Never mess with a Martial Arts Icon!

Eigentlich hat Kultregisseur Quentin Tarantino der Marterial-Arts-Legende Bruce Lee bereits ein filmisches Denkmal gesetzt – und zwar in Form des gelben Kampfanzugs den Uma Thurman in "Kill Bill" trägt. Vorlage dafür war nämlich Lees Look in "Mein letzter Kampf", der posthum nach Lees Tod 1978 erschienen ist.

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Nun gibt es aber Ärger mit Lees Tochter, Shannon Lee. Die ist nämlich ziemlich sauer, wie Tarantino ihren Vater in "Once Upon A Time in Hollywood" darstellt. Seit Jahren setzt sie sich für das künstlerische Erbe ihres Vaters ein, der 1973 gestorben ist. In Tarantinos neustem Streifen, der aktuell in den Kinos läuft, übernimmt der US-koreanische Schauspieler Mike Moh die Rolle der Kampfsportlegende.

Im Interview mit dem Onlinemagazin "The Wrap" schildert nun Lees Tochter, dass sie vor allem das Gelächter im Kinosaal über ihren Vater kaum ausgehalten habe. Vor allem wie arrogant ihr Vater an manchen Stellen des Films rüberkäme, hätten nichts mit dem echten Bruce Lee zu tun gehabt.

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Im Vergleich zu den anderen Charakteren und Hollywood-Legenden würde ihr Vater wenig sympathisch dargestellt – und im Prinzip mit der gleichen Arroganz behandelt "wie es das weiße Hollywood tat, als er noch am Leben war", sagt sie in dem Interview. Aufgrund seiner Herkunft habe er härter als andere Kollegen arbeiten müssen, um das Gleiche zu erreichen. Wenn jetzt jemand über ihren Vater lache, fände sie das sehr verletzend.

Gleichzeitig zeigt sie aber auch Verständnis für Tarantinos Art der Darstellung, sie habe sich trotzdem etwas mehr Respekt gewünscht:

Ich kann verstehen, weshalb einige Dinge in dem Film in der Form gezeigt wurden. Die beiden Protagonisten sind Antihelden und man wollte sich vorstellen, was sich in einer derartigen Situation vielleicht abgespielt hätte ... Der Film spielt in einer Zeit, in der es ganz klar noch viel Rassismus und Ausgrenzung gab. Ich verstehe, warum man Brad Pitt als diesen krassen Typen darstellen wollte, der es schafft, Bruce Lee zu besiegen.

Tarantino hat sich zu Shannon Lees Kritik bisher nicht geäußert. Sie ist übrigens nicht die Erste, die sich über fehlenden Respekt in dem Film beschwert. Roman Polanskis Frau, Emanuelle Seigner, hatte kritisiert, dass Tarantino nicht mit Polanski über dessen Darstellung im Film geredet habe. Polanski taucht in dem Kinofilm an der Seite seiner damaligen Ehefrau Sharon Tate auf, die von Sekten-Mitgliedern der Manson Family 1969 ermordet wurde.

Wer sich ein eigenes Bild machen will: "Once Upon A Time In Hollywood" ist ab dem 15. August in den deutschen Kinos zu sehen.

  • Quelle:
  • Noizz.de