer aufgedrehten Art, den „crazy“ und superknappen Klamotten und der immer guten Laune, war Güli für mich damals definitiv ein Vorbild! Für mich war damals schon klar: Ich will auch irgendwann mal da sitzen und das machen, was Gülcan macht!

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In meinen Augen hatte sie den absoluten Traumjob: Jeden Tag auf der Couch mit meinen damaligen Lieblings-Promis sitzen, ein bisschen Quatsch labern und dafür auch noch Kohle kriegen? Besser geht’s nicht. Jetzt kann ich mir diesen Wunsch nie mehr erfüllen, das trifft mich jetzt wirklich im tiefsten Inneren.

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Zugegeben meine VIVA-Jahre zwischen 2005 und 2010 waren genau die Jahre in denen es dem Sender richtig gut ging. Deshalb ballerte der Sender auch jedes Jahr eine geile Musikverleihung raus – der Comet war mein jährliches Highlight! Wenn ich mich an den Comet 2005 erinnere, bekomme ich immer noch Gänsehaut.

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Ich saß mit unserem Haustelefon in der Hand auf der Couch und fieberte mit meiner Lieblingsband mit. Dass ich an diesem Abend die Telefonrechnung um 20 Euro erhöhte, war mir egal (auch wenn ich damals nur 30 Euro Taschengeld bekam)! Hauptsache meine Lieblingsband hat das Voting gewonnen! 2008, 2010 und 2011 war ich dann selbst in der Halle, in der der Comet verliehen wurde. Zweimal hab ich für die Veranstaltung sogar Schule geschwänzt, um einen guten Platz am roten Teppich zu bekommen. Hat sich gelohnt ... In der Erinnerungskiste unter meinem Bett habe ich noch einige Autogramme von meinen damaligen Lieblings-Promis!

Ich (in rot und mit komischen Haaren) am Roten Teppich beim Comet mit VJ Jan Köppen

Danke VIVA, ich bin echt tief getroffen. Leider habe ich dich schon sehr lange nicht mehr eingeschaltet, aber all die Erinnerungen mit dir, werde ich wohl für immer im Herzen tragen!

  • Quelle:
  • Noizz.de